Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

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Eromi
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Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von Eromi » Mi 7. Dez 2022, 22:00

Hallo ihr Profis,
ich traue mich kaum hier zu schreiben, weil ich wirklich gar keine Ahnung von der Materie des Brunnenbaus haben, daher ziehe ich meinen Hut vor euch. ;)

Nun möchte ich mich trotzdem trauen und hoffe, dass ihr uns helfen könnt. Und zwar haben wir zum 1.1. einen Garten zur Pacht bekommen. Vorab dürfen wir jetzt schon mal schauen. Der Garten war sehr lange im Besitz eines Herren, der nun leider verstorben ist. Demzufolge alt ist auch schon der Brunnen und dessen Pumpe.
Nun zu meiner eigentlichen Frage, kennt jemand diese (Art) Pumpe und kann mir eine gute neue Alternative dazu nennen? Wie tief unser Brunnen ist, kann uns keiner genau sagen. Die Nachbarin nebenan hat wohl einen 11m Brunnen. Der andere Nachbar ein Stück weiter 13m. Also sollten wir uns auch in dieser Region befinden oder?

Desweiteren haben wir keinen Strom mehr auf dem Grundstück. Da wäre meine Frage, gibt es Handpumpen die diese Förderhöhe schaffen? Die Nachbarin meinte sie hatte vor Jahren mit der Hand gepumpt. Wäre es sogar möglich eine Pumpe über Solar zu betreiben? Sorry für die vielen Fragen.

Der Kessel neben der Pumpe diente wohl als Wasserspeicher für das Haus. (Toilettenspülung etc.)

Ich danke euch bereits jetzt für eure Antworten!!!


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i10
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Re: Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von i10 » Fr 9. Dez 2022, 03:30

Hallo und willkommen im Forum.
Ja es gibt Solarpumpen mit 12 oder24 V.
Schau mal bei Abendi Pumpen.
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Thoralf
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Re: Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von Thoralf » Fr 9. Dez 2022, 08:16

Moin Eromi!

Wo führt denn der grüne Saugschlauch hin? Ist der fest verschraubt oder hängt der frei im Brunnen?

Die Pumpe ist eine Kolbenpumpe, die ebenso wie eine Handpumpe ansaugt. Wenn diese Pumpe lief, dann sollte es auch eine Handpumpe tun.

So eine Kolbenpumpe (sieht aus wie meine Pumpe¹ aus dem Pumpenwerk Salzwedel, was der Ursprung der Loewe-Wasserknecht-Pumpen ist) ist eigentlich unkaputtbar bzw. nahezu immer reparabel (wie auch Beispiele hier im Forum zeigen).
Versuch doch mal, ob sich die Pumpe von Hand noch bewegen lässt (Schutzgitter abschrauben, an der Riemenscheibe drehen). Wenn ja, dann könntes Du darüber nachdenken, sie weiter zu nutzen. Mit Solaranlage + Akku, und dann entweder Wechselrichter (3~, das dürfte etwas teurer werden) oder Umbau auf DC-Motor (handwerkliches Geschick vorausgesetzt).

Falls Du über eine Weiternutzung nachdenkst, hier ein paar Hinweise:
Das Typenschild ist nur das des Motors. Wenn man von der Leistung 0,75 kW ausgeht, dann dürfte es einem Pumpenmodell mit 2,5 m³/h und 4 bar entsprechen. (oder ist an der Pumpe selbst noch irgendwo ein Schild zu finden? Bei meiner Pumpe habe ich ein Foto davon in meinem Blogeintrag)
Bei Solar sollte man ja sparsam sein und nur so viel verbrauchen wie nötig. Du könntest die Pumpe auch langsamer laufen lassen. Halbe Drehzahl, halbe Förderung, halbe Leistung. Jedenfalls ungefähr.
Solaranlage mit Batterie als Puffer, von dort auf den DC-Motor
DC-Motoren sollte man für 12 Volt oder 24 Volt bekommen, aber Du brauchst einen, auf den Du die Riemenscheibe montieren kannst.
Es ginge natürlich auch ein 3~400V Dieselgenerator im Garten zum Antrieb der Pumpe. :D

LG
Thoralf

¹ blende-acht.blogspot.com/2014/06/alte-pumpe-mit-neuer-technik.html
Der Elektroingenieur in mir meint: "Wasser braucht Strom" 8-)
Meine Projekte gibt es auch in meinem Blog:
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Plunschmeister
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Re: Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von Plunschmeister » Fr 9. Dez 2022, 09:28

Willkommen im Forum!
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
* 2712193509122015*
Gruß PM

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Re: Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von Eromi » Fr 9. Dez 2022, 11:09

Vielen Dank für den Tipp. Dann werde ich mal schauen.

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Re: Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von Eromi » Fr 9. Dez 2022, 12:50

Hallo Thoralf,
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und Anleitung.

Tatsächlich hat mein Mann das Typenschild jetzt doch noch gefunden. Es lag gut versteckt und man musste es suchen.

Unser Problem ist halt der fehlende Strom. Ohne Strom auch kein Wasser. :( Der Garten hat eine Fläche von 550 qm, wobei wir hauptsächlich Bäume und Hecken haben, die nicht zwingend gegossen werden müssen. Wir würden uns gern 2-3 kleine Beete mit eine Gesamtfläche von 15-20qm anlegen. Für die Bewässerung dieser Beete und der Toilettenspülung benötigen wir das Wasser.

Gern würden wir auf Strom verzichten (Kompletter Stromanschluss etc. ca. 5000€) und es im kommenden Jahr mit einer Handpumpe versuchen, sofern dies möglich ist. (Wir sind da hoffentlich nicht zu blauäugig)Welche Pumpe wäre denn da empfehlenswert? Sind Pumpen von Nira empfehlenswert, oder gibt es bessere Alternativen?

Vielen Dank bereits im voraus!

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Thoralf
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Re: Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von Thoralf » Fr 9. Dez 2022, 15:35

Hallo Eromi,

ja, die Bilder helfen schon weiter. Der grüne Schlauch endet auf einem Rückschlagventil mit Entleerungsöffnungen (oberhalb/unterhalb des RV - da könnt Ihr im Winter das Wasser ablassen). Was für ein Brunnnen darunter ist, kann man nur vermuten. Vielleicht einfach ein Ramm- oder Spülbrunnen (für Rammbrunnen wäre die Pumpe zu stark). Ich würde da erst mal nicht rangehen, sondern die Installation so lassen - in der Hoffnung, dass alles dicht ist. (allenfalls den grünen Schlauch kann man problemlos austauschen, wenn der für andere Anwendungen zu kurz ist - der ist oberhalb des RV.

Apropos Wasser ablassen: Achtet darauf, dass auch die Pumpe im Winter trocken ist - es wäre schade um das gute Stück, wenn sie Frost bekommt, gefriert und platzt. Der Kessel ebenso. Denn den Bildern nach ist die Gartenlaube wohl eher nicht frostfrei. Einfach nur am RV die Schrauben öffnen reicht nicht, um die gesamte Anlage zu entleeren. Vermutlich müsste man die Flansche und den Windkessel (den "Deckel" der Pumpe) abschrauben. Ich weiß es nicht genau - meine stand immer im Keller, deshalb brauchte ich sie nie entleeren.

Was den Antrieb ohne Strom angeht - da haben wir mal in diesem Beitrag http://brunnen-forum.de/viewtopic.php?f ... 623#p21704 etwas drüber diskutiert (nicht ganz ernst, aber dennoch durchaus real machbar). Plunschmeister hatte da einen ganz einfachen Vorschlag. (Viel Spaß beim treten! :D )

Handpumpe: Du kannst den grünen Saugschlauch an eine stinknormale Handschwengelpumpe anschließen, die billigsten aus dem Baumarkt reichen. Dann musst Du nur mal schauen, wie Du diese befestigst, weil Du hast ja dann kein Rohr zum Pumpe draufschrauben. Es gibt Modelle mit seitlichen Befestigungen, zum Anschrauben an eine Wand oder Holzbalken.

Handschwengelpumpen sind nur für drucklose Förderung geeignet. Wenn Du das Wasser z.B. ein Stück weit hochpumpen willst, zum Beispiel in einen höher gestellten Speicher-Behälter mit Wasserhahn, zum mal zwischendurch Wasser zapfen, dann wäre evtl. eine Flügelpumpe geeignet. Solch eine: https://www.pumpen-schmidt.com/pumpen/g ... -1-24l/min
(Eine solche Flügelpumpe hatte mein Großvater in seinem Gartenhaus. Etwas höher auf einem Schrank stand eine kleine Wanne, die wurde mit der Pumpe gefüllt und dann hatte er über einen Schlauch einen Wasserhahn am Waschbecken angeschlossen)
Für Tropfbewässerung ginge ein höherer Speicher wohl ebenfalls, aber da kenne ich mich selbst nicht aus.

Bei den Pumpen, egal welche, dürft Ihr insgesamt 9,x m Saughöhe nicht überschreiten. Da Ihr nicht wisst, wo das Wasser steht: es kann sein, dass es bei 2 oder 3 m steht, dann habt Ihr genug Reserve. Es kann auch sein, dass es bei 8,x m steht und es die Elektropumpe "gerade so" schaffte. Dann dürfte die Handpumpe nicht noch nen Meter höher sein.

LG
Thoralf
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Plunschmeister
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Re: Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von Plunschmeister » Sa 10. Dez 2022, 09:51

Es sind aber auch Handschwengelpumpen als Saug- und Druckpumpen erhältlich. Diese Pumpen besitzen oben dann einen kleinen Druckbehälter. Es kann ein Druck von bis zu 2.5 bar erzeugt werden.

Nicht ganz so umweltfreundlich ist die Verwendung mit Stamo-Motor:
http://brunnen-forum.de/viewtopic.php?f ... tamo#p2299
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Gruß PM
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Thoralf
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Re: Aller Anfang ist ungewiss - vielen Dank für die Aufnahme

Beitrag von Thoralf » Sa 10. Dez 2022, 14:12

Danke für den Hinweis. Jetzt, wo Du's sagst ... habe ich sowas auch schon mal wahrgenommen. Als Spielplatzpumpe. Dass die auch Druck erzeugen können, hatte ich bisher nicht gewusst. Google fand unter dem Stichwort "Handschwengelpumpen als Saug- und Druckpumpe" z.B. so etwas: https://www.pumpen-beyer.de/sd-75-standard.html

Auf einem Bauernhof sah ich mal eine Version einer Kolbenpumpe, bei der man unten den Auslauf mit einen Gewinde-Deckel verscdhließen konnte und dann lief über ein oben kurz unter dem Schwengelmechanismus angebrachtes (ausreichend dickes) Rohr das Wasser in freiem Gefälle in den Kuhstall, neben dem die Pumpe stand.

Das mit dem Töfftöff-Motor ist aber auch hübsch. Nur nicht so sehr gartennachbartauglich. ;) :D

LG und schönen 3. Advent!
Thoralf
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