Mein Brunnenprojekt - gravierende Fehler?

Grundwasseranfang in jeder Tiefe möglich
Antworten

Topic author
Lurchi
Beiträge: 3
Registriert: Do 21. Mai 2020, 11:28

Mein Brunnenprojekt - gravierende Fehler?

Beitrag von Lurchi » Do 21. Mai 2020, 19:08

Hallo liebe Brunnenbauexperten,

ich habe mich nun schon einige Tage intensiv mit dem Thema des Brunnenbauens auseinandergesetzt und den Entschluss gefasst, einen Bohrbrunnen bauen zu wollen. Zum einen verfolge ich das Ziel, ein wenig die Wasserkosten zu drücken, zum anderen ist es schlichtweg ein nettes Hobbyprojekt, welches mir Spaß bereitet. Wir hatten zuvor auf unserem Grundstück bereits vor einiger Zeit versucht, einen Rammbrunnen zu setzen. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings aufgrund von schlechten Materialien. Dieses Projekt brachte allerdings eine wichtige Kenntnis: Ab einer Tiefe von 4m ist mit Wasser zu rechnen, unser Grundstück liegt extrem tief in Flussnähe.

Zwecks Gartenbewässerung (ein Rasensprenger, ein Wasserschlauch – nicht parallel betrieben, 150 m² Grundstück) möchte ich nun wie folgt vorgehen:

1) 150mm Loch bohren (ein größerer Bohrer steht derzeit nicht zur Verfügung).
2) Setzen eines DN 125 Hilfsrohres.
3) Plunschen, plunschen, plunschen.
4) Setzen des 4“ (DN 100) Brunnenrohres. Die Länge entscheide ich situationsabhängig. Ich plane wie folgt: 0,5m Sumpfrohr, 2m Filterrohr, Rest Vollrohr.
5) Optionalerweise Füllung mit Filterkies.
6) Ziehen des Hilfsrohres.

Sollte eine Ansaugpumpe nicht ausreichen, so würde ich natürlich eine Tiefbrunnenpumpe verbauen, idealerweise 3,5“. Eine 4“ Pumpe in einem 4“ Brunnenrohr erscheint mir nicht ideal. Die Leistung sollte für meine sehr einfachen Verhältnisse hoffentlich ausreichen.

Die ursprüngliche Planung sah ein 4 ½" Brunnenrohr vor. Entsprechend hätte man allerdings ein DN 150 Hilfsrohr benötigt, welches schlecht in ein 150mm Loch passt. Einen größeren Bohrer könnte man natürlich schon auftreiben, ist aber erneut mit Zusatzaufwand verbunden. Ich frage mich, ob das mit Blick auf meine „sehr einfachen“ Verhältnisse lohnend ist.

Seht ihr bei dem obigen Vorhaben Probleme? Passt die Kombination aus 150mm Bohrer mit DN 125 Hilfsrohr und DN 100 Brunnenrohr? Habt ihr weitere Verbesserungsvorschläge?

Danke für euer Feedback und allen Vätern einen tollen Vatertag.
Benutzeravatar

Bohrbrunnen
Forum Admin
Beiträge: 2027
Registriert: Do 8. Aug 2013, 22:56

Re: Mein Brunnenprojekt - gravierende Fehler?

Beitrag von Bohrbrunnen » Do 21. Mai 2020, 19:49

Willkommen bei uns im Forum.

Nun wenn du mit Arbeitsrohren loslegst musst du ein 0,5 Meter Stück für das Sumpfrohr kaufen.
Du brauchst da Gewinde an beiden Seiten wegen der Bodenkappe.
Als Brunnenrohr empfiehlt es sich DN 115 zu nehmen. Bei 4" wird es eng im Rohr und nicht alle Pumpen passen.
Sonst kannst du ja berichten, wenn du am Arbeiten bist wie es läuft.
Gruß Manfred
Glück Auf!

Lieber Ratten im Keller als Verwandtschaft im Haus.

andreas kr
Beiträge: 27
Registriert: Mi 25. Mär 2020, 13:07
Wohnort: Frankfurt am Main

Re: Mein Brunnenprojekt - gravierende Fehler?

Beitrag von andreas kr » Do 21. Mai 2020, 20:01

Bevor Du Dir das 125er Hilfsrohr besorgst, würde ich erstmal mit dem Bohrer bis zum Wasser vorbohren. Normalerweise wird das Bohrloch beim Bohren etwas weiter und es könnte dann ggf. Auch ein DN150 reinpassen. Beim richtigen Händler bestellt, hast Du die Rohre am Folgetag vor der Tür stehen, verlierst also kaum Zeit. ;)

Topic author
Lurchi
Beiträge: 3
Registriert: Do 21. Mai 2020, 11:28

Re: Mein Brunnenprojekt - gravierende Fehler?

Beitrag von Lurchi » Do 21. Mai 2020, 20:25

Bohrbrunnen hat geschrieben:
Do 21. Mai 2020, 19:49
Willkommen bei uns im Forum.

Nun wenn du mit Arbeitsrohren loslegst musst du ein 0,5 Meter Stück für das Sumpfrohr kaufen.
Du brauchst da Gewinde an beiden Seiten wegen der Bodenkappe.
Als Brunnenrohr empfiehlt es sich DN 115 zu nehmen. Bei 4" wird es eng im Rohr und nicht alle Pumpen passen.
Sonst kannst du ja berichten, wenn du am Arbeiten bist wie es läuft.
andreas kr hat geschrieben:
Do 21. Mai 2020, 20:01
Bevor Du Dir das 125er Hilfsrohr besorgst, würde ich erstmal mit dem Bohrer bis zum Wasser vorbohren. Normalerweise wird das Bohrloch beim Bohren etwas weiter und es könnte dann ggf. Auch ein DN150 reinpassen. Beim richtigen Händler bestellt, hast Du die Rohre am Folgetag vor der Tür stehen, verlierst also kaum Zeit. ;)
Vielen Dank für euer Feedback und die begrüßenden Worte. Gute Hinweis! Nicht, dass ich es falsch verstehe: Das Sumpfrohr kommt auf das Brunnenrohr, es spielt also doch keine Rolle solange ich mit dem Arbeitsrohr arbeite. Dass ich es generell brauche, und zwar mit Gewinde auf beiden Seiten, habe ich verstanden. So war das Feedback gemeint, korrekt?

DN 115 als Brunnenrohr war mein Ziel. Hürde stellt allerdings der 150mm Bohrer dar (zumindest gehe ich davon aus). Das Bohrloch könnte kein DN 150 Hilfsrohr fassen. Ich werde aber den Rat befolgen und erst einmal loslegen. Eventuell passt das DN 150er Hilfsrohr ja doch - dann werde ich entsprechend ein DN 115 Brunnenrohr verlegen.

Davon mal ganz abgesehen: Ist der Unterschied zwischen 4" und 4 1/2" wirklich so gravierend? Wie zuvor von mir erwähnt, wird natürlich eine 4" Pumpe nicht ideal sein. Eine 3,5" Pumpe sollte es aufgrund des relativ kleinen Gartens doch aber vermutlich auch tun. Ich bin kein Pumpenexperte, aber einen großen Unterschied hinsichtlich der Fördermenge sehe ich nicht.

Gruß

andreas kr
Beiträge: 27
Registriert: Mi 25. Mär 2020, 13:07
Wohnort: Frankfurt am Main

Re: Mein Brunnenprojekt - gravierende Fehler?

Beitrag von andreas kr » Do 21. Mai 2020, 20:57

Lieber eine Nummer zu gross als eine Nummer zu klein, nach der Devise würde ich das Projekt angehen. Es können dirchaus Schwierigkeiten auftreten die eine gewisse Flexibilität erfordern. Von vornherein am Limit Arbeiten kann später für Frust sorgen, wenn kein Spielraum mehr besteht.
Benutzeravatar

Bohrbrunnen
Forum Admin
Beiträge: 2027
Registriert: Do 8. Aug 2013, 22:56

Re: Mein Brunnenprojekt - gravierende Fehler?

Beitrag von Bohrbrunnen » Do 21. Mai 2020, 23:42

Hilfsrohr, eine nicht so gebräuchliche Bezeichnung für Arbeitsrohr oder auch Schutzrohr.
Ich gehe auch einmal davon aus das du da nicht an KG Rohr denkst.
Du schreibst von einem 150er Bohrer. Wenn du mit dem Bohrst wird die Bohrung erfahrungsgemäß 2 bis 3 cm stärker.
Das 5" oder DN 125er Rohr hat einen Außendurchmesser von 140 mm, innen sind es 127 mm. Auch solltest du Rohre mit TNA Gewinde benutzen. Warum, Suchfunktion hier im Forum benutzen. :D
Also kein Problem bei deinem Werkzeug. Ich hoffe nur das dein Bohrer eine lange Wendel hat, so um die 60 bis 80 cm.
Sonst wird die Bohrung nicht lotrecht.
Schräg in den Boden getriebene Rohrtouren neigen gerne dazu zu brechen. Später rappeln dann die Pumpen da der Stelle und auch das bedeutet nichts Gutes für die Brunnenrohre und die Pumpe.
Auf keinen Fall zu groß bohren. Sonst schlackert das Rohr im Boden und es wird sich unter Belastung biegen. Wieder eine Bruchgefahr. Wer sowas empfiehlt, hat noch einiges an Erfahrung zu sammeln.
Gruß Manfred
Glück Auf!

Lieber Ratten im Keller als Verwandtschaft im Haus.

Topic author
Lurchi
Beiträge: 3
Registriert: Do 21. Mai 2020, 11:28

Re: Mein Brunnenprojekt - gravierende Fehler?

Beitrag von Lurchi » So 24. Mai 2020, 20:54

Sehr gut, vielen Dank für die Hinweise. Nach ein wenig weiterer Recherche habe ich beschlossen, erst einmal die Bohrung vorzunehmen. Alles weitere entscheide ich auf Basis des Ergebnisses. Möglicherweise erlauben die Zustände auch direkt ein Abteufen des Brunnenrohres (ohne Arbeitsrohr).
Antworten