Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

wasserjo
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Registriert: Di 19. Mai 2026, 13:01

Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#1

Beitrag von wasserjo »

Hallo,
erstmals ein tolles Forum, ich habe alle Beiträge bzg. Schachtbrunnen gelesen.
Ich mache es so kurz es geht.

Ich habe einen ca. 100 Jahre alten Schachtbrunnen aus geschichteten Vollziegeln mit ca. 83cm Durchmesser.
Vor ca. 40 Jahren wurde eine Brunnenpumpe incl.Windkessel verbaut die jetzt Probleme macht.

Durch Messungen mit Schnur/Senkel und anderweitig mit 5 zusammengeschraubten Holzlatten (unterste angespitzt) habe ich folgende Daten ermittelt.
Tiefe bis zum Brunnenboden 10,30 m,(ich konnte die Holzlatten nicht mehr weiter runterdrücken) darauf liegen mind. 30cm Schlamm (ganz, ganz feines Zeug was an der Holzlatte hängenblieb) und darüber kommt der Wasserstand von ca. 1,30m.
(die Schlammhöhe habe ich ermittelt durch den Senkel, den ich bis zur Schlammschicht gelassen habe und dann verglichen mit der Länge der Holzlatte die ich bis zum Grund gedrückt habe )

Der Wasserzulauf ist die letzten Jahre immer weniger geworden, mom. so geschätzte 1,5l/min (auf 30 min erhöhte sich der Wasserstand um ca. 8cm )

1. Frage:
Kann der geringe Zulauf der Schlammschicht geschuldet sein?

2. Frage:
Kann ich da runtersteigen und die 30cm Schlamm gefahrlos mit Schaufel und Kübel entfernen.
Ich meine jetzt bezüglich des Brunnen selbst, muss ja auch das Wasser Abpumpen..... habe da mal was gelesen wegen Standsicherheit, Gegendruck...etc ???

3. Frage.
Sollte ich dann auf den sauberen Brunnenboden evtl eine Schicht Kies aufbringen? Wenn ja wie hoch, welche Korngröße?
Ich meine evtl. das später nicht wieder so ganz feines Zeugs angeschmemmt wird.
Oder einfach so lassen.

Ich will dann auch eine neue Pumpe installieren.

Zu meiner eigenen Sicherheit würde ich den Brunnen belüften, habe mir schon ein Gebläse mit 10m langen Luftschlauch gekauft den ich in den Brunnenschacht reinhängen werde.

Danke erstmals.
Georg
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Eriberto
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Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#2

Beitrag von Eriberto »

Guten Morgen Georg und willkommen im Forum.

Nach so langer Laufzeit braucht fast jeder Brunnen ein bisschen Pflege. Daher halte ich das mit dem Schlamm für relativ normal.

Für den Zulauf sollte die Schlammschicht aber nicht so entscheidend sein, da dieser bei Schachtbrunnen in der Regel auch seitlich erfolgt. Da wir aber nicht wissen, wie die Brunnensohle errichtet wurde, kann eine Reinigung nicht schaden. Ich würde hierfür eine bei mir seit Jahren mehrfach im Einsatz empfindliche Pumpe empfehlen: die WILO Drain TMW 32/8.
Ich habe diese zum zigfachen Auspumpen meiner Teichbaustelle genutzt und nutze diese ebenfalls für das Abpumpen des drückenden Grundwassers im Keller. Die Pumpe ist Schmutztolerant, besitzt einen abschraubbaren Fuß, der eine Wirbelströmung erzeugt, um die Ansaugung von Sand zu minimieren. Zudem eine (für mich relevant) hohe Schalthäufigkeit von bis zu 50 Mal pro Stunde. Bekommt man im Netz für um die € 130,-.

Mit dieser würde ich an deiner Stelle versuchen, den Schlamm abzupumpen.

Was deine Idee der Belüftung des Schachtbrunnens angeht: ich würde immer anders herum vorgehen. D.h., nicht Luft hereinpumpen, sondern absaugen.
Warum? Manche schädlichen Gase sind schwerer als Luft und sammeln sich eben unten an. Beim Belüften mittels 'hereinpumpen' bekommst du diese u.U. nicht heraus.
Daher mein Vorschlag: mittels z.B. einem Baustaubsauger und entsprechender Verlängerung (z.B. der ohnehin benötigte Saugschlauch für die WILO) die Luft unten abpumpen/absaugen. Entsprechend strömt von oben Luft nach.
Aber Vorsicht! Solche Tätigkeiten niemals alleine ausführen, für den Fall der Fälle...

Ob das Einbringen einer Kiesschicht die erneute Schlammansammlung unterbindet? Wahrscheinlich schon, insofern könnte man im Nachgang der Reinigung eine solche Schicht einbringen, aber, wie gesagt in der Regel erfolgt der Einlauf in einen Schachtbrunnen auch seitlich.

Ich würde also erstmal die Reinigung mittels Schmutzwasserpumpe durchführen. Anschließend bist du dann schon schlauer, was den Aufbau angeht.
Halte uns gerne auf dem Laufenden.
Gruß
Florian
wasserjo
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Registriert: Di 19. Mai 2026, 13:01

Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#3

Beitrag von wasserjo »

Erstmal vielen Dank für die Infos zum belüften / absaugen.

Ich habe mir ein Gebläse gekauft bei dem auch abgesaugt werden kann (Vector Bauventilator mit 10m langen Schlauch, soll 4373 m³/h beim blasen bringen) Dh. wenn ich den Schlauch reinhänge würde die Austrittsöffnung der Luft bestimmt bei ca. 9m liegen - sollte doch auch gehen, aber das Gerät kann auch Luft absaugen, wahrscheinlich dann nicht so viel.

Den Gedanken mit dem Absaugen vom Schlamm hatte ich auch schon und dachte an diese Pumpe hier: "WALTER Schmutzwasserpumpe 1500 W mit Schneidwerk, 24.000 l/h, Förderhöhe 18 m, Partikel bis 80 mm"
Müsste dann aber auch wohl runter um das Zeugs aufzuwirbeln, evtl mit Kärcher Hochdruckrohrreinigerschlauch welcher vorrätig wäre...mhhh ?? ODER?

Die Frage aber was mich brennend interessieren würde, wäre meine 2 Frage gewesen:
" Kann ich da runtersteigen und die 30cm Schlamm gefahrlos mit Schaufel und Kübel entfernen.
Ich meine jetzt bezüglich des Brunnen selbst, muss ja auch das Wasser Abpumpen..... habe da mal was gelesen wegen Standsicherheit, Gegendruck...etc ??? "
Dh, wenn ich alles leerpumpe, hat der Brunnen auf ca. 1,60m (1,30 Wasserstand, darunter 0,30m schlamm) keinen Gegendruck mehr...oder bin ich dazu ängstlich?
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Eriberto
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Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#4

Beitrag von Eriberto »

Hallo Georg,

wenn dem so wäre, dass der Gegendruck erforderlich ist, würde ja jeder Brunnen 'zusammenbrechen' wenn es einmal eine Trocken-Phase (kein Wasser) gibt.
Außerdem wird so ein Brunnen ja in der Regel auch relativ trocken errichtet.
Es kommt halt darauf an, wie die Brunnensohle erstellt wurde. Das wirst du dann aber sehen, wenn der Schlamm entfernt ist.

Idealer Weise würde ich bei deinem Vorhaben eine Seilwinde zur Sicherung und zum Schlamm bergen verwenden. Diese dann durch eine zweite Person bedient.
Gutes Gelingen!
Gruß
Florian
wasserjo
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Registriert: Di 19. Mai 2026, 13:01

Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#5

Beitrag von wasserjo »

Hi Florian,

DANKE für deine Antwort.
Ja, da hast du Recht mit dem Einstürzen, dachte ich mir ja fast auch. Aber als Laie kann man vieles meinen und trotzdem nix wissen.
Das beruhigt mich dann schon mal bei meinen Arbeiten, 10,30 m Tiefe ist ja schon eine Hausnummer....
Werde es wohl dann mal mit Absaugen probieren und den Rest dann mit Schaufel und Eimer.
PeterB
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Registriert: Mi 15. Nov 2017, 22:08
Wohnort: 40822 Mettmann

Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#6

Beitrag von PeterB »

wasserjo hat geschrieben: Do 21. Mai 2026, 07:32Ich habe einen ca. 100 Jahre alten Schachtbrunnen...Vor ca. 40 Jahren wurde eine Brunnenpumpe incl.Windkessel verbaut ....

... Brunnenboden 10,30 m...darauf liegen mind. 30cm Schlamm ... und darüber kommt der Wasserstand von ca. 1,30m
Ich nehme an, die Brunnenpumpe, die vor 40 Jahren montiert wurde, ist keine Unterwasserpumpe.

Kann es sein, dass sich der maximale Wasserstand mit den Jahren stark verringert hat? OK Wasser ist jetzt bei ca 8,70m. Bei ca 9m Ansaughöhe wäre Schluss. Da bleiben im günstigsten Fall ca 30cm die man absaugen könnte. Das wären gerade ca 160 Liter. Ist das immer schon so gewesen?

Grüße
Peter
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Thoralf
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Registriert: Di 21. Apr 2020, 08:28

Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#7

Beitrag von Thoralf »

Moin Georg,

ich hatte meinen gemauerten Brunnen (nur 3,5 m tief) auch mal von einer abgelagerten Schlammschicht gesäubert. Ich hatte dazu im ersten Beitrag dieses Threads: https://brunnen-forum.de/viewtopic.php?p=17695#p17695 etwas geschrieben.

Vielleicht soviel: bei meinen 3,5 m Förderhöhe war es kein Problem mit einer stinknormalen Billig-Baumarkt-Schmutzwasserpumpe. Bei Deinen 10 Metern muss die Pumpe schon einiges fördern. Da musst Du mal in die Kennlinie schauen, wieviel die Pumpe bei 10 m noch fördert. Denn die Datenblattangabe gilt ja nur für Null Meter Förderhöhe. Ein Schneidwerk ... ich habe selbst keine Ahnung, was das ist und ob Du das brauchst...

Wenn der Schlamm einfach jahrzehntelange Ablagerungen von reingefallenem Zeug sind, brauchst Du keinen Kärcher. Vielleciht wäre der sogar schädlich, wenn Du versehentlich Material aus den Fugen kärcherst.

Ich selbst hatte meine Pumpe ein paar Stunden laufen lassen (das Wasser lief auf die Straße und in die Gosse) und bin ab und zu runter und habe mit der Pumpe den Schlamm aufgewirbelt. Das feine Zeug bekommst Du wahrscheinlich nicht mit einer Schaufel in den Eimer hinein. Das wirbelt sofort bei den ersten Bewegungen auf und verteilt sich dann im gesamten Wasservorrat. Da war es (bei mir) besser, den Schlamm von Stunden zu Stunde weiter zu verdünnen. In der ersten Stunde hast Du 10 % Schlamm, in der zweiten 1 %, in der dritten 0,1 % usw. bis es zu einer homöopatischen Menge verdünnt ist. (so nach Gefühl - gemessen habe ich den Schlammanteil nicht). Die Pumpe pumpt halt das Gemisch so raus, wie Du es grad aufgewirbelt hast und der Schlammanteil wird im Lauf der Zeit immer geringer.

Immer drauf achten, dass Du nur Schlamm saugst und keinen Kies vom Grund des Brunnens. Daher die Pumpe nicht auf den Grund stellen, sondern ein paar Zentimeter höher, mindestens eine Handbreit über dem Grund. Der Kies wird unten benötigt. Du kannst ihn mit der Schaufel ebenfalls aufrühren, dass Schlamm zwischen den Körnern entfernt wird. Aber der Kies muss sich wieder absetzen. Und Du darfst den Brunnen selbstverständlich nicht völlig leer pumpen.

Immer dran denken: "Für angenehmes und sicheres Arbeiten lesen Sie das Handbuch für angenehmes und sicheres Arbeiten!"

LG
Thoralf
Der Elektroingenieur in mir meint: "Wasser braucht Strom" 8-)
Meine Projekte gibt es auch in meinem Blog:
https://blende-acht.blogspot.com/search/label/Brunnen
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Plunschmeister
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Registriert: Do 1. Aug 2013, 18:11

Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#8

Beitrag von Plunschmeister »

Ich meine jetzt bezüglich des Brunnen selbst, muss ja auch das Wasser Abpumpen..... habe da mal was gelesen wegen Standsicherheit, Gegendruck...etc ??? "
Dh, wenn ich alles leerpumpe, hat der Brunnen auf ca. 1,60m (1,30 Wasserstand, darunter 0,30m schlamm) keinen Gegendruck mehr...oder bin ich dazu ängstlich?
Der Brunnen hält durch die Ringspannung des umliegenden Erdreichs.
Sorgen würde ich mir da eher wegen Gase machen!

Früher wurde ein Vogel im Käfig, in den Brunnen abgelassen... :mrgreen:

Eine Kerze würde aber auch gehen, natürlich gibt es aber auch Messgeräte.
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
* 2712193509122015*
Gruß PM
wasserjo
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Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#9

Beitrag von wasserjo »

Zitat Peter:
"Ich nehme an, die Brunnenpumpe, die vor 40 Jahren montiert wurde, ist keine Unterwasserpumpe.
Kann es sein, dass sich der maximale Wasserstand mit den Jahren stark verringert hat? OK Wasser ist jetzt bei ca 8,70m. Bei ca 9m Ansaughöhe wäre Schluss. Da bleiben im günstigsten Fall ca 30cm die man absaugen könnte. Das wären gerade ca 160 Liter. Ist das immer schon so gewesen?
Grüße
Peter"
...doch, die Pumpe ist schon eine Unterwasserpumpe (Grundfos). Der Druckkessel bzw. Windkessel steuert das Ein-und Ausschalten der Pumpe über einen Druckschalter.
wasserjo
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Registriert: Di 19. Mai 2026, 13:01

Re: Schlamm am Boden meines Schachtbrunnen

#10

Beitrag von wasserjo »

Vielen Dank für euere Beiträge die mir schon weiter geholfen haben.
Ich werde jetzt mal wie folgt vorgehen.
Kaufe mir eine "TIP Schmutzwasser-Tauchpumpe Extrema 500/13 IX" , die hat 1,3 bar und soll lt. Datenblatt bei 10m Tiefe noch gute 12m³/h fördern.
Werde da mal versuchen den Schlamm vom Boden abzusaugen.
...aber warum darf ich den Brunnen nicht ganz leerpumpen??? Da könnte ich den Schlamm doch besser einschaufeln.
Ob Kies am Boden liegt, das kann ich nicht sagen.
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