Hauswasserwerk mit Gardena Comfort Hauswasserautomat 5000/5E

Installation im Brunnenbau
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Tiefbohrer
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Hauswasserwerk mit Gardena Comfort Hauswasserautomat 5000/5E

Beitrag von Tiefbohrer » So 2. Feb 2020, 20:37

Hallo zusammen,
Ich babe mich in letzter Zeit in das Thema Hauswasserwerk eingearbeitet, unter anderem hier im Forum, da ich planen meinen Hauswasserautomat in ein kleines Hauswasserwerk umzubauen.
Diesbezügliche wollte ich hiermal nach Feedback fragen
Nun zur Ausgangslage :
Wie schon in der Überschrift steht nutze ich aktuell einen Gardena Comfort Hauswasserautomat 5000/5e mit dem ich sehr zufrieden bin. Allerdings nervt es mich das immer wenn ich den Wasserhahn im Garten öffne die Pumpe angeht.
Der Brunnen ist übrigens geschlagen.
Deshalb zu meinem Plan.

Ich beabsichtige die Gardena wie folgt zu erweitern:
1x 5 Wege Ventil

1x Manometer z. B

1x (so kann ich die Gardena am einfachsten anschließen und muss nichts elektrisches machen )

1x Panzerschlauch
1x Membrankessel 100l, hier frage ich mich noch Kupfel, Edelstahl oder Stahl. Was meint ihr?

Soweit zu meinem Plan. Was sagen die Experten dazu? Danke schon am im Vorfeld.
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Moister
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Re: Hauswasserwerk mit Gardena Comfort Hauswasserautomat 5000/5E

Beitrag von Moister » Di 4. Feb 2020, 16:34

In einem anderen Beitrag habe ich über eine Gardena-Pumpe gelernt:
Pumpe schaltet ab wenn Maximaldruck erreicht ist (kein Wasserfluß mehr am Durchflußsensor).
Wenn Wasser entnommen wird schaltet sie wieder ein wenn der Minimaldruck erreicht ist (eingebauter Drucksensor).

Wenn das bei deinem Modell genauso ist:
- T-Stück am Pumpenausgang
- am zusätzlichen Abgang des T-Stücks den Panzerschlauch zum Druckbehälter
- es muss sichergestellt sein dass nach dem Abschalten der Pumpe das Wasser nicht vom Druckbehälter zurück durch die Pumpe gedrückt wird, ggfs. Y-Rückschlagventil an Pumpensaugseite verbauen (werksseitig in Pumpen verbaute Plastikkappen-Rückschlagventile sind oft nicht dicht).

Das Schaltverhalten ist damit wie immer, nur dass du nach dem Abschalten der Pumpe soviel Wasser aus dem Druckbehälter entbehmen kannst, bis der Minimaldruck die Pumpe wieder einschaltet.
Ich würde dir einen Absperrhahn am Druckbehälter empfehlen, denn sonst läuft dir jedesmal wenn du die Verrohrung aufmachst das komplette Wasser raus (bis der Druck abgebaut ist).

Statt des T-Stücks kannst du auch ein 5wege-Verteilerstück einsetzen und ein Manometer verbauen (ich finds schön zur Kontrolle).
(da brauchst du halt noch einen Blindstopfen)
Oder du baust ein T-Stück mit Manometer an den Druckbehälter.
Den Druckschalter brauchst du nicht. (Solltest du den verbauen würdest du ziemlich sicher etwas komisches Ein-/Ausschalten haben weil sowohl der externe als auch die eingebauten Ab- und Einschaltgrenzen wirksam werden).

Druckbehälter: Unter 100l macht es aus meiner Sicht fast keinen Sinn. Ich fahre mit meinem 100l sehr gut. Überlege ob du einen liegenden oder stehenden willst oder hinstellen kannst/musst. Und der Flansch auf dem der Wasserzufluss ist sollte aus Edelstahl sein, es welche die einen Flansch aus Stahlblech haben und da hört man oft dass die rosten. Und ich würde einen 10bar nehmen, den wirst du wohl niemals, auch wenn du dich blöd anstellt, mit Wasserüberdruck zum Platzen bringen.
Schöne Grüße.
Roland
"Nur die Harten bohren im Garten!"
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Tiefbohrer
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Re: Hauswasserwerk mit Gardena Comfort Hauswasserautomat 5000/5E

Beitrag von Tiefbohrer » Di 4. Feb 2020, 21:35

Hallo und Danke erstmal für die Rückmeldung,
Wenn ich jetzt alles richtig verstanden habe verbaue ich am Pumpenausgang ein 5 Wege Verteiler oder T-Stück. Dort die Verbindung zum Druckkessel mit Panzerschlauch und Absperrventil am Druckkessel. Zusätzlich noch ein Rückschlagventil an der Ansaugseite um den Druck zu gewährleisten.
Heist dann also wenn der Wasserhahn auf ist und aus dem Gesamtsystem der Druck bis zum Minimaldruck fällt wird wieder gepumpt.

Die Pumpe kann ich hinsichtlich Einschaltdruck einstellen, also ist ein Druckschalter verbaut. Den Einschaltdruck kann ich zwischen 2, 0 und 3,2bar einstellen. Werksseitig also aktuell bei 3,2 bar. Maximaler druck ist bei 5 bar.
Beim geplant System würde ich den Einschaltdruck auf 2,0 bar einstellen, dadurch kann ich dann ja am meisten Wasser aus dem Druckkessel nehmen. Richtig?

Nun zum Kessel. Hier würde ich den Vordruck auf 1,8 bar einstellen und den Rest regelt dann ja der verbaute Druckschalter der Pumpe.Auch richtig?

Die Idee mit dem Absperrhahn und dem 10bar Kessel finde ich gut und werde ich auf jeden Fall machen. Beim Kessel passt bei mir ein liegender 100l Tank und ich werde auf Edelstahl achten zwecks Rostverhinderung.
Zum Druckkessel noch folgende Frage: Muss ich das Wasser immer ablassen zur Druckbefüllung also Luft nachfüllen? Insbesondere Vorduckkontrolle?
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Moister
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Re: Hauswasserwerk mit Gardena Comfort Hauswasserautomat 5000/5E

Beitrag von Moister » Mi 5. Feb 2020, 08:14

Tiefbohrer hat geschrieben:
Di 4. Feb 2020, 21:35
Heist dann also wenn der Wasserhahn auf ist und aus dem Gesamtsystem der Druck bis zum Minimaldruck fällt wird wieder gepumpt.
Wenn das bei deiner Gardena auch so ist. Ja.
Das weiss ich jetzt natürlich nicht selber... aber laut deiner Beschreibung ist es ja so.
Tiefbohrer hat geschrieben:
Di 4. Feb 2020, 21:35
Beim geplant System würde ich den Einschaltdruck auf 2,0 bar einstellen, dadurch kann ich dann ja am meisten Wasser aus dem Druckkessel nehmen. Richtig?
Tiefbohrer hat geschrieben:
Di 4. Feb 2020, 21:35
Muss ich das Wasser immer ablassen zur Druckbefüllung also Luft nachfüllen? Insbesondere Vorduckkontrolle?
Es gibt dazu die goldene Regel "Einschaltdruck Pumpe x 0,9".
Wenn du einen Markendruckbehälter kaufst wird da eine Bedienungsanleitung und ein Diagramm dabei sein.
Mein Varem (und viele andere Druckbehälter auch) werden mit einem Druck von 2bar ausgeliefert. D.h. es ist Druck drauf (OK, muss sein=) und die 2bar sind nicht so verkehrt bei einer Pumpe, die 5bar schafft.
Mach dir erstmal keinen Affen, schließ den Krempel an, schau zu dass es dicht ist und läuft. Warum? Weil es im Betrieb viel einfacher ist zu kapieren was sich da eigentlich tut.
Um es kurz zu machen:
Im Druckbehälter sind zwei Volumen getrennt voneinander:
Der Ballon, in den durch einen Anschluß Wasser gepumpt wird.
Der restliche, nicht vom Ballon ausgefüllte, Innenbereich des Druckbehälters, der mit Luft gefüllt ist. Dieser Bereich hat ein Ventil um Luft reinzupumpen oder um Druck abzulassen.
Der Ballon ist das Teil, das sich in dem Druckbehälter bewegt weil er sich ausdehnt oder zusammenzieht... je nachdem wie das Druckverhältnis zwischen dem Wasserdruck und dem Luftdruck ist.
Wenn du den Druckbehälter mit 2bar Vordruck geliefert bekommst, ist der Anschluss fürs Wasser offen, deswegen drückt der Vordruck den Ballon komplett leer. Der hängt leer und zusammengequetscht am Wasseranschlußflansch!
Wenn die Pumpe angeschlossen ist und du schaltest ein, wird der Ballon mit Wasser gefüllt, dehnt sich aus und drückt die Luft zusammen. Und zwar solange bis Kräftegleichgewicht zwischen dem Wasser und der Luft herrscht. Wenn das Wasser den Ballon mit einem bestimmten Druck "aufbläst", steigt dadurch der Druck der Luft.
Deine Pumpe pumpt und pumpt... der Wasserdruck steigt, der Ballon wird im Druckbehälter immer größer... die Luft wird immer weiter zusammengedrückt und der Luftdruck steigt... bis die Pumpe nicht stärker Pumpen kann. Bei 5bar ist bei dir Ende und die Pumpe schaltet ab (wenn es so ist wie ich es im ersten Post für andere Gardenas geschrieben habe kann die Pumpe kein Wasser mehr "in die Leitung" drücken, der Flußsensor steht still... Motor aus).
Jetzt bewegt sich im Druckbehälter nichts mehr. Keine Bewegung bedeutet Kräftegleichgewicht und das bedeutet das die Luft im Druckbehälter mit 5bar gegen die 5bar Wasserdruck drückt.
Das bedeutet aber nicht, dass der Druckbehälter zu 50% mit Wasser gefüllt ist! Es ist mehr Wasser drin.
Sollte bei deinem Druckbehälter ein Diagramm dabei gewesen sein könntest du es anhand des Diagramms ablesen. Oder du läßt den Druckbehälter volllaufen bis die Pumpe aus geht, ziehst den Netzstecker und entnimmst solange Wasser bis der Einschaltdruck erreicht ist.
Wenn alles läuft kannst du immer noch auf "Einschaltdruck Pumpe x 0,9" einstellen.
Alles easy wenns mal läuft!

Warum der Roman? Wenn mans mal verstanden hat was da passiert, macht man sich keinen Kopf mehr.
Der richtige Vordruck sorgt im Betrieb dafür, dass sich der Ballon beim Entleeren nicht komplett zusammendrückt (wenn der Vordruck das Wasser aus dem Ballon drückt) und...
Dass sich der Ballon beim Befüllen nicht zu weit (im ganzen Gehäuse) ausdehnt. Das würde zwar nur bei geöffnetem oder abmontiertem Luftventil funktionieren und er geht davon auch nicht kaputt (hier kommen die 10bar Maximaldruck ins Spiel, die der Druckbehälter aushält). Aber ohne und mit zu geringem Vordruck wird das Wasser auch mit geringem Druck rausgedrückt und meistens will man einen Wasserstrahl mit ausreichend Druck beim Gartengießen.

Und ja, du musst den Wasserdruck wegnehmen um den Luft-Vordruck einstellen zu können!
Deswegen schadet es nicht sich ein paar Gedanken über die Installation zu machen.

Hier ein Bild meiner Konstellation mit ein paar Bemerkungen.
Das wird natürlich bei dir etwas anders sein aber ich will dir nur was erzählen warum ich das so gemacht habe (und vielleicht schreiben dir auch noch andere warum sie was anders gemacht haben oder du findest was Besseres im Netz, auch Hersteller, etc bieten Skizzen und Pläne an wie sowas ausschauen kann).
Mal dir auf wie es bei dir ausschauen soll und überlege was man ggfs mal wegbauen müßte wenn was kaputt ist. Schreibe zu allen Teile an alle Anschlussmöglichkeiten die Größe des Gewindes und ob es ein Innen- oder Außengewinde ist, damit passiert dir kein Fehler beim Bestellen!

Bei mir hängt der Druckbehälter auch an einer Stichleitung, d.h. das Wasser kommt von "rechts unten" von einem T-Stück zwischen Pumpe und Gartenpipeline.
Dann kommt:
- ein T-Stück mit einem Wasserhahn (da kann man einen Schlauch anschließen, Wasserdruck ablassen, mit Druckluft die Leitungen vorm Winter ausblasen)
- ein Absperrhahn (als Abschluß wenn ich den ganzen anderen Mist wegen irgendetwas demontieren müßte, oder wenn man das Schaltverhalten der Pumpe testen will... ohne das man den Druckbehälter jedsmal entleeren und befüllen muß)
- der Panzerschlauch (der hat auf einer Seite einen 90Grad Winkel, dabei ist zu beachten dass sich dieser Winkel mitdreht wenn man die andere, gerade Anschlußseite montiert! Aus diesem Grund muß man solch einen Schlauch immer zuerst an der geraden Seite montieren und zusehen dass das abgewinkelte Ende passend "hingedreht" ist)
- 5wege Adapter (Panzerschlauch, Druckschalter, Druckbehälter, Manometer, Endstopfen)
- nach unten kommt ein T-Stück mit einem Hahn (zum Wasserablassen zwecks Luftvordruckprüfung oder wenn der Druckbehälter demontiert werden soll... voll ist der so schwer. )
- Absperrhahn (zum Separieren des Druckbehälters... Betrieb des ganzen Systems incl. Druckschalter aber ohne Druckbehälter)

Bild
Schöne Grüße.
Roland
"Nur die Harten bohren im Garten!"
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Re: Hauswasserwerk mit Gardena Comfort Hauswasserautomat 5000/5E

Beitrag von Tiefbohrer » Mi 5. Feb 2020, 20:23

Hey danke für die Antwort, die super Erklärung und die ganzen Impulse. Habe mir deinen Eintrag zu deinem Bau auch angeschaut. Werde jetzt erstmal damit beginnen wie du empfohlen hast alles aufzuzeichnen und zu beschreiben.
Werde mich zwischenzeitlich dazu wieder melden.
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