Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Grundwasseranfang in jeder Tiefe möglich

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Torsten Jacobi
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Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Torsten Jacobi » Mo 28. Aug 2017, 12:52

Hallo,

ich bohre nun schon seit einiger Zeit auf unserem Grundstück im Garten und habe mittlerweile knapp 7 Meter erreicht. Anfänglich musste eine trockene, feste Lehmschicht überwunden werden. Zum Glück nur ein Meter. Danach gab es nur noch Sand.
Ich bin wie gesagt nun zwischen 6 und 7 Metern angelangt und komme seit einigen Tagen nicht weiter. Egal wie viel Sand ich auch raushole, es geht nicht tiefer. Das heißt, während ich den Bohrer oben rausziehe rutscht unten der Sand wieder nach.
Und wenn der Bohrer wieder unten ist, ist er wieder (fast) auf gleicher Höhe. Mittlerweile habe ich einen ansehnlichen Sandhaufen gefördert und kann diesen gut für diverse Bauvorhaben verwenden. Allerdings wollte ich ja eigentlich keine Kiesgrube sondern einen Grundwasserbrunnen!
Nun habe ich mal gelesen, dass das Nachschieben des Sandes im Bohrloch ein deutliches Zeichen dafür wäre, dass man kurz vor der oberen Wassergrenze angelangt ist. Da das Wasser auf Grund der oberen Erdschichten unter Druck steht, wird ständig Sand nach oben ins Bohrloch gedrückt.
Meine Fragen an die Experten: Ist es tatsächlich so, dass man davon ausgehen kann, dass alsbald, z. B. beim Einsatz einer Kiespumpe, mit Wasser zu rechnen ist? Wenn ja, ist es sehr wahrscheinlich oder gibt es noch andere plausible Erklärungen für dieses Verhalten?
Danke.

VG Torsten
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Plunschmeister
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Plunschmeister » Mo 28. Aug 2017, 14:23

Hallo Torsten und willkommen bei uns.

Der Sand wird unten locker gelagert sein und dadurch ist das Bohrloch instabil und bricht zusammen. Unter diesen Umständen, entsteht dort unten ein gefährlicher Hohlraum!
In der gesättigten Bodenzone, erscheint im Bohrloch ein Wasserspiegel. In der ungesättigten Bodenzone, steigt das Wasser durch die Kapillarwirkung auf. Vor dem Grundwasser-Anfang, ca. 1m fühlt sich das Bodenmaterial etwas feucht an und man kann schon förmlich Wasser riechen. :lol:
Ohne Arbeitsrohr, wirst du da nicht tiefer kommen.
Kurze Abschnitte von locker gelagertem Boden kann man z.B. mit Lehm oder auch Ton überbrücken. Hierfür wird sozusagen das Bohrloch, bis kurz oberhalb dieser Schicht verfüllt, angestampft und wieder durchbohrt.
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Torsten Jacobi » Mo 28. Aug 2017, 14:43

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Okay, das heißt also, ein weiteres Bohren auf diese Weise macht 1. keinen Sinn weil man nicht groß tiefer kommt und 2. ist es gefährlich weil da was einstürzen kann?
Ich hatte schon paar mal das Gefühl, dass, auf Grund der Konsistenz des Sandes, das Wasser nicht mehr weit sein kann. Er fühlt sich schon leicht feucht an und klumpt manchmal an der Windung des Bohrers. Allerdings glänzt er nicht. Also ist nicht wirklich Wasser zu sehen. Sehr kalt ist er auf jeden Fall.
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Plunschmeister » Mo 28. Aug 2017, 15:50

Torsten Jacobi hat geschrieben:Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Okay, das heißt also, ein weiteres Bohren auf diese Weise macht 1. keinen Sinn weil man nicht groß tiefer kommt und 2. ist es gefährlich weil da was einstürzen kann?
Ich hatte schon paar mal das Gefühl, dass, auf Grund der Konsistenz des Sandes, das Wasser nicht mehr weit sein kann. Er fühlt sich schon leicht feucht an und klumpt manchmal an der Windung des Bohrers. Allerdings glänzt er nicht. Also ist nicht wirklich Wasser zu sehen. Sehr kalt ist er auf jeden Fall.

Kann man so sagen.
Es ist schon ein bischen kontraproduktiv, man ist eventuell nur 1m vom GW entfernt und muss dann noch in Bohrrohr investieren.
Alternativ, kann man auch eine komplette Rohrtour einstellen und diese dann durch Fremdwasser-Zugabe einplunschen. Ohne genaue Kenntnis der Geologie, ist es schwierig.
Wie schaut denn im Moment das Bohrgut genau aus?
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Torsten Jacobi » Mo 28. Aug 2017, 16:10

Das Bohrgut sieht eigentlich seit 5 Metern immer gleich aus. Das heißt, richtig schöner Sand. Nicht sehr fein, bis max. 2mm Körnung, sehr kalt und fast schon feucht (gefühlt).
Rohrtour bedeutet, ich nehme ein Brunnenrohr und treibe es voran mit einer Kiespumpe und lasse dies dann im Erfolgsfall dauerhaft drin?
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Plunschmeister » Mo 28. Aug 2017, 21:14

Torsten Jacobi hat geschrieben:Das Bohrgut sieht eigentlich seit 5 Metern immer gleich aus. Das heißt, richtig schöner Sand. Nicht sehr fein, bis max. 2mm Körnung, sehr kalt und fast schon feucht (gefühlt).
Rohrtour bedeutet, ich nehme ein Brunnenrohr und treibe es voran mit einer Kiespumpe und lasse dies dann im Erfolgsfall dauerhaft drin?

Die Rohrtour, natürlich mit Filterstrecke. Das Grundwasser, sollte aber nicht allzu weit entfernt sein. Der Nachteil ist, du weist nicht, was dich erwartet.
Eine Kiespumpe, arbeitet nur unter Wasser, also muss Fremdwasser zugeführt werden.

Sind die Bodenverhältnisse völlig unbekannt, wird nur Brunnenrohr (Glattwandrohr, ohne Filter) abgeteuft, i.d.R. - durch bohren im Rohr. Dieses Vollwandrohr dient als Bohrrohr und wird bis zur Endteufe abgesenkt. Der Vorteil ist, man erlangt genaue Kenntnis vom Bodenmaterial und kann gezielt die Schlitzweite der Filterstrecke auswählen.
Die Methode ist natürlich kostenintensiver, durch das zusätzliche Rohr und eventuelles Bohrwerkzeug.
In welcher Gegend bohrst du denn, sind in der Nähe eventuell bereits Brunnen vorhanden?
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Torsten Jacobi » Di 29. Aug 2017, 08:32

Ich bohre in Radebeul. Die Stadt grenzt direkt an Dresden. Es gibt in der Gegend ein paar Brunnen und Grundwassermessstellen. Diese kann man sich in einer interaktiven Karte anschauen. Die meisten habe eine Tiefe zwischen 4-10 Meter.
Einer ist allerdings bei reichlich 20 Meter. Habe mir grad die Karte mit dem Grundwasserflurabstand angeschaut. Da ist unser Grundstück im Bereich von über 20 Meter bis zur Grundwassergrenze. Da stellt sich allerdings die Frage, wie gesichert sind die Daten und treffen diese auch für den Einzelstandort zu?
Wäre denn, mal so grundsätzlich, eine Tiefe von 20 Meter mit einer Kiespumpe erreichbar?
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Plunschmeister » Di 29. Aug 2017, 12:06

Moin Torsten,
dort in deiner Gegend würde ich vom Profi bohren lassen. Offensichtlich geht hier ohne Schutzrohr gar nichts.
Für weiter Informationen, wende dich bitte an:
https://www.diebrunnenbauer.de/


Bohrtiefen in Sachsen, wo die Firma tätig war:
https://www.google.com/maps/d/viewer?mi ... 36055&z=12
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Torsten Jacobi » Di 29. Aug 2017, 14:36

Okay, die Karte ist sehr interessant. Was ich nicht ganz verstehe: in der Umgebung hat die Firma einen Brunnen mit einer Bohrtiefe von 29m und einem Schutzrohr von 7,5m errichtet.
Auf der offiziellen interaktiven Karte von umwelt.sachsen.de ist ein Schachtbrunnen in reichlich 500m Entfernung und dieser hat einen aktuellen Grundwasserstand von 3,91m. Wie passt das zusammen?
Und noch eine Verständnisfrage: kann man das Schutzrohr selber einbauen oder geht das nur mit professioneller Hilfe?
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Re: Bohrbrunnen - komme nicht vorwärts

Beitragvon Plunschmeister » Di 29. Aug 2017, 15:48

Das Bodenprofil ändert sich unterirdisch, dieses manchmal schon in einem Abstand von 10m. Dort wo sich der Schachtbrunnen befindet, mag der Wasserstand höher liegen. Der Schachtbrunnen lebt auch vom Speichervolumen, sprich, er kann in weniger ergiebigen Schichten gebaut werden.

Das Schutzrohr, ist im Prinzip das Bohrrohr. Ich weiß nun nicht, wie die Jungs der Firma bohren - im Trockenbohrverfahren, u.a. mit dem Handbohrer, schützt es vor dem Bohrloch-Einfall.

Variante 2, welche ich bereits beschrieben habe.
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