Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Grundwasseranfang in jeder Tiefe möglich

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BUGEE
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Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von BUGEE » Di 28. Jul 2020, 23:56

Hallo, ich hatte heute ein Gespräch mit meinem Nachbar, der einen Rammbrunnen hat.

Er hat diesen ca. 4,50m eingeschlagen. Funktioniert laut seiner Aussage einwandfrei und auch Wasser ist immer ausreichend da bzw. noch nie „leer“ gewesen.


Nun meinte er, dass er das Rohr zum Testen 15-30cm tiefer eingeschlagen hat. Ergebnis war, dass kein Wasser kam.
Daraufhin hat er die 15-30cm wieder rausgezogen und nutzt diesen seitdem ohne Probleme.

Hier liegt der GWS bei ca. 3,10m. Somit hätte er einen Wasserstand von 1,40m.

Meine Fragen hierzu:

- Kann es sein, dass es wirklich „nur“ 1,40m Wasser sind?

- Kann man einen Brunnen zu tief bohren/plunschen oder rammen?

- Ich habe hier im Forum gelesen, dass einer geschrieben hat „Der Brunnenbauer meinte, wenn wir diese Schicht durchbohren, fließt das Wasser nach unten ab“. Kann das wirklich passieren?

Mein Stand, den ich durch das lesen aufgefasst habe ist folgender: Ab erreichen des Grundwasserspiegels weitere 2m tiefer gehen.
Kann man das so stehen lassen?

Chris_CB
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von Chris_CB » Mi 29. Jul 2020, 08:33

Hallo,

es kann durchaus sein, dass in einer größeren Tiefe dann eine Sperrschicht kommt und darunter kein Wasser ist. Allerdings kann ich mir das kaum vorstellen, was dein Nachbar behauptet. 15-30cm tiefer...da wäre ja nur ein kleiner Teil des Rammfilters aus dem Wasser in dieser Sperrschicht. Da müsste ja dann immer noch Wasser kommen, vielleicht nicht mehr genug.
Zu den restlichen Fragen kann ich dir aus mangelnder Erfahrung leider nichts sagen.

Grüße

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BUGEE
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von BUGEE » Mi 29. Jul 2020, 21:21

Mein aktueller Stand ist nun, dass ich bei ca. 4m bin und das Wasser ca. 60cm im Rohr steht.

Dieser liefert auch gut Wasser.

Soll ich nun weiter runter, oder lieber so lassen?

Chris_CB
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von Chris_CB » Mi 29. Jul 2020, 21:37

Ein paar Daten zu deinem Brunnen wären interessant. Was für ein Rohr und was für ein Filter. Wie viel Wasser möchtest du fördern etc.

60cm klingt für mich extrem wenig.

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BUGEE
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von BUGEE » Mi 29. Jul 2020, 21:45

Aktuell habe ich nur das Arbeits bzw Schutzrohr drin.

Ich bin noch am überlegen ob ich letztendlich ein 125er oder 150er Brunnenrohr nehme. Ich denke die SW wird 0,3 betragen.

Naja, wie viel ich fördern will, weiß ich noch nicht. 100m2 rasen sollen damit aufjedenfall bewässert werden.

Am besten natürlich je mehr, desto besser.

Eine Tiefbrunnenpumpe und eine Schwengelpumpe sollen dann dran.

Chris_CB
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von Chris_CB » Mi 29. Jul 2020, 22:04

Also eine durchschnittliche Tiefbrunnenpumpe hat eine Fördermenge von 3000l/h aufwärts. Das kannst du aber mit 60cm Wassersäule völlig vergessen. Nicht nur das die 60cm schnell weg gesaugt wären. Bei einem DN 125 mit 0,3 Schlitzen hast du pro Meter eine Durchflussmenge von 1800l/h. Und das ist glaube ich sogar eher noch der idealwert. Wenn die Rohre quasi im reinen Wasser stehen würden und nicht in der Erde.

Damit kannst du höchstens deine Schwängelpumpe betreiben. Aber mehr als ein paar Minuten wird eine elektrische Pumpe wird da nicht laufen bevor das Loch trocken ist.

Vielleicht kann ja noch ein "Experte" was dazu schreiben. Aber ich glaube das funktioniert hinten und vorne nicht.
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Thoralf
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von Thoralf » Mi 29. Jul 2020, 22:30

BUGEE hat geschrieben:
Mi 29. Jul 2020, 21:45
Naja, wie viel ich fördern will, weiß ich noch nicht. 100m2 rasen sollen damit aufjedenfall bewässert werden.
Hi Bugee,

mal als Anhaltspunkt für die anzustrebende Auslegung der Anlage: 10 Millimeter für Deinen Rasen ist schon ne gute Menge. Bei 100 m² wären das 1000 Liter und Dein Sprenger verteilt die in roundabout einer Stunde. Du kannst schon mal von 1m³/h ausgehen. Wenn diese 100 m² Dein einziger Bewässerungsfall ist, dann dürftest Du mit 1 m³/h voll auskommen, sowohl was Brunnenleistung als auch Pumpenleistung angeht. Du schreibst "Dieser (Brunnen) liefert auch gut Wasser." Heißt das, Du hast schon mal ne Pumpe runtergelassen? Vielleicht kannst Du mal ausmessen, was "gut" heißt, also wieviel Du aus dem Brunnen förderst.

Was den Grundwasserstand angeht, so berücksichtige auch mögliche Unterschied zwischen feuchten und trockenen Jahren. Kann sein, dass wir mit der Trockenheit in diesem Jahr den Tiefpunkt haben (das wäre gut für Deinen Brunnen, dann ginge es wieder aufwärts), kann aber auch sein, dass es noch trockener wird.

LG
Thoralf
Der Elektroingenieur in mir meint: "Wasser braucht Strom" 8-)
Meine Projekte gibt es auch in meinem Blog:
https://blende-acht.blogspot.com/search/label/Brunnen
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von BUGEE » Mi 29. Jul 2020, 22:50

Chris_CB hat geschrieben:
Mi 29. Jul 2020, 22:04
Also eine durchschnittliche Tiefbrunnenpumpe hat eine Fördermenge von 3000l/h aufwärts. Das kannst du aber mit 60cm Wassersäule völlig vergessen. Nicht nur das die 60cm schnell weg gesaugt wären. Bei einem DN 125 mit 0,3 Schlitzen hast du pro Meter eine Durchflussmenge von 1800l/h. Und das ist glaube ich sogar eher noch der idealwert. Wenn die Rohre quasi im reinen Wasser stehen würden und nicht in der Erde.

Damit kannst du höchstens deine Schwängelpumpe betreiben. Aber mehr als ein paar Minuten wird eine elektrische Pumpe wird da nicht laufen bevor das Loch trocken ist.

Vielleicht kann ja noch ein "Experte" was dazu schreiben. Aber ich glaube das funktioniert hinten und vorne nicht.

Ok. Danke für die Antwort.

Thoralf hat geschrieben:
Mi 29. Jul 2020, 22:30

Hi Bugee,

mal als Anhaltspunkt für die anzustrebende Auslegung der Anlage: 10 Millimeter für Deinen Rasen ist schon ne gute Menge. Bei 100 m² wären das 1000 Liter und Dein Sprenger verteilt die in roundabout einer Stunde. Du kannst schon mal von 1m³/h ausgehen. Wenn diese 100 m² Dein einziger Bewässerungsfall ist, dann dürftest Du mit 1 m³/h voll auskommen, sowohl was Brunnenleistung als auch Pumpenleistung angeht. Du schreibst "Dieser (Brunnen) liefert auch gut Wasser." Heißt das, Du hast schon mal ne Pumpe runtergelassen? Vielleicht kannst Du mal ausmessen, was "gut" heißt, also wieviel Du aus dem Brunnen förderst.

Was den Grundwasserstand angeht, so berücksichtige auch mögliche Unterschied zwischen feuchten und trockenen Jahren. Kann sein, dass wir mit der Trockenheit in diesem Jahr den Tiefpunkt haben (das wäre gut für Deinen Brunnen, dann ginge es wieder aufwärts), kann aber auch sein, dass es noch trockener wird.

LG
Thoralf
Ich hatte da evtl. an eine Pumpe mit 6.500l/h gedacht. Nur um sicher zu gehen, für die Zukunft. Auch wenn ich die aktuell nicht benötige, schadet es ja nicht, oder?

Ja, es wurde eine stinknormale oberirdische Pumpe angeschlossen mit einem ca. 6m langem Ansaugschlauch.

Die Pumpe ist aber nicht die beste und hat auch nicht immer volle Power gezogen. Diese lief aber knapp eine Stunde durch. Zwischenzeitlich sank der Wasserspiegel wohl ganz schön. Aber als ich am Ende gemessen habe, (direkt nach dem ausschalten) betrug die Wassertiefe wieder/immernoch 60cm.

Ich würde mal schätzen, dass in dieser Zeit ca. 1.400 Liter geflossen sind (gemessen an den Behältern die ich gefüllt habe und die komplette Rasenfläche und Pflanzen gewässert habe).

Also, ich bin eigentlich unzufrieden mit dem Wasserstand, auch wenn in dieser Stunde immer genug Wasser vorhanden war. Ich würde gerne evtl. Plunschen. Aber mein Vater meint, dass wenn ich Pech habe und zu weit bin, das ganze Wasser weg ist.
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von Thoralf » Mi 29. Jul 2020, 23:09

Wenn Du plunschen kannst/willst, dann heißt das, Du bist noch in einer Kiesschicht? - Dann kannst Du auch noch tiefer gehen. Erst eine Tonschicht könnte eine mögliche Sperrschicht zwischen unterschiedlichen Grundwasserhorizonten sein. Im Kies kann nichts passieren. (aber das nur nebenbei, da bin ich kein Fachmann).

Nochmal zur Pumpe, " Auch wenn ich die aktuell nicht benötige, schadet es ja nicht, oder?".
Nein, der Pumpe schadet es nicht. Und wenn sie sich als zu stark für Deinen Brunnen erweisen sollte, dann musst Du sie halt drosseln.
Ich verweise aber auf das 11. Gebot: Du sollst keine zu große Pumpe kaufen.
Warum? Schon allein deshalb, weil sie unnötig viel Strom verbraucht. Du förderst schlimmstenfalls Wasser mit 1000 bis 1500 Watt elektrisch, wo 300 bis 500 Watt ausreichen würden (also mich jedenfalls würde das auf die Dauer ärgern). Es schadet nicht der Pumpe, aber Deinem Geldbeutel (Anschaffungspreis, Verbrauchskosten). Hast Du außer den 100 m² Rasen in Zukunft noch irgendwas zu bewässern oder warum so eine große Reserve? Dann trag das zusammen und überleg was wirklich gleichzeitig laufen muss und welchen Druck Du dabei haben willst. (z.B. nimmt mein 0815-Gardena-Sprenger bei 2,5 bar 800 l/h, eine Spritze am halbzoll-Schlauch ähnlich). Und dann schau mit diesem Wert in die Pumpen-Kennlinie.

LG
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Re: Kann ein Brunnen zu tief gebohrt/geplunscht oder gerammt werden?

Beitrag von BUGEE » Mi 29. Jul 2020, 23:27

Thoralf hat geschrieben:
Mi 29. Jul 2020, 23:09
Wenn Du plunschen kannst/willst, dann heißt das, Du bist noch in einer Kiesschicht? - Dann kannst Du auch noch tiefer gehen. Erst eine Tonschicht könnte eine mögliche Sperrschicht zwischen unterschiedlichen Grundwasserhorizonten sein. Im Kies kann nichts passieren. (aber das nur nebenbei, da bin ich kein Fachmann).

Nochmal zur Pumpe, " Auch wenn ich die aktuell nicht benötige, schadet es ja nicht, oder?".
Nein, der Pumpe schadet es nicht. Und wenn sie sich als zu stark für Deinen Brunnen erweisen sollte, dann musst Du sie halt drosseln.
Ich verweise aber auf das 11. Gebot: Du sollst keine zu große Pumpe kaufen.
Warum? Schon allein deshalb, weil sie unnötig viel Strom verbraucht. Du förderst schlimmstenfalls Wasser mit 1000 bis 1500 Watt elektrisch, wo 300 bis 500 Watt ausreichen würden (also mich jedenfalls würde das auf die Dauer ärgern). Es schadet nicht der Pumpe, aber Deinem Geldbeutel (Anschaffungspreis, Verbrauchskosten). Hast Du außer den 100 m² Rasen in Zukunft noch irgendwas zu bewässern oder warum so eine große Reserve? Dann trag das zusammen und überleg was wirklich gleichzeitig laufen muss und welchen Druck Du dabei haben willst. (z.B. nimmt mein 0815-Gardena-Sprenger bei 2,5 bar 800 l/h, eine Spritze am halbzoll-Schlauch ähnlich). Und dann schau mit diesem Wert in die Pumpen-Kennlinie.

LG
Thoralf
Nein, ich bin in einer Sandschicht. 3m waren Sand Kies Gemisch (auch größere Steine) seit einem Meter nur noch Sand.

Ich konnte aber bis hierhin bohren. Nur ab jetzt hat es mit dem bohren keinen Sinn mehr, da ich kaum was hochkriege, da das Wasser zu viel wegspült.

Hier ein Bild von meiner letzten „Beute“:

Bild

Alles klar. Dann werde ich mal morgen schauen, was ich alles evtl. gleichzeitig laufen lassen werde.
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