Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung


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Toenne
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Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Toenne » Fr 10. Aug 2018, 18:41

Ich stehe vor einem komischen Problemchen. Nachdem ich zunächst bis unter die Grundwassergrenze hinaus gebohrt hatte sollte nun meine DIY Kiespumpe zum Einsatz kommen. System Rosenberger, allerdings beim Kolben abgewandelt. Der ist ein Stahlrohr mit 70mm Aussendurchmesser (Kiespumpen-Innendurchmesser 80mm, also rundum 5mm Platz) und 15mm Wandstärke, Länge etwa 100mm. Oben ist ein Flacheisen mit Innengewinde für die Kolbenstange eingeschweisst und das Ganze dann plan überfräst. Darauf sitzt eine Gummidichtung Dicke ca. 2mm aus dem Sanitärbedarf, von oben zusätzlich durch eine fette Unterlegscheibe D ca. 50mm gestützt. Beim Saugen liegt die Dichtung somit auf der Kolbenwandung und dem Flacheisen auf, beim Absenken kann sie nach oben nachgeben und das Wasser am Rand des Kolbens und durch sein Inneres zurückströmen.
Nun das Merkwürdige: Für erste Versuche hatte ich mich einfach mit meinen mörderischen 75kg Lebendgewicht auf die Holzzange gestellt und die Pumpe direkt gezogen. Nach 3-4x pumpen habe ich jeweils ca. 20cm Sand hochbefördert. Stinknormaler Sand, nicht zu fein und nicht zu grob. Keine Steinchen oder ähnliches.
Nachdem das wunschgemäss funktionierte habe ich begonnen ein Dreibein, zu bauen, eine Seilrolle, und Pflastersteine als Ballast für die Holzzange vor Ort zu schlichten.
Dann habe ich heute mein Glück erneut probiert, und nachdem ich beim ersten Versuch vielleicht 5cm Sand in der Pumpe hatte fördere ich seitdem schlicht gar nichts mehr!
Meine geologischen Kenntnisse sind arg begrenzt, daher mal eine dumme Frage: Kann es sein dass ich beim ersten Versuch gerade exakt bis zu einer Grenzschicht Sand/Ton gekommen bin und nun halt an der Tonschicht anstehe? Verlaufen solche Schichtwechsel wirklich derart abrupt dass sich innerhalb von 5cm plötzlich nix mehr tut?
Leider habe ich keinen Bohrer um mal testweise in Rohr zu bohren, daher bin ich gerade etwas ratlos.

Danke!

Gruss
Toenne

Edit: Spielt zwar gerade eher keine Rolle, aber die Ballastierung beträgt z.Zt. ca. 100kg.

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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon peer100 » Fr 10. Aug 2018, 19:32

Hallo Toenne,

War auch sofort mein erster Gedanke! Klar
sind Schichtwechsel deutlich begrenzt, besonders im Wechsel Sand zu Ton.
Du könntest mit zb einer Eisenstange oä mal richtig stochern, dann bleibt der Ton/Schluff
eigentlich an der Spitze dran.
Gruß

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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Toenne » Sa 11. Aug 2018, 00:54

Dann muss ich mal schauen dass ich mir ein entsprechendes Gestänge zurechtdengel. Ist dort wirklich Ton dann werde ich das Projekt wohl beerdigen.

Gruss
Toenne

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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Toenne » Sa 11. Aug 2018, 14:21

So, habe mal mit dem Gestänge meines Erdbohrers ein wenig rumgepopelt: Tatsächlich grauer Lehm/Ton. Habs mal auf einer Tiefe von ca. 20cm ein wenig aufgelockert und bin dann wieder mit der Kiespumpe ran, inzwischen fördere ich zentimeterweise ein Sand/Ton-Gemisch und das Rohr geht mit jedem Pumpvorgang ein 2-3 Zentimeter tiefer. Noch ist also nicht Schluss, mal schauen was mich noch erwartet.

Im Web habe ich Infos zu zwei Bauvorhaben in relativer Nähe gefunden. Das eine liegt knapp 1.5km nördlich und dort war von einem Grundwasserspiegel von "in allen Bohrungen zwischen 1,02m und 1,21m unter der Geländeoberkante" die Rede, das andere ist <1km westlich und dort heisst es "mitteldicht bis dicht gelagerte, nichtbindige bis bindige Sande; im Gründungsbereich war eine breiig/weiche Tonlage zwischengeschaltet; Grundwasserspiegel etwa 2 m unter Gelände".
Ich bin bei etwa 2.8m Meter auf Wasser gestossen, daher war ich ganz optimistisch. Nur was heisst jetzt diese "breiig/weiche Tonlage" die es ja offensichtlich auch bei mir gibt? Eigentlich doch dass mein Wasser gar kein Grundwasser ist sondern Oberflächenwasser hätte ich jetzt mal vermutet?

Gruss
Toenne

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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Toenne » So 12. Aug 2018, 14:18

Alles Käse...
Gestern habe ich gerade mal ~60cm geschafft, wobei zum Schluss letztlich praktisch gar nix mehr ging.
Bei der grauen Schicht habe ich immer wieder mal den Gartenschlauch mit einer Spitze dran ins Rohr abgelassen und damit etwas rumgestochert, danach konnte ich dann jeweils mehrmals eine gute Handvoll Material herausholen und das Rohr rutsche jeweils 2-3cm nach. Dabei habe ich den Kiesbohrer auch wie einen Plunscher benutzt und immer wieder komplett ca. 0.5 - 1m angehoben und herunterfallen lassen, das hat dann wohl jeweils etwas Material ins Rohr gedrückt. Mühsam, aber immerhin gings weiter.
Jetzt stehe ich auf einer ockerfarbenen Tonschicht, durchsetzt mit kleinen Steinchen. Und die ist zäh wie Bolle, kein Vorwärtskommen, auch der Schlauch bewirkt nichts mehr.
Generell wäre ja jetzt ein Edelmanbohrer angesagt, habe ich aber nicht und müsste ich erst bauen. Wobei der schon nicht mehr ganz so einfach anzufertigen ist, bei hinreichender Materialstärke das alles - speziell die Spitze - halbwegs in die richtige Form zu biegen ist mit Hobbymitteln schon einer Herausforderung. Und mal eben weitere 100EUR für ein Experiment mit weiterhin offenen Ausgang zu investieren widerstrebt mir auch irgendwie.
Bevor ich mir das antue würde mich interessieren was mich überhaupt für eine Schichtdicke erwartet. Meine Idee nun: Ich habe noch einen arbeitslosen 20mm Holzschlangenbohrer in meinem Fundus gefunden den ich ohnehin nicht mehr verwenden werde. Den würde ich nun an ein 25er Rechteckrohr schweissen (~ 1m, weil ebenfalls vorhanden) und selbiges dann an das 30er Rechteckrohr meines Erdbohrgestänges anpassen. Und dann eine Probebohrung im Rohr versuchen um vielleicht rauszubekommen, wie tief ich müsste.
Erfolgversprechend?
Mein Problem ist dabei noch folgendes: Die Bohrstelle liegt zwischen Bäumen (war halt räumlich die beste Stelle), und das macht das Hantieren mit einem langen Bohrgestänge echt zur Qual. Auch mein Dreibein kann ich dadurch nicht mal eben an die Seite stellen um besser bohren zu können, das ist alles ein wenig umständlich. Also immer zwischen Bohrer und Kiespumpe wechseln wird irgendwie auch nix, da verwende ich mehr Zeit für das Drumherum als fürs Bohren selbst. Ich sollte also schon möglichst gleich mit dem Bohren zu einem Ergebnis kommen um dann mit dem Kiesbohrer weiterzumachen.

Ach ja, noch eine Frage zum Edelmanbohrer: So eine Bohrer sollte vermutlich annähernd den Durchmesser des Rohrinnendurchmessers haben, korrekt? Bei meinem DN115 Rohr also irgendwas um die 90-95mm? Oder darf dieser ruhig ein gutes Stück geringer sein? Ich habe so ein wenig Zweifel dass das Rohr dann den Ton nach innen drücken und weiterrutschen kann?

Danke!

Gruss
Toenne
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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Plunschmeister » So 12. Aug 2018, 15:17

Hallo Toenne,
mit einem Edelman-Bohrer wirst du da auch nicht weiter kommen. Hier kannst du einen Riverside verwenden, dieser ist auch einfacher zu bauen:

Riverside-Bohrer kaufen

Riverside-Bohrer

Der Bohrer sollte gerade so in das Brunnenrohr passen.
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
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Gruß PM

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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Toenne » So 12. Aug 2018, 15:27

Hallo!

Jetzt bin ich irritiert: Ich dachte für solchen zähen Ton/Lehm wäre der Edelmanbohrer der richtige derweil der Riversidebohrer für trockenen Lehrm wäre? -> viewtopic.php?f=11&t=155#p700
Wie gesagt, das Rohr steht ja voll Wasser und der Ton ist auch komplett nass. Nur eben recht fest und zäh.

Danke!

Gruss
Toenne
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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Plunschmeister » So 12. Aug 2018, 15:43

Toenne hat geschrieben:Hallo!

Jetzt bin ich irritiert: Ich dachte für solchen zähen Ton/Lehm wäre der Edelmanbohrer der richtige derweil der Riversidebohrer für trockenen Lehrm wäre? -> http://www.brunnen-forum.de/viewtopic.p ... t=155#p700
Wie gesagt, das Rohr steht ja voll Wasser und der Ton ist auch komplett nass. Nur eben recht fest und zäh.

Danke!
Gruss
Toenne

Ach so, dann habe ich das falsch verstanden :oops: .
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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Toenne » So 12. Aug 2018, 17:03

Null Problemo ;)

Nur was hälst du von meiner Idee?
Noch etwas konkreter: Ich möchte mit dem Holzschlangenboden gar keine Proben nach oben befördern, die würde das Wasser sowieso gleich wieder runterspülen. Meine Idee wäre bohren, ein Stück rausziehen, den Bohrer im Bohrlochwasser hin und herwackeln um den Lehm abzuspülen, wieder bohren...und das Ganze so lange bis sich irgendwie das Bohrgefühl ändert. Im Lehm/Ton sollte der Bohrer ja mit zähem Widerstand gleichmässig weitergehen, fast wie mit einem Gewinde. Würde ich die Schicht durchbrechen dann gehts evtl. nicht mehr ganz so vorwärts und es fühlt sich 'kratziger' oder wie auch immer an. Dann die Tiefe markieren, Gestänge raus, und nachmessen.
Ist jetzt erstmal eine reine Kopfgeburt - könnte das klappen?

Gruss
Toenne
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Re: Kiespumpe: Plötzlich Null Förderung

Beitragvon Plunschmeister » So 12. Aug 2018, 20:08

Normalerweise sollte der Bohrer im Durchmesser größer sein, als der Gestänge-Durchmesser. Ansonsten würde eine Sondierungsbohrung schon Sinn machen.
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