Brunnenbau vom Moister

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Moister
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitragvon Moister » Sa 23. Mär 2019, 20:03

Frühling! Alarm!

Es bleibt schon lange hell und es ist warm.
Raus in den Garten und ran ans Loch.

Deckel vom Brunnenschacht auf und mal schauen:
Dreck (aus der Rinne): ein paar Blätter, ein bischen Dreck, OK
die weiße Preßspanplatte mit den Steckdosen: Wenn man genau hinschaut meint man etwas "Aufquellen" an der Sägekante am Umleimer erkennen, sogut wie nix... das hält ein paar Jahre.
Rückschlagventil reingeschraubt, Filterpatrone eingebaut, Strom am Unterverteiler für die Bewässerung einschalten, Pumpe an: Klappt sofort, kein Dreck oder Sand. Spitze.

Viel mehr neues gibts eigentlich noch nicht. Im Winter habe ich die Verkabelung in der Garage gemacht und jetzt ist die Stromzufuhr des Zwischenverteilers fertig.

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Und im Winter habe ich mir zwei 4fach Hutschienen-Aktoren für die Homematic als Bausatz zugelegt, da spart man schon ein paar Euro. Das gute daran: Einfacher Einbau, recht geringer Platzbedarf, Betriebsspannung 230V, galvanisch getrennte Relais-Umschaltkontakte, Statusleds und per Taster am Gerät zu steuern.

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Die Ausgangsspannung des 24V/AC Netzteils ist an alle Relais der Aktoren durchgeschliffen.
An die Ausgänge kommt dann eine Ader der Steuerleitung. Dann noch 3 Steueradern (drei weil das Telefonkabel nicht sooo großen Querschnitt hat) als gemeinsamme Leitung an den zweiten Anschluß am Ausgang des Netzteils.
Kleiner Hinweis zum Netzteil: Ich habe recht lang nach einem 24V/AC als Wechselspannungsnetzteil gesucht. Es ist ein Vemer vn320800 Trafo TMC 40/24. Dieses ist für Dauerbetrieb ausgelegt. Es gibt ein nahezu identisches Netzteil mit gleichen Daten, das günstiger ist; das ist aber nicht für Dauerbetrieb ausgelegt, ein Klingeltrafo eben. Also darauf sollte man achten sonst wird der Trafo heiß. Und das Netzteil ist recht klein. Das Netzteil sollte 10 Ventile gleichzeit ansteuern können (wobei eim Einschalten ein Anzugsstrom der Ventil-Magnetspule fließen kann, der dem 3fachen Haltestrom im Betrieb entspricht, deswegen bei vielen Ventielen diese verzögert nacheinander ansteuern).

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Was kommt im Frühjahr?
Die Hauptwasserpipeline rund ums Haus vergraben, mit Gardena-Wassersteckdosen und wahrscheinlich zwei oder drei Wasserhähnen (sind halt schon nett zum schnellen Händewaschen oder Gießkanne befüllen) und das Steuerkabelverteilerrohr verbuddeln.
Dann muß der Weg neben dem Anbau wieder gepflastert werden.
Und eigentlich wollte ich an die Hauptwasserpipeline zwei oder drei Ventilschächte anschließen und Versenkregner sowie Wassersteckdosen für Bewässerungsschläuche (oberirdisch) verbauen. Da komme ich bei der Plaung aber noch nicht recht zum Punkt.
Naja, nur soviel Stress wie nötig... dann wirds hoffentlich so gut wie möglich.
Schöne Grüße.
Roland
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Beginn der Gartenwasser-Pipeline.

Beitragvon Moister » Sa 20. Apr 2019, 20:37

Das schöne Wetter wurde ausgenutzt und der Weg am Anbau wieder begehbar gemacht. Allerdings wird er später nur noch bis zur Garagenecke gehen, der Rest wird entfernt.
Außerdem habe ich begonnen die Grasnabe auszustechen und den ertsen Graben für die Gartenwasserpipeline auszugraben.
Die Gartenpipeline verlege ich in der Rasenmitte weil da sonst wohl nichts weiter vergraben, herumgebaut, etc. wird.
Die Pipeline ist ein 32mm 1" Rohr.

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Als Ausgänge sind zwei Wasserhähne und drei Gartenwassersteckdosen geplant.
Den ersten Wasserhahn habe ich bereits montiert. Ich hatte zuerst überlegt wo ich die Wasserhähne im Garten platzieren soll aber ich wollte dann doch keine Granitsäule irgendwo rumstehen haben. Und dann haben sich die Hauswasser-Gartenhähne angeboten.

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Da der 1" Doppelnippel auf Maß abgesägt wurde hat das Wassersrohr unten kein Gewinde mehr. Beim Hornbach habe ich einen "Klemm-Übergang Gebo Typ I 3/4"IG auf 269 mm (3/4" Rohr)" besorgt, in den ein "Messing 25mm 90°-Winkel mit 3/4"AG" für das Kunststoff-Pipelinerohr geschraubt wird.
Blöderweise habe ich keinen Messingwinkel in 32mm auf 3/4"AG gefunden. Deswegen wird in die 32mm Pipeline ein Reduzierstück auf 25mm gebaut. Macht mir nichts weiter aus, alle Hähne und Wasserdosen sind 3/4", da ist das Reduzierstück nicht weiter tragisch.

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Am Rasenrand wird später die Leitung für die automatische Bewässerung vergraben.
Aber erst die Piepline... ich will ja das schöne Brunnenwasser anständig verfügbar haben.
Schöne Grüße.
Roland
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Wasserpipeline komplett!

Beitragvon Moister » Sa 4. Mai 2019, 19:47

Noch ein paar Impressionen meines Pipeline-Projekts:

Rechts, am Ende des kurzen Stichgrabens, kommt später eine Ventilbox hin.
Am Rohr, das aus dem Graben rausschaut, ist ein Blindstopfen damit man die Pipeline ohne Ventilbox in Betrieb nehmen kann.
Daneben sieht man das 40adrige Haupt-Steuerkabel, das aus dem Anbau kommt, sowie zwei 12polige Steuerkabel, die zu zwei anderen Ventilboxen gehen.

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Lange Gräben = langes Graben!
Vorne gehts seitlich zu Wasserdosen im Beet.

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Hier der Grabenverlauf zu einer Ventilbox, an der zwei Gardena Beet-Wasserdosen angeschlossen werden sollen.
Im Bogen kommt die 32mm Zuleitung von der Pipeline zur Ventilbox und eine Steuerleitung.
Gerade kommen die zwei 25mm Dosen-Rohre.
(Es hat sich angeboten die zwei Dosen-Rohre jetzt in den Pipeline-Graben zu vergraben.)

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An drei Grundstücksecken sind jeweils eine Gardena-Wassersteckdose für die Beetbewässerung (wird über ein 25mm Rohr von der Ventilbox versorgt) und eine Irritec Wasserdose für Gartenschlauch, etc. (direkt an 32mm Wasserpipeline) verbuddelt.
Das 25mm Rohr läßt sich eigentlich in recht kleinen Radien verlegen. Teilweise habe ich die Ecken des Grabens untergraben.

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Eingematscht...

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...und fertig!

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Der Graben geht zu einem der Wasserhähne:

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Und so schaut es aus wenn die Grasnabe wieder eingesetzt ist!

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Jetzt kann ich rund ums Haus aus zwei Wasserhähnen und drei Irritec-Wasserdosen das Brunnenwasser zapfen!
Als nächstes kommen die Ventilboxen und die Steuerkabelverteilung (da habe ich auch schon eine Idee).
Schöne Grüße.
Roland
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w_neufeld
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitragvon w_neufeld » Mi 15. Mai 2019, 14:06

Hallo Roland,
Danke für super Beschreibung! Ich bin ja auch kompletter Nullwisser in Thema "Brunnenbau", aber Deine Story hat mich motiviert, so dass ich wieder Mal auf Idee kam, Brunnen selbst zu bohren. Ich möchte auch den gleichen Bohrer, wie bei Dir, verwenden.

Viele Grüße,
Waldemar

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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitragvon aze2000 » Mi 15. Mai 2019, 18:04

wie kriegst denn die Gräben so sauber raus.... Hut ab. ;-)
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Grabenschaufel

Beitragvon Moister » Do 16. Mai 2019, 13:27

Schön dass der Graben gefällt.
Da hat mir die 50 Jahre alte Eigenbau-Grabenschaufel sehr geholfen.

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Erstmal habe ich vom Gehsteig aus gemessen damit ich einen Referenzpunkt habe wenn ich irgendwann mal am Rasen rumbuddeln will.
Dann zwei Stangen in den Rasen und eine Schnur gespannt. Sauberan der Schnur mit einem Eiskratzer entlanggestechen (ich habe den komplett samt dem orangenen "Stielhalter" reingerammelt). Mit einem Halbmond-Rasenkantenstecher geht es zwar einfacher, den Eiskratzer kann man aber so schön beim nächsten Schnitt ansetzen.
Dann die Schnur im gewünschten Abstand versetzen und nochmal Abstechen.
Mit einem Messer nachschneiden, Rasen etwas anheben und mit dem Messer an der Unterseite der Grasnabe entlangschneiden um sie sauber abzutrennen.
Ich fand das trockener Grasnabe einfacher als bei feuchter.
Logischerweise nicht vorher mit dem Vertikutierer die Grasnabe zerstückeln!
Dann mit dem Spaten nochmal am Rand desGrabens entlangstechen und dann noch im Graben kreuzweise einstechen um das Erdreich aufzulockern.
Und dann mit der Grabenschaufel raus mit dem Dreck.
Hört sich lang an, die Zeit spart man sich aber zu einem großen Teil beim "wieder schön machen" ein weil die Grasnabe sauber und ziemlich gleich breit abgestochen ist und der Graben einfach aufzufüllen ist. Da gibt es noch einen Stampfer aus einem U-Profil und einem aufgescheißten Rohr, der etwas schmäler als so einen Graben ist.
Wenn gestampft ist (sonst setzt sich die Grasnabe im Grabenbereich später), den letzten cm Erdreich nicht stampfen, Grasnabe auflegen, etwas mit einer Kelle wegnehmen oder drunterwerfen... so dass die Grasnabe gleichmäßig minimal raussteht... und mit dem Stampfer festbrettern.
Etwas Dünger drauf und Bewässern.

Die Grabenschaufel ist eigentlich eine normale (runde) Schaufel. Mit der Flex die Seiten abtrennen damit ein exakt paralleler Streifen in gewünschter Breite stehen bleibt.
Die abgetrennten Seitenteile geradedengeln, an das Mittelteil anheften, überstehendes Blech abflexen und die Seiten mit einer durchgehenden Naht anschweißen.
Das macht euch auch eine Werkstatt oder Installateur, einfach fragen.

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Schöne Grüße.
Roland
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Rasenbewässerung

Beitragvon Moister » So 21. Jul 2019, 21:08

Endlich geht es weiter mit der Rasenbewässerung.
Erstmal das einfachste Rasenstück, weil ziemlich rechteckig.

Bei Interesse könnt ihr auch im Ventilbox-Konfigurations Beitrag reinschauen.

Ventilbox eingegraben.
Fundament aus Betonsteinen.

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Rohre dran, Dichtigkeitstest und eingraben.

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Natürlich habe ich für die Platzierung aus Auswahl der Düsen einen Plan am PC gemacht. Dann im Garten an die geplante Stelle einen Spieß gesteckt und mit einer Schnur den Sektor überprüft den der Regner nass macht.
Da mekt man dann doch das der Garten die eine oder andere Abweichung vom Plan hat.

Als erstes wieder Gräben ausheben. Und das werden nicht wenige... jedenfalls mehr als für die Gartenpipeline.
Ein zwei Tage die Rohre in der Sonne auslegen.

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Anbohrschellen aufschrauben, anbohren, 11 Regner mit Flexschlauch.... Dichtigkeit prüfen und den ganzen Dreck wieder reinschippen und feststampfen.

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Die Grasnabe habe ich inzwischen auch schon wieder eingesetzt, ein paar Teile haben etwas unter der Hitze gelitten aber die werden schon wieder grün.
Für die eine Gartenseite ist eine Woche draufgegangen (7 Tage).
Ich hoffe die anderen zwei Seiten gehen etwas schneller weil sie kleiner sind, weniger Regner haben und ich schon einen gewissen Lerneffekt was die Sprenger angeht habe.

Die Wahl ist auf Hunter Pro-Spray Düsengehäuse mit diversen Hunter Rotatoren gefallen.
Verrohrung komplett 25mm PE-Rohr mit Irritec Anbohrschellen, Verbindung zu den Düsengehäusen mit Hunter Flexschlauch.

Keine Ahnung ob euch das überhaupt noch interessiert? Ist ja ein Brunnenforum!
Schöne Grüße.
Roland
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitragvon aze2000 » So 21. Jul 2019, 22:05

ja es interessiert ;-)
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Plunschmeister
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitragvon Plunschmeister » So 21. Jul 2019, 22:28

Ich kann mich da nur anschließen, natürlich interessiert es!
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
* 2712193509122015*
Gruß PM
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Trockenbohrer
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Re: Brunnenbau vom Moister

Beitragvon Trockenbohrer » So 21. Jul 2019, 23:14

So gut gemachte, informative Beiträge lese ich gern, auch wenn noch kein Brunnen vorhanden ist.
Der in die Tiefe will.... ;)

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