Frage zur Bohrtiefe

Grundwasseranfang in jeder Tiefe möglich

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6abs5
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Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon 6abs5 » So 20. Mai 2018, 19:55

Hallo ins Forum,

Ich heiße Manfred, bin 44 Jahre alt und komme aus Oberhausen. Ich wende mich mit folgender Frage an Euch:

Ich will mir im Garten einen Bohrbrunnen erstellen um das Wasser in den Sommermonaten zum Sprengen der Rasenfläche (400qm) zu nutzen.

Dazu hab ich folgende Frage:

Ein Nachbar hat auf dem Boden seines Kellers 5 Schachtringe a 40cm = 2m in den Boden gesetzt. Er hat dort idR einen guten Wasserpegel, der allerdings in den Sommermonaten mit langen Trockenzeiten nach Entnahme von 2-3 Gießkannen ewig braucht um wieder genutzt werden zu können.

Vom normalen Bodenniveau ist er in Summe ca 5m tief (ca 3m Keller + 2m Schachtringe).

Da in 5m schon Wasser anliegt, kann man jetzt davon ausgehen wenn man 8-10m bohrt, das dies auf alle Fälle ausreichend ist? Oder hat er hier nur Sickerwasser und gar nicht das richtige Grundwasser?

Und noch eine andere Frage:
Kann es sein das der Grundwasserspiegel 65m tief liegen kann? Diese Info hab ich vom Hörensagen, hab es aber mangels Interesse vor langer Zeit nie verfolgt.

Danke für Eure Antworten
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Plunschmeister
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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon Plunschmeister » So 20. Mai 2018, 20:06

Hallo und willkommen im Forum.
Da in 5m schon Wasser anliegt, kann man jetzt davon ausgehen wenn man 8-10m bohrt, das dies auf alle Fälle ausreichend ist? Oder hat er hier nur Sickerwasser und gar nicht das richtige Grundwasser?

Das hängt vom Grundwasserleiter und von den Bodenverhältnissen ab. Ein Schachtbrunnen lebt sozusagen vom Speichervolumen.
Der GWl kann natürlich auch 65 m tief liegen, kommt darauf an, in welcher Gegend du bohrst.
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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon 6abs5 » So 20. Mai 2018, 22:10

Hmm danke für die Antwort.

Also ich wohne in Oberhausen (Flachland). Der Nachbar sagte mir mal das er einen Rammbrunnen bauen wollte er aber durch eine in ca 5m Tiefe befindliche Lehmschicht nicht durchkam, und er es dann eben bei diesen Schachtringen belassen hat.

Aber was hat er denn jetzt für ein Wasser in seinem Schachtbrunnen? Ist das Grundwasser, oder wie nennt man das sonst?

Ich hätte großen Bock einfach mal drauflos zu bohren um zu gucken was passiert :)
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Plunschmeister
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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon Plunschmeister » Mo 21. Mai 2018, 08:32

Hallo,
Aber was hat er denn jetzt für ein Wasser in seinem Schachtbrunnen? Ist das Grundwasser, oder wie nennt man das sonst?


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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon 6abs5 » Mi 23. Mai 2018, 20:44

Danke für den Link!

Ich hab jetzt mit jemanden von der Stadt gesprochen. Dort sagte man mir es gebe für meinen Wohnort keine genauen Angaben zum Grundwasserspiegel und auch keine Grundwassermesstelle. Im zweiten Satz sagte man aber das das angrenzende Neubaugebiet Probleme mit dem (hohen) Grundwasser hat. Das klingt für mein Vorhaben gut.

Ich hab mich jetzt zwar etwas eingelesen und YT-Videos angesehen, aber so ganz sicher bin ich mir noch nicht mit der Vorgehensweise.

1) Zumächst bohre ich mit diesem Handbohrer so tief, bis ich auf Wasser (feuchte Erde/Sand) stoße.
2) Dann kommt der Bohrer weg und ich schraube das spätere Brunnenrohr zusammen und führe es in das Loch bis es 1m oben rausschaut. Frage hier: Sollte das untere im Loch befindliche letzte volle Rohrstück immer 0,5m lang sein? Oder gibts da Unterschiede?
3) Wenn ich es richtig verstanden habe sollte man 2-3m Filterrohr verwenden, der Rest dann Vollrohr. Rechne ich das zusammen komme ich auf folgendes:
a) Grundwasserstand erreicht (Tiefe = noch unbekannt)
b) 2-3m sollte der Filter unter dem Grundwasserpegel liegen
c) Sprich sobald man auf Grundwasser stößt muss man noch 4-6m plunschen um die endgültige Tiefe zu erreichen?
Ist das so richtig?
4) Der Spalt zwischen Bohrung und Rohr, wird dieser komplett mit Füllkies aufgefüllt, oder nimmt man hier verschiedenes Füllmaterial?

Danke.
Manfred
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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon Bohrbrunnen » Mi 23. Mai 2018, 22:43

Na Manfred vielleicht mal was grundlegendes.
Ich gehe mal davon aus das du einen Bohrbrunnen haben möchtest.
Daher solltest du mal in unserem Brunnen-Pedia vorbei schauen.
Da sind die meisten deiner Fragen schon beantwortet und die Vorgehensweise erklärt.
Hier dann nur mal knapp.
Bohren mit Schneckenbohrer bis zum Grundwasser.
Tiefer geht nicht weil das Bohrgut dann von der Schnecke rutscht.
Von da an wird geplunscht.
Egal was du für eine Pumpe benutzen möchtest, der Aufbau ist immer gleich.
Ab GW musst du MINIMUM (!) mit Vollrohr 4 Meter tiefer, dann noch 2 Meter Filter plus das Sumpfrohr.
Die Pumpe, oder das Steigrohr kommt in den Meter über den Filter.
Weitere Wasserdeckung brauchst du wegen der Wassersenkung beim pumpen und um einen Grundwasserschwankungen auszugleichen.
Du brauchst Holzklammer, Dreibock und Winde. So wie einige andere Werkzeuge.
Dazu den Bohrer mit Gestänge und die Kiespumpe mit Seil und Umlenkrolle.
Gruß Manfred
Glück Auf!

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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon 6abs5 » Do 24. Mai 2018, 07:33

Hallo Namensvetter,

danke für deine Antwort.

4m Vollrohr („MINIMUM“) ab GW überrascht mich jetzt ehrlich gesagt. Ich hatte mich jetzt an folgendes Bild orientiert:

https://goo.gl/images/seQB6j

Der Rest zur Vorgehensweise ist mir ansonsten halbwegs klar, einzig die Bohrtiefe und der Aufbau wieviel Meter von welchem Rohr und an welcher Stelle bereitet etwas Kopfzerbrechen...

Gruß,
Manfred
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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon Bohrbrunnen » Do 24. Mai 2018, 09:37

Bei dem Bild fällt mir als erstes auf das die Pumpe falsch positioniert ist.
Sie hängt im Filterbereich, das darf nicht sein. So entstehen Turbulenzen im Ansaugbereich und der Filter zieht sich zu. Ansaugschlauch, oder Pumpen hängen immer komplett über den Filter, auch wegen der Kühlung bei einer TBP.
So wie der von dir angeschaute Brunnen aufgebaut ist kannst du ihn nicht erstellen.
Für eine Filterkiesschüttung musst du mit Arbeitsrohr los legen. Wie soll sonst der Kies ins Bohrloch kommen?
Diese Kiesschicht muss mindestens 5 cm dick um das Brunnenrohr sein. Also bei einem 4" Brunnen musst du dann mit 225 mm bohren. Auch eine Bodenkappe bekommst du nicht ohne Arbeitsrohr gesetzt.
Dieser Aufbau ist als Beispiel anzusehen, jedoch in keinem Fall als direkte Arbeitsvorlage.
Der Boden gibt an wie der Brunnen aufgebaut ist!
Die von uns hier beschriebene Bauweise ist für Heimwerker ausgelegt. Weil den Leuten die Industriellen Werkzeuge fehlen. Arbeitsrohr ist teuer und wenn der Brunnen fertig ist hast du es liegen. Zudem wirst du nicht in Versuchung kommen für andere in Handarbeit dann Brunnen zu bohren. Das die Rohre weitere Einsätze haben würden. Kann ein Knochenjob werden. Da reden wir drüber wenn du in Arbeit bist.
Die 4 Meter sind noch knapp bemessen, mehr wäre besser. Die Pumpe hat einen Meter, durch abpumpen fällt der Wasserspiegel. Wie weit weißt du nicht. Das GW fällt, du kennst den Boden nicht.
Arbeit für die Katz? Nein! Mache es direkt richtig.
Gruß Manfred
Glück Auf!

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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon 6abs5 » Do 24. Mai 2018, 09:50

Danke für die Antwort. Ich bin absolut bei dir das ich es von Anfang an richtig machen will. Auch das auf dem Bild die Pumpe falsch positioniert ist, ist mir aufgefallen.

Ein für mich neuer Begriff ist jetzt das Arbeitsrohr. Ich bin bislang davon ausgegangen man treibt das blaue KG Rohr in die Erde und schüttet den Ringspalt zwischen KG Rohr und Erdreich mit Füllkies zu. Als Bodenkappe hab ich was von Quellgut gelesen.

Sorry, aber dann muss ich mich erstmal wieder einlesen was das jetzt mit dem Arbeitsrohr auf sich hat. Man treibt das rein und wenn man die richtige Tiefe hat steckt man das blaue KG Rohr rein, verfüllt und zieht dann das Arbeitsrohr wieder raus? Wie soll man das schaffen per Hand?

Gruß,
Manfred
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Re: Frage zur Bohrtiefe

Beitragvon Bohrbrunnen » Do 24. Mai 2018, 10:03

Na KG Rohr da stellen sich bei mir die Haare im Nacken.
Das blaue Rohr ist Brunnenrohr, hergestellt nach DIn en Iso 179, DIn en Iso 527-2, DIn en Iso 178 und andere.
Mit Quellgut meinst du Quellton, ja alles mit Muskelkraft.
Was dich im Boden erwartet weiß keiner, rein schauen geht nicht. :D
Hier mal was zum lesen: http://www.stuewa.de/fileadmin/user_upl ... _02-DE.pdf
Gruß Manfred
Glück Auf!

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