Neuling sucht Hilfe

Grundwasseranfang in jeder Tiefe möglich

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deimos
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Neuling sucht Hilfe

Beitragvon deimos » Mo 4. Mär 2019, 13:21

Hallo zusammen,

bei Internet Recherchen bin ich auf dieses Forum aufmerksam geworden und hoffe, dass ihr mir als Profis weiterhelfen könnte.

Ich wohne in der Südpfalz ziemlich direkt am Rhein, ungefährt auf Höhe von Karlsruhe, aber eben auf der pfälzer Seite. Für die Bewässerung des Gartens bin ich am überlegen, ob sich ein eigener Brunnen lohnt.

Was ich aktuell an Infos habe: Ich habe ungefähr bei 3,5m unter GOK Grundwasser. Diese Info habe ich zum einen aus einem Baugrundgutachten, zum anderen ist entspricht das auch ungefähr dem Grundwasserspiegel an einer Grundwassermessstelle hier im Ort (allerdings ca. 1km Luftlinie entfernt). Tiefster gemessener Grundwasserstand seit 1980 war 4m unter GOK, höchster war bei 2m.

Durch eine Bohrung einer Erdwärmesonde in 15m Entfernung habe ich auch ein Schichtenverzeichnis:

- 0-5m Schluff (sandig, tonig)
- 5-8m Feinsand
- 8-25m Kies

weiter unten geht es bis 115m mit Sand, Kies, Schluff in unterschiedlichen Schichdicken weiter, aber soweit runter wollte ich jetzt nicht für einen Brunnen. ;)

Informell weiß ich von der unteren Wasserbehörde, dass ich keine Genehmigung brauche, sondern nur die Bohranzeige machen muss, sofern ich nicht tiefer als 15m gehe.

Mein (sicher naiver) Ansatz wäre es jetzt ein 6" Brunnenrohr zu versenken: Mit einem 195 Erdbohrer soweit runter, wie es geht, dann mit einer Kiespumpe weiter. Rohrtour dachte ich an 0,5m Sumpfrohr, 3m Filter 0,3mm, 8-9m Vollrohr, so dass der Filter komplett im Kies steht. Wenn sich rausstellt, dass der Kies entsprechend grob ist: Jackpot, Rohr bleibt so drin. Wenn sich rausstellt, dass der Sand deutlich tiefer reicht, 6" als Arbeitsrohr betrachten, 4,5" Rohr mit entsprechendem Filter einbringen, Kiesschüttung und 6" Rohr ziehen.

Macht das so Sinn oder übersehe ich da irgendwas gnadenlos? Kommt man mit einer Kiespumpe halbwegs durch den Schluff und Feinsand durch oder ist das eher ein Fall für eine Maschine? Ziehe ich mir den Feinsand beim Plunschen durch den Filter oder wirkt der Sog so weit unten im Rohr, dass ich mir da unnötige Sorgen mache?

Viele Grüße
Alex
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Plunschmeister
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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon Plunschmeister » Mo 4. Mär 2019, 17:44

Hallo Alex,
bei Internet Recherchen bin ich auf dieses Forum aufmerksam geworden und hoffe, dass ihr mir als Profis weiterhelfen könnte.

Schön, dass du uns gefunden hast :D !

Im Prinzip ist dein Ansatz richtig, hier eine Zusammenfassung:
viewtopic.php?f=24&t=971

In der Regel, reichen 2 m Filterstrecke aus. Schluff und Feinsand lassen sich schon plunschen, ansonsten muss der Bodengrund aufgelockert werden. Im Einzugsgebiet vom Rhein, ist der Kies aber manchmal so grob, das hier kein plunschen mehr möglich ist und BR in 6" , ist schon eine Herausforderung.
Es kann dann also durchaus möglich sein, dass die Filterstrecke in den Feinsand gesetzt werden muss. Das kann ich aber von hier aus nicht beurteilen.
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
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Gruß PM

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deimos
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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon deimos » Mo 4. Mär 2019, 18:17

Hi,

Auflockern heißt durch das Rohr bohren?

was ist denn zu grober Kies? In den Proben von der Sondenbohrung war das größte Korn in Richtung 5-6mm. Leider habe ich die Proben nicht mehr, sonst könnte ich es genau vermessen.

Macht es Sinn kleiner zu bohren, wenn die 6" eine Herausforderung sind? Mein Gedanke war an der Stelle einfach, dass ich ein Arbeitsrohr abteue und das mit Glück nutzen kann. Und mit Pech einfach etwas zu viel bezahlt habe, weil das Filterrohr teurer ist als Vollrohr.

Viele Grüße
Alex
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Bohrbrunnen
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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon Bohrbrunnen » Mo 4. Mär 2019, 18:56

Hallo und willkommen.

Nun zu groß ist immer dann etwas wenn es nicht durch eine Öffnung passt.
Also Steine welche größer sind als der Rohrdurchmesser, oder größer als die Öffnung in der Kiespumpe.
Auflockern ist auch im Rohr Bohren, aber nur zum auflockern. Unter Wasser fördert man kein Bohrgut mit dem Schneckenbohrer.
Dein 6" Rohr ist schon flexibel was die Möglichkeiten angeht. Es ist halt nur schwer für jemanden der ungeübt ist im Handling.
Du wirst nur Probleme bekommen bei den Filterrohren. 6" gibt, oder gab es bisher nicht mit 0,3mm Schlitzweite.
Bei 5" gibt es diese.
Auf das Gutachten kann man sich auch nicht verlassen, der Boden kann sich von einem zum anderen Meter ändern.
Wo bohrst du denn? Der Rhein ist lange. :D
Gruß Manfred
Glück Auf!

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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon deimos » Di 5. Mär 2019, 11:24

Hi,

wie geschrieben, ich wohne Höhe Karlsruhe, nur halt auf der Pfälzer Seite.

Bei Fontario hatte ich Filterrohre in 6" mit 0,3mm Schlitzweite und TNA Gewinde gefunden.

Auf das Gutachten alleine verlasse ich mich nicht, aber der hohe Grundwasserstand ist hier im Ort definitiv gegeben. In manchen Senken gibt es teilweise sogar so drückendes Grundwasser, dass sich Pfützen auf den Äckern bilden (ohne Regen), von Kellern will ich gar nicht reden. Die unbekannte ist halt das Schichtenverzeichnis und ob der Feinsand an der Bohrstelle nicht noch tiefer reicht. Und das ist der Grund, warum ich mit 6" bohren wollte, damit ich da ggf. entsprechend beim Filter reagieren kann. Wäre ich sicher, dass der Kies da kommt, dann würde ich gleich auf 4,5" gehen und gut ist.

Viele Grüße
Alex

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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon Wasservogel » Di 5. Mär 2019, 18:32

Hallo Alex,
warum willst Du dir 6 Zoll antun? 4,5 Zoll tuns doch auch. Ich würde an deiner Stelle einen 150 mm Bohrer nehmen und runtergehen soweit es geht. Wenn die 0,3 mm Filterstrecke im Feinsand landet und du den Brunnen nicht von Sand freispülen kannst lässt Du wie Du ja ohnehin vorhattest das DN 115 Rohr stehen und baust eine DN 80 Feingewebefilterstrecke 0,14 mm von Erdbohrer.de ein. Deshalb würde ich von vorne herein eine 3 Zoll Pumpe vorsehen, die du dann auch im DN 80 Feinsandfilter verwenden kannst. Achtung die 3 Zoll Grundfos Markenpumpen mögen überhaupt keinen Sand. Es gibt wesentlich besser geignete. Aber ich glaube dass Du keine Feinsandfilterstrecke brauchst weil Du in der Rheinebene prima mit 0,3 mm Normalfilter auskommst. Wenn der Sandanteil hoch genug ist holst Du auch ganz bequem 5 cm Kiesel mit einer 90 er Kiespumpe aus der Pampe.
Bei mir auf der anderen Rheinseite in Höhe Mannheim gabs keinerlei Probleme.
Gruß Wasservogel
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Bohrbrunnen
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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon Bohrbrunnen » Di 5. Mär 2019, 19:09

Jeder gibt seine Erfahrungen weiter mit denen er es geschafft hat.
Was Wasservogel schreibt gefällt mir zum Teil.
Nur die Rohrdurchmesser sollten etwas größer sein.
Mit 5" anfangen ist besser.
Dann passt immer noch ein 4" Rohr rein und man muss sich nicht mit einem 80er quälen.
Nur in der Rheinebene bekommt man immer eine Kiesschicht für die Filter.
Man sollte nicht vergessen das der Boden den Brunnen bestimmt! Vor allem die Tiefe!
Aus meiner Sicht ist es Problemlos in dem Bereich einen Brunnen zu erstellen in einer ergiebigen Kiesschicht.
Gruß Manfred
Glück Auf!

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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon deimos » Mo 8. Apr 2019, 08:37

Hi,

vielen Dank für alle eure Infos. Ich habe mir jetzt mal alle Werkzeuge bestellt, die ich nicht sowieso hier rumliegen habe und auch Brunnenrohr und -filter. Es wird jetzt 5" mit 0,3mm und ich hoffe weiterhin drauf, dass ich beim Bohrloch auf die gleichen Verhältnisse treffe, wie im Schichtenaufbau meiner Erdsonde und eine schöne Kiesschicht in 8-9m tiefe finde.
Bohranzeige ist raus, telefonisch habe ich von der unteren Wasserbehörde schon die Aussage, dass das kein Problem sein sollte. Der Wasserversorger hat zwar in der Satzung einen Benutzungszwang drin, aber die sind sogar eher glücklich darüber, wenn einen Brunnen für die Gartenbewässerung baut, einzig ist Ihnen wichtig, dass man das Grundwasser nicht verdreckt.
Plan ist jetzt, dass es Ostern mit dem Bau losgeht, ich werde weiter berichten.

Viele Grüße
Alex
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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon Bohrbrunnen » Mo 8. Apr 2019, 09:30

Ich bin schon gespannt.
Gruß Manfred
Glück Auf!

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Re: Neuling sucht Hilfe

Beitragvon deimos » Sa 13. Apr 2019, 21:52

Hi,

es hat mir in den Fingern gejuckt, den Erdbohrer mal auszuprobieren und ich habe jetzt mal eine knappe Stunde gebohrt. Die ersten zwei Meter gingen recht zügig in grobem Sand, dann hat sich da ein großer Kiesel (ca. 4cm) etwas blöd verkeilt, so dass der Bohrer nicht mehr richtig greifen wollte. Nachdem der sich nach 15 min endlich gelöst hatte, bin ich ca. 50cm durch ein Sand Kiesel Gemisch durch. Zum Schluss kamen noch 20cm teilweise sehr lehmiger Sand. Da das Abendessen dann auf dem Tisch stand, habe ich dann aber für heute Schluß machen müssen.
Ich schau mal, dass ich morgen weiter bis zum Grundwasser bohre, dann kann ich Donnerstag hoffentlich mit dem Plunschen anfangen, wenn die Rohre bis dahin eintreffen.

Viele Grüße
Alex

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