1. Rammbrunnen erfolglos - was tun

Erstellung nur bis zu einem Grundwasseranfang bis zu 6m möglich
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moriturus
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1. Rammbrunnen erfolglos - was tun

Beitrag von moriturus » Sa 9. Jan 2021, 19:23

Hallo zusammen,

ich nutze die "Winterpause" mal um Rat zu fragen.

Ursprünglich hatte ich vor einen Bohrbrunnen zu erstellen (siehe http://brunnen-forum.de/viewtopic.php?f=7&t=2139). Zwischen 3,90m und 4,20m unter GOK kam das Wasser (Wasserstand schwankte in den letzten Woche etwas). Dann habe ich im Rohr weitergebohrt, bis bei 4,40m Schluss war, weil das Rohr an einem größeren Stein festhing, der sich nicht lösen ließ und teilweise auch über das Rohr hinausging. An einer Stelle kam ich aber an dem Stein mit dem 5cm Bohrer vorbei und - ohh Wunder - konnte den Bohrer bis ca. 5,5m reindrehen (es war also kein größerer Stein mehr vorhanden, sonst wäre ich nicht so tief gekommen). Das bohren war sehr schwer, auch beim rausdrehen, aber es ging. Also hatte ich entschlossen einfach einen Rammbrunnen zu machen. 6m (4,8m Rohr und 1,2m Filter) habe ich reingerammt. Bis 5,0m unter GOK habe ich mit dem 1,5kg Fäustel gerammt. Das wurde dann ziemlich anstrengend, der Fortschritt war ziemlich gering, so dass ich den Rest mit einem 25kg/65J Abbruchhammer bis 5,9m unter GOK reingerammt habe (also 10cm war das Rohr noch oberhalb der GOK).
Dann habe ich den Gartenschlauch in das Rohr gesteckt. Bin bis 5,7m in das Rohr reingekommen (also bis 5,6m unter GOK) und habe es ausgespült. Das Wasser blieb quasi im Rohr stehen. Nach 1h war der Wasserspiegel vielleicht um 10-20cm gefallen. Dann habe ich mit Druck gegengespült, was sehr langsam ging. Dann Pumpen mit der Schwengel Pumpe. Die Schwengelpumpe hat ordentlich Unterdruck aufgebaut, der Schwengel ging schwer und schnepperte zurück, aber die Wasser Ausbeute war sehr mager. Nach 2 Wochen immer mal wieder Pumpen habe ich für die ersten zwei 10l Eimer 5-6min gebraucht und ab dem dritten 10-12 min (das Pumpen ging schwer) - 50-120l/h..... Auch konnte ich noch am Rohr vorbeischauen und das Wasser im Loch sehen, was während des Pumpens nur 5cm absank. Also war ich der Meinung, dass der Filter schon komplett in einer Lehm/Lössschicht steht und ich das Rohr wieder etwas hochziehen sollte. Das war deutlich schwieriger als erwartet (das Rohr war ja eigentlich nur 1,6m im Erdreich - von 4,4 bis 6,0 unter GOK). Nach mehreren Versuchen (1 defekter Wagenheber ca. 1,2t Belastung; gerissenes Seil) hat es schließlich mit 2t Hydraulik Wagenheber und mit 3:1 Hebelarm geklappt. Das Rohr ist bei 4,8m an der Muffe gebrochen... Das Filterrohr steckt also noch da unten. Das 4,8m Rohr ist draußen.

Was also nun?? Die wasserführende Schicht oberhalb des "Lehms" scheint ziemlich dünn zu sein, da das Filterrohr ja von 5,0m bis 6,0m reichte.

Ich überlege ob ich mir ein neues Filterrohr kaufe und erneut einen Rammbrunnen reinramme (diesmal aber nur bis 5,5/5,7m). Ich müsste noch ein paar cm daneben das Rohr reinrammen können.

Oder

Ob ich das Loch erweitere und neben dem eingerammten Rohr doch einen Bohrbrunnen versuche. Den Stein bei 4,4m müsste ich bei niedrigem Wasserstand auch ohne Rohr wegbekommen. Aufgrund der vielen Steine will ich kein neues Loch bohren, aber erweitern sollte funktionieren (für 4m neues Loch brauche ich bei den vielen großen Steinen ca. 2 Wochen Vollzeit).

Wie würdet ihr weitermachen? Danke schonmal für Eure Hilfe.


Grüße, moriturus

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moriturus
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Re: 1. Rammbrunnen erfolglos - was tun

Beitrag von moriturus » Sa 9. Jan 2021, 20:10

Was ich vergessen hatte:

Bei mir wollte kein Brunnenbauer einen Brunnen reinrammen (und auch nicht Bohren; Mittlerweile habe ich aber einen Brunnenbauer mit schwerem Gerät gefunden; vmtl. Rollmeißel, der aber >3000€ haben will), wegen der Steine. Nachdem ich aber 4,4m vorgebohrt hatte, hat sich ein Brunnenbauer bereit erklärt einen Rammbrunnen zu erstellen. Er wollte dafür aber noch 1000€ haben und da dachte ich, dann kann ich den Rest auch selbst machen (ist nun aber doch mehr Aufwand als gedacht....). Der Brunnenbauer nimmt aber keinen Rammfilter mit Innenfilter, sondern gar keinen Filter - also ein Rohr mit 8? mm Löchern ohne Filter. Ob das bei meinem Bodenverhältnissen funktioniert hätte, fällt mir schwer zu glauben. Oder was meint ihr? Nachfolgend noch die Bohrprofile aus der Umgebung.

Es gibt einen Ramm-Brunnen ca. 30m nördlich von meinem Bohrloch, der ist 5,5m tief. Welches Material dort verbaut ist, ist unbekannt.

Folgende Bohrprofile gibt es bei mir in der Nähe (das 2te habe ich leider erst im Nachhinein von einem Nachbarn bekommen)

1) ca. 40m östlich
0,00-0,10 m Asphalt
0,15-0,40 m A: Mittel-Grobkies, Bitukies, grau-schwarz
0,40-1,30 m A: Schluff, sandig, kiesig, Ziegel, Bauschutt, trocken
1,30-4,00 m Grobkies, sandig, stark steinig, trocken
4,00-4,80 m Grobkies, sandig, stark steinig, nass
4,80-6,00 m Gneiszersatz, sandig, schluffig, steinig, verbacken, nass
E.T.

2) ca. 30m westlich (Erdwärmebohrung)
Bild

Viele grüße
moriturus
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Plunschmeister
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Re: 1. Rammbrunnen erfolglos - was tun

Beitrag von Plunschmeister » Mo 11. Jan 2021, 09:26

Moin,
mit dem Vorschlaghammer treibt man keinen Rammbrunnen ein :mrgreen: .

Die Idee mit den 8 mm Bohrlöchern in einem Rohr ist gar nicht so abwegig. Aber so wie du es beschrieben hast, ist die Grundwassermächtigkeit eher zu gering.
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
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Gruß PM
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