Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Grundwasseranfang in jeder Tiefe möglich
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marco-f
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Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Beitrag von marco-f » Mi 24. Jun 2020, 22:01

Hi,

ich arbeite seit einigen Wochen an meinem Brunnen und hatte seit 6m Wasser im Rohr stehen und habe geplunscht. Nach zwei kleineren Harten Tonschichten bin ich bei 9,5m auf Lehm gestoßen und habe mich durch diesen bis 11m durchgearbeitet. Danach war Schluss und es ging mit keinem meiner Bohrer mehr voran. An dieser Stelle habe ich das Bohren aufgegeben und wollte mit einer Pumpe im Sumpf arbeiten. Ich hab mein Brunnenrohr gezogen, unten eine lange Sumpfstecke drangebaut damit in dem 1,5m Ton nur Vollrohr steht und ich darüber von 9,5m bis 6,5m hoch im Wasser stehe. Anschließend habe ich das Rohr wieder bis auf die 11m eingeplunscht. Beim anpumpen musste ich leider feststellen, dass nicht genug Wasser nachläuft und ich immer nach zwei Minuten das Rohr leer habe und es dann fünf Minuten dauert bis es wieder nachgelaufen ist. Leider wurde dies auch nach Tagen und dem sauberpumpen nicht besser.

Da dies für die Ganze Arbeit nicht Zufriedenstellend war habe ich dann doch beschlossen mir nochmal einen anderen Bohrer zu bestellen und zu schauen ob es nicht doch irgendwie weitergeht. Gestern habe ich dann - nachdem das Ganze schon knapp zwei Wochen so stand - das erste Mal den neuen Bohrer angesetzt und es ging tatsächlich wieder voran. Von dem Ton kam nichts mehr hoch sondern nach dem Lockern mit dem Bohrer kam immer ein Super Kies-Sand Gemisch hoch.
Bild
Ich hab dann gestern nur 20cm gemacht und das Ganze dann Ruhen lassen. Heute Abend habe ich wieder weitergemacht und mich bis auf 12m runtergebohrt und geplunscht. Bei den letzten zwei Plunschungen begann ich schon mich etwas zu wundern wieso die Kiespumpe nicht mehr komplett mit Wasser voll steht wenn ich sie hochhole. Als ich dann nach dem Abendessen nochmal den Bohrer abgelassen und ein paar Umdrehungen gemacht habe begann es plötzlich in meinem Rohr zu plätschern. Ein Blick nach unten zeigte mir, dass mein sonst bei 6m stehendes Wasser weg ist. Ein nach unten gelassenes Lot zeigte mir jetzt nur noch einen Wasserstand von 2m an. D.h. das ganze Wasser was ab 6m sonst in meinem Rohr steht ist nach unten weggesackt und jetzt läuft es unentwegt durch meine Filterstrecke nach unten nach. Als hätte ich ein Loch in die Wanne gebohrt. Was ich absolut nicht verstehe ist die Tatsache, dass dies jetzt nach 1m der Kies-Sand-Schicht passiert ist und nicht schon bei 11m nach dem Ende der Tonschicht. Ich erwarte eigentlich nicht dass die Kies-Sand-Schicht so stark abdichtend ist, oder kann es sein dass sie so stark verdichtet war dass sie Dichter war als der Ton!?

Jetzt ist guter Rat gefragt! Wie weiter???

Abdichtton oder ähnliches Besorgen, Loch damit wieder bis auf 10m hoch verfüllen damit wenigstens die obere Wasserschicht stehen bleibt?

MfG,
Marco
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Plunschmeister
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Re: Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Beitrag von Plunschmeister » Mi 24. Jun 2020, 22:24

Warum sich das aufgestaute Wasser nicht bereits vorher absenkte, hängt eventuell mit der Grundwasserdruckfläche zusammen.

Das Bohrgut sieht gut aus. Es gibt nur einen Weg, der führt weiter nach unten. Reicht der Wasserstand nicht zum Plunschen, einfach Fremdwasser zuführen.
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marco-f
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Re: Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Beitrag von marco-f » Mi 24. Jun 2020, 22:49

Kann es dann nicht sein dass die "obere Blase" an meinem Brunnenrohr außen herum dennoch nach unten hin wegsackt und ich somit denjenigen die in der Nachbarschaft aus dieser Blase leben das Wasser genommen habe?

Und leider stellt mich auch das Thema weiter Bohren vor die nächsten Probleme - Erstens bin ich mit dem vorhandenen Bohrgestänge am Ende, d.h. ich müsste mir jetzt eh erstmal weitere Verlängerungen bzw. Material für Verlängerungen besorgen, und Zweitens sind Bohrgestänge und Plunscher nur geborgt und heute kam (nach zwei Monaten die ich nun schon werkel) die Ansage dass ich es morgen zurückgeben muss. D.h. selbst wenn ich mir jetzt umgehend eine Kiespumpe und neues Bohrgestänge bestelle dauert das einige Tage bis ich Material habe zum weitermachen. Und solange sickert das da unten munter vor sich hin weg, das kann ich doch auch nicht so lassen!? :?

Falls es noch was dazu beiträgt, mein Brunnenrohr steht immer noch bei den 11m bei denen noch alles dicht war. Da es nicht Nachgesackt ist wollte ich erstmal noch n bissel Strecke nach unten machen bevor ich das Zeug morgen zurückgeben muss.

Bekomme ich das vielleicht mit dem Brunnenstopfen aus Quellton im Strumpf temporär abgedichtet? Also wenn ich ggf. das Sand-Kies-Gemisch von gestern und heute komplett wieder reinkippe, dann steht das Bohrloch zumindest wieder dicht bis unterkante Brunnenrohr, dann den Stopfen rein in der Hoffnung dass der soweit abdichtet dass es nicht weiter unentwegt wegsickert und wenn ich in 1-2 Wochen Material zum zügigen weiterbauen da habe ziehe ich den Raus und lege wieder los!?
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Plunschmeister
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Re: Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Beitrag von Plunschmeister » Do 25. Jun 2020, 16:46

Kann es dann nicht sein dass die "obere Blase" an meinem Brunnenrohr außen herum dennoch nach unten hin wegsackt und ich somit denjenigen die in der Nachbarschaft aus dieser Blase leben das Wasser genommen habe?
Wenn du dort aus dieser Schicht nicht ausreichen Wasser ziehen konntest, werden es deine Nachbarn u.U. auch nicht können. Wobei die unterirdischen Schichten nicht nur horizontal, sondern auch vertikal wechseln können.
Muss man sich wie in einem Marmorkuchen vorstellen.
Willst du einen vernünftigen Brunnen haben, musst du tiefer gehen!
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marco-f
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Re: Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Beitrag von marco-f » Do 25. Jun 2020, 18:33

Plunschmeister hat geschrieben:
Do 25. Jun 2020, 16:46
Wenn du dort aus dieser Schicht nicht ausreichen Wasser ziehen konntest, werden es deine Nachbarn u.U. auch nicht können.
Kommt darauf an wieviel für einen "ausreichend" ist. Ich habe noch einen drei Jahre alten Spülbohr-Brunnen mit dem ich auch "nur" in dieser Schicht hänge und mit Saugpumpe ca. 1200l/h entnehmen kann (leider mit einiger Luft, vermutlich infolge durch zu starkes Absinken des Wasserstandes bei der Entnahme da nur 30cm Überdeckung der 1 1/4 Zoll Filterrohre). Mein direkte Nachbar lebt auch nur so aus dieser Schicht und ich weiß nicht wie er reagiert wenn ich plötzlich Wasser satt habe und er gar nichts mehr.

Ich wollte heute - bevor ich mein wichtigstes Material abgeben musste - noch zusehen dass ich möglichst weit in die Tiefe komme, sollte ja nicht schwer werden da ich ja bereits am Rohr vorbeigebohrt hatte. Leider rutschte das Brunnenrohr kein Stück nach unten. Also wieder die Wagenheber geholt und erstmal ein Stück ziehen. Dabei musste ich festellen dass sich wohl der Ton, der zwischen 9,5 und 11m vorliegt, in den zwei Wochen Ruhe schön an das Rohr angelegt haben muss und dieses nun schön festsitzt und sich auch per Wagenheber nur sehr schwergängig nach oben bewegen lässt. Da war nichts mit tiefer in die Erde kommen.

Etwas aus Akt der Verzweiflung habe ich dann vorhin das ganze Material, was ich die letzten beiden Abende gefördert habe und nach dessen Entnahme das Wegsacken erst begann, wieder meinem Bohrloch zugeführt. Und siehe da, das Wegsacken ist wieder gestoppt und das Wasser im Rohr steht wieder bei den 6m bei denen es zuvor auch schon stand. Und ich muss zugeben, ich versteh die Welt nicht mehr. Die Tatsache dass das Sand-Kies-Gemisch, auf das man beim Brunnen bohren ja hofft, das wegsickern stoppt will mir noch nicht so recht in den Kopf, aber ich bin für den Moment froh dass es so ist!!!

Ich habe dann heute die geborgte Kiespumpe und mein Bohrgestänge wieder abgegeben. Im Stahlgroßhandel hab ich dann gleich nen Schwung Vierkantrohr geholt bzw. bestellt und baue mir jetzt mein eigenes Gestänge zusammen. Eine eigene Kiespumpe werde ich heute auch noch ordern. Dann wird es wohl übernächste Wochen heißen - weiter gehts.

Ich hoffe dass ich das Rohr wieder freigängig habe wenn ich es bis 9,5m hoch aus der Tonschicht gezogen habe und dann muss ich es halt nochmal da durch treiben und dann hoffe ich dass ich auch zügig weiter in die Tiefe komme. Ich werde weiter berichten ...

MfG,
Marco
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Plunschmeister
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Re: Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Beitrag von Plunschmeister » Do 25. Jun 2020, 19:48

Wenn du später die Rohrtour wieder in Höhe der Tonschichten mit Ton abdichtest, ist alles im grünen Bereich.
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Ollie1976
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Re: Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Beitrag von Ollie1976 » Do 25. Jun 2020, 19:52

Hi Marco,

Wie lange ist Deine Filterstrecke? Und Durchschnitt der Rohrtour?

Ich würde vorschlagen mindestens 5 M Filterstrecke zu nehmen.

Im Raum Selfkant ( Kreis Heinsberg ) hatte ich vor einer Woche das gleiche Problem. 12 M gebohrt, ab 3 Meter schon Grundwasser. Dann Pumpe angeschlossen und innerhalb von 3 Minuten zog sie den Brunnen leer. Das heist eine Wassersäule von 9 M läuft nicht schnell genug nach, die Pumpe hatte eine Kapazität von 4 Kubikmetern die Stunde.
Das habe ich noch nie erlebt.

Grüsse Olaf

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marco-f
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Re: Wasser sackt plötzlich weg - Trennschicht durchbohrt!?

Beitrag von marco-f » Do 25. Jun 2020, 21:30

Plunschmeister hat geschrieben:
Do 25. Jun 2020, 19:48
Wenn du später die Rohrtour wieder in Höhe der Tonschichten mit Ton abdichtest, ist alles im grünen Bereich.
Wie soll ich das machen? :?: Ich teufe doch das Rohr direkt ab und oberhalb der Lehmschicht sind ja auch schon 3,5m Sand und Wasser. Da bekomme ich doch keinen Ton außerhalb meiner Rohrtour platziert!? Aktuell scheint sich ja der Ton auch an meine Rohrtour angeschmiegt und wieder verdichtet zu haben, so hätte ich das dann auch wieder erwartet wenn ich meine Rohrtour weiter in die Tiefe bringe.

Ollie1976 hat geschrieben:
Do 25. Jun 2020, 19:52
Wie lange ist Deine Filterstrecke? Und Durchschnitt der Rohrtour?

Ich würde vorschlagen mindestens 5 M Filterstrecke zu nehmen.
3m Filterstrecke bei 5" Rohrtour. Eine 5m Filterstrecke würde nicht viel bringen, da die "obere" wasserführende Schicht nur 3,5m stark ist.
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