Brunnenbau vom Moister

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Moister
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitrag von Moister » Mi 18. Jul 2018, 10:32

Hallo Freunde.
Ich will mich für euer reges Interesse an meinem Brunnenloch bedanken und nachdem die Story heute den 10.000ste Zugriff verzeichnen konnte wird es Zeit für die...

Brunnenbaustory 2.0

Ich hatte ja schon angedroht dass ich die Rohrtour noch einmal rausziehe und nachdem die Plakerei vom letzten jahr verdaut ist und deer Brunnen problemlos läuft wird das jetzt auch gemacht.
Warum? Weil es ein paar Sachen gibt bei denen ich unsicher bin, diemich stören oder die mich vielleicht in fünf Jahren stören!
Und jetzt steht noch mein Bohrturm und das Drumherum wie z.B. die Verrohrung ausserhalb des Brunnens, der Druckbehälter, etc ist noch nicht gemacht.

Was mich stört:
Ich habe unten zu viel Material im Rohr, das mir den halben Meter Sumpfrohr und fast einen Meter (von 2m) Filterstrecke verstopft.
Ich habe die maximale Dauerwassermenge nicht gemessen, sie liegt aber deutlich über dem doppelten was ein Gartenwasserhahn bei uns liefert. Vier Gardena "Zoom Max" Sprenger laufen an der Pumpe mit höherer Wurfweite als ein einzelner am Wasserhahn.
was macht der Sand? Die letzten zwei Monate habe ich weder den wasserfilter der Testinstallation ausgeleert und die Filter der Rasensprenger waren auch nicht mehr verstopft.
Ich frage mich aber ob im Laufe der Zeit der letzte Meter Filterstrecke im Betrieb versandet.

Der Plan:
- Testinstallation entfernen
- Pumpe samt Steigleitung und Brunnenkopf aus dem Rohr ziehen
- den Kies, den ich als Endschicht eingefüllt habe (ca 50cm) mit der Kiespumpe rausholen
- Rohrtour komplett ziehen
- Rohre auf Beschädigungen checken und ein zusätzliches 2m Filterrohr bestellen
- Rohrtour mit (neuem) 1m Sumpfrohr und 4m Filterstrecke wieder rein (wobei ich mir keine Hoffnung mache dass es dann leichter geht als beim ersten mal)

Was mich interessiert:
- Wie schaut meine Pumpe aus? Ist sie im Stück oder fehlen schon ein paar Schrauben?
- Ist viel Sand auf dem eingefüllten Kies (kommt viel Sand durch die Filterstrecke)?
- Lässt sich die Rohrtour problemlos ziehen oder hat sie sich im letzten Jahr "festgesetzt"?
- Wie schaut die Unterkante des Sumpfrohrs aus (ist was ausgebrochen, weggebogen weil sie auf einen Stein kam)?
- Sind die Rohre und besonders das Filterrohr (in dem mit der Kiespumpe herumgerammelt wurde) beschädigt?

Und schon heute geht es los!
Schöne Grüße.
Roland
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitrag von Benutzer » Mi 18. Jul 2018, 12:07

Bin begeistert über deinen Einsatz.
Super klasse ist das du uns teilhaben lässt. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Moister
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitrag von Moister » Do 19. Jul 2018, 17:46

Das bisschen Testinstallation war schnell abgebaut und die Pumpe aus dem Rohr gezogen.
Nachdem das Teil 11m lang ist wurde es auf die Terrasse abgelegt. Die Kabel zusammengerollt und in einer Tüte am oberen Rohrende angeknotet damit es nicht draufregnet.
Kaum zu sehen...

Bild

Direkt nach dem Herausziehen hatte die Pumpe eine fast dunkle Kondensschicht, die aber ruckzuck weggetrocknet war.
Alle Schrauben sind komplett drin, in ein paar Amazon-Rezessionen stand da ja was anderes. Vielleicht hat sich der Einsatz von Schraubensicherungslack ja doch gelohnt.
Die einzigen Teile, die nicht mehr golden glänzen sind die Verschraubungen am Pumpenkopf.
Der Rest schaut neuwertig aus:

Bild

Kiespumpe ins Rohr und dann wurde es spannend... aber unaufgeregt.
Nur etwas Sand und dann kam schon der weiss/schwarze Zierkies zum Vorschein. Zehn Fuhren mit nahezu nur Kies waren es, dann wurde es schnell viel Sand und wenig Kies.
Fazit: In der Betriebszeit seit Ostern kam kaum Sand ins Rohr. Weder von unten (ich habe ja keinen "richtigen" Verschluß am Rohrboden sondern nur den halben Meter Kies, und auch nicht durch die Filterstrecke. Davor hatte ich wirklich Angst weil die Rohrtour im blanken Sand steckt. Aber das schaute völlig unbedenklich aus.
Gut war auch dass beim Plunschen keine Plasikteile (von einem Rohrbruch) aufgetaucht sind.

Jetzt muß das Rohr raus.
Ich habe letztes Jahr, beim Versuch durch Ziehen der Rohrtour das untere Rohrende entleeren zu können, schon zwei Meter Rohr mit zwei Stempelwagenhebern rausgezogen.
Weil mich das angenervt hat habe ich mir ein paar Sachen gebastelt.
2x Unterlegbretter (zwischen Wagenheber und Holzzange), die immer an Ort und Stelle bleiben und die man nicht halten, den Wagenheber drunter positionieren und dann noch pumpen muss.
3 Paar Balken, als Zwischenstücke, damit man die Holzzange nicht nach jedem Hubgang lockern, nach unten schieben und wieder anschrauben muss.
Meine "Balken" stammen von einem ausgemusterten, massiven Wohnzimmertisch.
Ich habe daraufgeachtet dass die Fläche oben (die am Unterlegbrett an der Holzklammer anliegt) schön plan und winklig ist. Die untere (am Wagenheber) ist unkritisch, in diese Fläche habe ich mit einem Forstnerbohrer Löcher gebohrt (5mm), in die der Wagenheber drinsteckt und gleich eine Führung hat.
Auf den Bildern sieht man für was das ganze gut ist.

Start: nur Wagenheber:

Bild

Hier schon erste Verlängerung drauf und schon angehoben:

Bild

Ein Heber abgelassen, zweite Verlängerung aufgesteckt und "leicht" hochgepumpt (dann wird auf der anderen Seite die längere Verlängerung montiert):

Bild

Hier mit der dritten Verlängerung, wieder hochgepumpt:

Bild

Dann muss die Holzklammer nach unten geschoben werden und es geht wieder von vorne los.
Deswegen: Kauft euch nie die billigsten Wagenheber auch wenn die Hubkraft absolut keine Rolle spielt. Sondern die mit dem größten Hub!
Meine haben ca 13,5cm Hubhöhe. Leider kippt die Holzklammer etwas zur Seite wenn man einen Heber entspannt und deshalb müssen die Balkenverlängerungen etwas kürzer als die Hubhöhe sein, sonst bekommt man die nicht zwischen Wagenheberstempel und Holzklammer.
Bei mir ist ein Hubgang ca 12cm.
Ich hatte Glück weil ich das Bohrloch nach dem Rohrtour-Einplunschen nicht zugeschüttet habe. Deswegen war die Rohrtour bis Grundwasserhöhe oben frei (Bohrerdurchmesser).
Und zwei Meter konnten wir mit dem Seil aus dem Dreck ziehen.
Bei mir also ca 6m Grundwasserspiegel + 2m aus dem Dreck = 8m
Von 19m... das waren 11m oder 1100cm!
1100cm : 12cm = 92
92 mal beide Wagenheber synchron nach oben pumpen.
92 : 4 = 23
23 mal die Holzklammer nach unten setzen
Ich habe auf die Uhr geschaut: 2m dauern in etwa 50 Minuten
Bei meinen 11m etwa 4,5 Stunden. Ohne Pause!

Obacht wenn das Rohr zurück ins Loch will. Das war bei mir wegen des großen Bohrdurchmessers recht früh der Fall.
Wenn man das Rohr nicht sichert fällt es ins Bohrloch und dann kann man zusehen wie man es rausbekommt!
Deswegen habe ich immer ein Rohrstück mit Querbohrung auf die Rohrtour geschraubt (andere, übriggebliebene Hälfte vom Sumpfrohr) und daran das Seil für die Kiespumpe befestigt.

Komplett auf Null!
Schaut aus wie am Brunnenfriedhof. Man möchte fast einen Kranz ablegen.

Bild

Und hier die Rohrtour, aufgereit wie Grabsteine.

Bild

Wie ist der Zustand der Rohre?
Das Sumpfrohr hatte ich unten leicht nach innen angephast, d.h. eigentlich mit einer dünneren Unterkante. Die ist aber nichtmal eingedrückt (OK ich hab fast nur Sand).
Die Rohre sind alle tiptop!
Auch das Filterrohr zeigt nur minimale Gebrauchsspuren. Wir hatten ein paar mal blaue Kunststofflocken, so als ob man irgendwo Kunststoff abgeschabt hat. Das war wohl ein Stein, der geradeso zwischen Kiespumpe und Rohrwand geraten ist und dann leicht eingeklemmt hochgezogen wurde und dabei an der Rohrtour gekratzt hat.
Aber kein Rohr hat sichtbare Abnutzungsspuren oder gar Beschädigungen. Wenn die gesäubert sind könnte man die problemlos als neuwertig weiterverkaufen.
Und gerade im Filterrohr haben wir schon rabiat mit der Kiespumpe gewerkelt.
Die Rohre sind also wirklich robust.

Neues 1m Sumpfrohr ist schon gebastelt (Aussengewinde abgesägt und wieder leicht nach innen angephast).
Und ein 2m Filterrohr ist auch schon bestellt. Wenn das geliefert wird geht es wieder los!
Schöne Grüße.
Roland
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Moister
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitrag von Moister » Fr 27. Jul 2018, 10:26

Bohrtag 1:

Nachdem das zusätzliche 2m Filterrohr da ist geht es gleich los.
1m Sumpfrohr + 2m Filterrohr + 0,5m "Montagerohr mit Querbohrung" zusammengeschraubt.
Mehr Länge kann ich unter meinem Bohrgerüst nicht gerade ins Bohrloch stecken. In der Querbohrung des Montagerohrs steckt eine Stange an die das Seil zum Plunschen gefestigt ist. Ohne Sicherung fällt das Rohr ins Loch (kommt natürlich drauf an wie tief euer Bohrloch ist).
Holzklammer aufs Bohrloch gelegt, Rohrtour mit Seil angehoben, in die Holzklammer gefädelt, abgelassen und Holzklammer zugeschraubt.
Montagerohr abgeschraubt, die nächsten zwei Meter Filterrohr draufgeschraubt und auch wieder das Montagerohr... und ich dachte "so langsam sollte das doch mal unten aufstehen"... und das erste 2m Vollrohr... das stand auch etwas auf, deswegen habe ich die Holzklammer hochgeschoben und angeschraubt... und glücklicherweise das Montagerohr mit Seil noch dran... weil die Rohrtour mit Holzklammer in die Tiefe rutschte.
Und erst das nächste 2m Stück stand auf sandigem Boden.
Ich hätte nicht gedacht dass ich so viel Rohr einfach ins Loch stecken kann. Den Grundwasserspiegel habe ich letztes Jahr mit 6,5m gemessen und das Bohrloch istjetzt fast ein Jahr alt.
Vielleicht ist in der anhaltenden Trockenperiode auch der Grundwasserspiegel gesunken und deshalb ist das Bohrloch erst viel tiefer im nassen Matschbereich zusammengefallen? Keine Ahnung. Den aktuellen Grundwasserpegel werde ich vielleicht am Wochenende messen.
Die ersten Rohre mit wenig Auflast reingeplunscht. Am Anfang mußte noch Wasser mit dem Schlauch eingefüllt werden weil die Kiespumpe Luft zog.
Dann wieder die zwei Mörtelwannen mit Wasser als Auflast drauf und Oft reicht es ein oder zwei Kiespumpenfüllungen hochzufördern um einen Meter Rohr zu versenken.
Nur Sand (wie gewaschen), kaum ein Steinchen.
Der erste spürbare Widerstand kam ab 14m. Keine Buckelei aber es mußte deutlich mehr Material gefördert werden und da waren drei, vier Pumpenfüllungen dabei ohne dass sich das Rohr bewegte. Aber verglichen mit letztem Jahr ein Kinderspiel.
Könnte es doch sein, dass die Rohrtour den alten, vorgebohrten, und ggfs noch etwas gelockerten Weg findet? Ich kanns mir zwar nicht vorstellen aber vielleicht treffe ich bei 19m auf meinen Zierkies!?

Bei 15m haben wir dann aufgehört. Die Hitze am Nachmittag hat ihren Tribut gefordert!
Ich hätte nicht de
Beim ersten Versuch kam bei 16,5m gröberes Material, die nächsten Meter nicht mehr so easy!
Ich habe insgesamt 23m Rohr, die Oberkante soll einen halben Meter unter Bodenniveau, also noch etwa 8,5m... das ist der Plan!

Und das ist der Stand:

Bild
Schöne Grüße.
Roland
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitrag von Benutzer » Fr 27. Jul 2018, 10:47

Roland du bist schon eine Nummer, bei der Hitze Brunnen bohren und von Hand. :D
Genau so verrückt wie bei minus 25° zu arbeiten.

Nun du arbeitest in der alten Bohrung da ist der Boden nicht so verfestigt wie in unberührter Erde.
Zudem sind da fast alle "Brocken" ausgeräumt. Unter Wasser läuft nur das feine Zeug zurück in die leere Bohrung.
Bin gespannt ob du deinen Zierkies findest.
Freue mich auf deine weiteren Berichte. :D
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Eriberto
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitrag von Eriberto » Fr 27. Jul 2018, 11:01

Von mir ebenfalls sportlich anerkennende Grüße und die gespannte Erwartung, was da so kommt - an Fotos... :)
Gruß
Florian
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitrag von Moister » Fr 27. Jul 2018, 22:16

Ach mano!
Was nützt der schönste Plan....
Heute 2m Rohr eingeplunscht. Das ging schon deutlich zäher.
Und ich bin tatsächlich bei ein paar meiner Zierkieselsteinchen angekommen. Ich hatte zwar gedacht ich hätte da mehr reingekippt als ich rausgeplunscht und jetzt gefunden habe aber wurscht.
Dann das nächste Rohr und nichts geht voran. Es wurden viele kleine Steinchen und weniger Sand. Die Kiespumpe fördert recht wenig Material und das Rohr will nicht.
Also zwei Platten auf die beiden Mörtelwannen und noch zwei draufgestellz und Wasser rein.
Nicht ganz voll weil sich die doch etwas verformen.
Ich schätze mal insgesamt sind es jetzt so 340kg.
Und es ging tatsächlich etwas abwärts... aber nur 20cm.
Und dann noch noch Millimeter!
Wir haben geplunsch bis kraftmäßig einfach nichts mehr ging.
Das wäre das Rohr "18m". Das müßte noch knapp 1m runter, dann hätte ich bis Erdoberfläche 40cm "Platz".
Oder etwas ziehen und den 18m abschrauben und dann sind es 17m + 40cm. So wie der "Testbrunnen" war, aber ich habe mein längeres Sumpfrohr und eine längere Filterstrecke.
Die alte Rohrtour hatte ich im Herbst auf fast 19,5m und habe dann zum "Reinigen" zwei Meter gezogen, d.h. insgesamt hatte ich am Ende nicht ganz 18m (17,5 + knapp einen halben Meter Platz nach oben).
Aaaaber ich war schonmal mit dem Rohr tiefer als jetzt!

Noja, morgen gehts erstmal weiter. Vielleicht kriegen wir das ja doch noch runter!

Bilder!
Eigentlich schaut es wie letztes Jahr aus.
Allerdings waren wir heuer so schlau und haben an unserem Rohr der Pumpe, mit der wir das Auflastwasser zwischen den Mörtelwannen hin und herpumpen, an jedes Ende eine Rohrkupplung gebaut. Letztes Jahr mussten wir das Rohr immer umdrehen... eigentlich total bescheuert.
Von der vier Mörtelkuften mach ich euch morgen eins.
Und zwei Kleinigkeiten habe ich zusammengebastelt... mach ich auch eins.
Schöne Grüße.
Roland
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Meißel-Erweiterung für die Kiespumpe

Beitrag von Moister » So 29. Jul 2018, 14:13

Also am Bohrtag 2 die zweite Ebene Mörtelwannen draufgestellt.
Die Statik ist eigentlich einwandfrei weil das Gewicht gleichmäßig verteilt ist neigt sich da nicht viel zur Seite.

Bild

Am Bohrtag 3 sah es etwas anders aus (leider war der Fotoakku leer). Die Seitenwände der unteren Wannen zeigten leichte Knicke, die leiden sichtlich unter dem Gewicht von oben und der Hitze.
Erstmal den aktuellen Stand ermitteln.
Rohrtour 18m + 0,5m Montagerohr = 18,5m
mit Rollmaßband im Rohr gemessen: 17,65cm also 85cm Dreck im Rohr

Dann mit der Kiespumpe angefangen. Eine Fuhre Sand und dann wieder nichts.
Eine Lehmschicht schließe ich aus, da wäre auch mal Schmiere an der Kiespumpe gewesen.
Ich würde ja mit dem Bohrgestänke ohne Bohrwendel im Rohr rumstochern aber da fehlen mir ein paar Meter Gestänge. :?
Und ein Schweißgerät fehlt mir im Werkzeugportfolio; und auch Stahlabfall gibts bei mir keinen.
Eigentlich habe ich nur die Kiespumpe zum Runterlassen. Und weil der Baumarkt bis 20:00 Uhr offen hat bin ich hingefahren um in der Eisenwarenabteilung rumzugoggern.

Heimgekommen bin ich mit zwei 1m M16 Gewindestangen, einem Winkeleisen und ein paar Muttern, Scheiben, Fächerscheiben... alles für die M16 Gewindestangen.
Daraus will ich mir einen Meißel basteln, den ich an/in die Kiespumpe montieren kann.
Und schon vorab: Das klappt super.

Zuerst habe ich aus aus einer Seite des Montagewinkels eine Scheibe rausgeschnitten, die den Durchmesser des Kiespumpenstößels hat. In dem Winkelblech sind immer Löcher für Schrauben, bei mir konnte ich eins für die Mittelbohrung verwenden.
Dieses Blech zentriert die Gewindestange später mittig im Rohr der Kiespumpe im unteren Bereich.

Die M16 Gewindestangen gabs nur in 1m Länge. Etwas zu kurz für meinen Plan. Deswegen mußte ich die mit einer langen Verbindungsmutter zusammenschrauben.
Das ist aber nicht schlecht weil so im Nachhinein der eigentliche Meißel leicht ausgetauscht werden kann.

Blablabla... Diese Ramm-Meißelstange ersetzt die Plömpelstange der Kiespumpe.
Ich hätte gerne am oberen Ende eine Ringöse draufgeschraubt um das ganze später mit einem Schekel am Zugseil zu befestigen (wie die Kiespumpe) aber es gab keine Ringösen mit M16 Innengewinde. Deswegen wird die später mit einer Kette befestigt.

Vormontiert, Meißel liegt noch daneben:

Bild

Bild

Das Meißelstück ist mit der Flex angespitzt worden.

Bild

Bild

Zur Montage des Meißels die Langmutter in den Schraubstock einspannen, Meißel eindrehen (im Bild von rechts" und Kontermutter samt Scheibe und Fächerscheibe festziehen:

Bild

Der Meißeleinsatz wird wie die Plömpelstange montiert. Die gelochte Scheibe in die Kiespumpe schieben, bevor sie ganz eingeschoben ist die Klappe reinklappen und weiter durchschieben. Ich habe die lange Verbindungsmutter genau in den Bereich der Klappe gemacht:

Bild

Oben die Stange in die Befestigung der Kiespumpe einlegen. Sicherungsflügelschraube montieren und die lange Verbindungsmutter (im Bild links) anziehen (damit die Meißelstange kein Spiel hat). (was ein Glück: Die Meißelstange und die Gewindestangen in meiner gepimpten Holzklammer sind M16, damit brauche ich am Bohrturm nur einen Gabelschlüssel):

Bild

Bei mir steht der Meißel unten etwa 17cm raus.
Durch die Löcher in der Scheibe läuft das Wasser beim Absenken gut hoch und beim Hochziehen raus.
Wenn die Pumpe am Boden steht ziehe ich sie ein Stück hoch und laß sie "fallen". Das mache ich ein paar mal und dann hebe ich sie "rythmisch" nur etwas an und gleich wieder ab. Ich habe das Gefühl durch die immer noch vorhandene Sogwirkung wird das Material etwas aufgewühlt.

Das hat dann auch geklappt und wir konnten das Rohr ca 80cm einplunschen. Bei jedem Zug an der Kiespumpe einen halben Zentimeter, mal einen Zentimeter oder zwei... dann stand die Holzklammer am Boden auf und es war Feierabend.
Für die 80cm wurde 4x gestochert. Vielleicht wäre ein längerer Meißel besser oder würde den ein oder anderen Stocherdurchgang sparen... ich habe eben immer etwas Muffe die Filterrohre zu beschädigen (denn genau in dem Bereich zieht man die Kiespumpe herum).
Das Konstrukt hat zwar nur einen Meißel aber der stochert auch nur in der Rohrmitte. Mit der Kiespumpe bin ich noch nie hängengeblieben. Da habe ich ein gutes Gefühl.
Mal schauen wie es weitergeht.
Schöne Grüße.
Roland
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Plan vs Realität

Beitrag von Moister » Mo 6. Aug 2018, 00:27

Es geht zäh. Eigentlich zähest!
Die letzte Woche war heiß und frustrierend.
Zwei Tage mit nur 4cm.
Aber um das Meterstück unter die Erde zu bekommen fehlen noch knapp 70cm.
Vielleicht steht die Rohrtour auf einem Stein und klemmt ihn ein? Also die Rohrtour um drei Zentimeter angehoben.
Und dann erstmal geplunscht wie dolle. Wir haben einen Abend gebraucht um das Rohr wieder diese drei Zentimeter runterzukriegen.
Ich habe dann doch noch den Meißel verlängert und beim OBI eine Öse mit M16er Gewinde bekommen.

Bild Bild

Meißel runter, plunschen... und kaum Material in der Kiespumpe.
Nur vereinzelte Steine und kaum Sand. Eine Kiesschicht hatte ich letztes Jahr auch auf der Tiefe, aber da kam ich dann doch tiefer.

Bild

Bild

Bei der Hitze kamen auch die gestapelten Mörtelwannen etwas aus der Form. Die unteren knickten unter der Last ein.
Gehwegplatten habe ich nicht (und wenn ich an Gehwegplatten denke tut mein Kreuz weh).
Lösung: Unten sind es jeweils zwei Wannen ineinander! Viiieeel stabiler und die Dinger kosten nur 3€.

Und dann kam die Kiespumpe hoch und irgendwas klemmt in der Klappe.
Das spitze Ende steckt gerade so in der Öffnung. Das andere Ende wäre nichtmal in die Öffnung reingegangen.

Stonezilla!

Bild

Es fehlen noch 17cm und es flammt die Hoffnung auf daß es nach dem Brocken wieder besser voran geht.
Falsch!
Ein Tag mit 7cm, einer mit 5cm und dann ein sehr langer Tag für den Rest. Die Holzklammer liegt endlich auf.
Der Plan wurde nicht erreicht aber im Prinzip schaut es doch gut aus:

Bild

Meine Hände sind Matsch!
Schöne Grüße.
Roland
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitrag von Benutzer » Mo 6. Aug 2018, 07:23

Roland, Hut ab.
Super Leistung was du da geschafft hast.
Was mir auch gut gefällt sind deine Einfälle, die Ideen etwas umzusetzen, mit handelsüblichen Materialien.
Großes Lob, für die Leistung und danke das du uns daran teil haben lässt!
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