Probleme mit zu viel Sand


hsmbauservice
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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von hsmbauservice » Fr 1. Jul 2022, 18:45

Und VOB Teil C ist nur für Abrechnung. Solltet ihr mal alle 3 teile in der aktuellen Fassung benötigen kann ich euch ein Exemplar Firmenmäßig zukommen lassen. Das ist auch ein Punkt bei der VOB die immer in der aktuellen Fassung dem Auftraggeber/ Auftragnehmer vorliegen (in Papier bei beiden Parteien) muss. Ein Bezug auf die vob reicht nicht
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Plunschmeister
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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von Plunschmeister » Fr 1. Jul 2022, 19:51

Hier mal die Leistungen einer zertifizierten Brunnenbaufirma nach DVGW W 120-1

https://www.waterbrothers.de/brunnenbau
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Thoralf
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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von Thoralf » Fr 1. Jul 2022, 22:52

Merkblatt W 119 2002-12 Entwickeln von Brunnen durch Entsanden - Anforderungen, Verfahren, Restsandgehalte
https://shop.wvgw.de/detail/4bfccf165f9 ... 1557297405 Papierform 65 EUR, Download 55 EUR

Darin steht u.a.

4.1 Klarpumpen

Das Klarpumpen ist keine Entsandungsmaßnahme, es dient folgenden Zwecken:

Entfernung der durch die Bohr- und Brunnenausbauarbeiten unvermeidbar eingetragenen Stoffe, insbesondere Spülungsrückstände. Faktoren, die zum Eindringen der Spülung ins Gebirge beitragen sind:
–Spülungsdruck (Differenz zwischen Spülungsspiegel und Grundwasserspiegel)
–Falsche Spülungszusammensetzung
–Bohr- und Standzeiten
–Nichtberücksichtigung der Quellzeiten
–Nichteinhaltung der Bohrparameter (z. B. Auftriebs- und Sinkgeschwindigkeiten)
Orientierungshilfe für die Planung des späteren Brunnentests
Entscheidungsgrundlage über Umfang und Methode von Entsandungsmaßnahmen
Säubern von Brunnen und Grundwassermessstellen, die z. B. länger außer Betrieb waren

Das Klarpumpen erfolgt im unmittelbaren Anschluss an den Ausbau des Brunnens bzw. der Grundwassermessstelle, da jede Verzögerung die Gefahr der Kolmation erhöht.
(...)
Beim Klarpumpen ist ein Volumenstrom anzustreben, der möglichst über QBetr. liegt. Wenn es die Fördereinrichtung und die hydraulischen Verhältnisse des Brunnens zulassen, sollte der Volumenstrom mit abnehmender Trübung langsam auf QBetr. erhöht werden. QBetr. wird in der Regel vom Betreiber vorgegeben.

(...)

5 Aufgaben des Entwickelns durch Entsanden

Das Entsanden eines Brunnens stellt nach Ende der Ausbauarbeiten eine wichtige Maßnahme zur Entwicklung des Brunnens dar, die im Leistungsverzeichnis in gesonderten Positionen aufzuführen ist (siehe Abschnitt 14). Das Entwickeln hat dabei folgende Aufgaben:

Verhinderung einer späteren Sandführung, so dass die Richtwerte für den Restsandgehalt im Brunnenwasser nicht überschritten werden (siehe Abschnitt 11)
Vergrößerung des Porenraumes des Grundwasserleiters im Nahbereich des Brunnens durch Entfernen der Feinanteile; der Effekt ist um so größer, je höher der Ungleichförmigkeitsfaktor des Grundwasserleiters ist
Entfernung der beim Bohrvorgang eingetragenen Stoffe aus dem Grundwasserleiter

(...)

(Dann folgen einige Entsandungsverfahren, "Kolben", "Intermittierendes Abpumpen (Schocken)", "Intensiventsanden mit abgepackter Unterwasserpumpe oder mit Seiher", "Wasserhochdruck (Druckwellen-/Impulsverfahren gemäß DVGW-Merkblatt W 130)",
(...)

11 Sandfreiheit/Restsandgehalt

Der Restsandgehalt ist im Rahmen des Abnahmepumpversuches nachzuweisen. Die Messung beginnt frühestens nachdem die Einflüsse des Einschaltens der Unterwassermotorpumpe bzw. Änderungen im Volumenstrom im Wesentlichen abgeklungen sind (z. B. quasistationäre Strömungszustände).

Anforderungen an den Restsandgehalt beim Abnahmepumpversuch

Anforderungen | Restsandgehalt
an den Brunnen | in g/m3
Hoch | < 0,01
Mittel | < 0,1
Gering | < 0,3

Die an den Brunnen zu stellenden Anforderungen ergeben sich im Allgemeinen aus der Betriebsweise und aus den nachgeschalteten Anlagen.

Hohe Anforderungen werden an einen Brunnen gestellt, wenn selbst eine geringe Sandführung den Betrieb der Versorgungsanlagen erheblich stören würde. Mittlere Anforderungen sind zu stellen, wenn größere Störungen der Versorgung nicht zu befürchten sind. Geringe Anforderungen entsprechen den an den Restsandgehalt zu stellenden Mindestanforderungen für Brunnen.

Trübungen können selbst nach erreichter Sandfreiheit im geförderten Rohwasser immer noch vorhanden sein. In diesem Fall eignet sich zur Reduzierung der Trübung ggf. die Weiterführung der Entsandungsmaßnahmen mit einer geringeren Fördermenge und längerer Pumpzeit bzw. ein längeres Klarpumpen.

(...)
======================================
Vielleicht kann einer der Brunnenexperten was sagen, ob in dem Fall eines der Entsandungsverfahren erfolgreich wäre.

LG
Thoralf
Der Elektroingenieur in mir meint: "Wasser braucht Strom" 8-)
Meine Projekte gibt es auch in meinem Blog:
https://blende-acht.blogspot.com/search/label/Brunnen
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Plunschmeister
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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von Plunschmeister » Sa 2. Jul 2022, 09:50

Vielleicht kann einer der Brunnenexperten was sagen, ob in dem Fall eines der Entsandungsverfahren erfolgreich wäre.
Eventuell das Schocken.

Ich gehe mal wie von Florian bereits angesprochen, von einem Bruch der Filterstrecke aus oder die Filterstrecke steht nicht zentriert in der Kiesschüttung.

Offenbar wurde der Brunnen im Spülbohrverfahren erstellt und im unteren Bereich konnte das Bohrloch nicht offen gehalten werden. Daher war auch nur ein gewaltsames Absenken der Rohrtour möglich.

Es ist durchaus üblich im Feinsand eine SW von 0,5 mm zu verwenden, nur muss die Filterkiesschüttung im Anschluss vom Schüttkorn her passen. Natürlich muss auch die Stärke der Schüttung um die Filterstrecke herum gleichmäßig sein, ansonsten ist diese wirkungslos.
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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von SWO » Di 5. Jul 2022, 15:23

Hallo,
ich habe dem Brunnenbohrer ein Frist bis zu 15.07.2022 gesetzt, um eine Lösung zu finden. Andernfalls sähe ich mich gezwungen einen Sachverständigen einzuschalten, der prüft, ob für das Erdreich eine Filterstrecke von 10 m mit 0,5 mm Schlitzweite passend ist.
Und nochmals gefragt wo der Sand herkommt.
Ich wollte, dass er sich das anschaut, analysiert und ggf. die Pumpe auf eine andere Höhe hängt oder sonst was probiert.

Seine Antwort ist wie folgt:
Soviel Sand kann nur aus dem Erdreich kommen.
Er ist bereit in das DN115, das nächstmögliche DN80 mit Filtervlies und zusätzlichem Filterkies einzubringen.
Dafür müsste ich ein 2,5" Pumpe einsetzen.

Das klingt für mich erstmal nicht schlecht und nach einer Lösung.
Was haltet ihr davon?
Ist das eine gute Lösung oder kommen die Probleme mit der Zeit wieder?
Soll ich darauf eingehen.

Gruß
Bernhard
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Eriberto
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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von Eriberto » Di 5. Jul 2022, 19:07

Hallo Bernhard,

... nun... ein Zugeständnis.

"Er ist sich seiner Schuld bewusst."

Ob du dich darauf einlassen möchtest bleibt dir überlassen...

Fachgerecht ausgeführt wurde der Brunnen nicht! Ich für meinen Teil würde darauf bestehen, dass der Brunnen - so wie bestellt - erstellt wird.
2,5 Zoll-Tiefbrunnenpumpe schränkt die Auswahl für späteren Ersatz (Stichwort: Verschleiß) schon ganz schön ein.

Gruß
Florian

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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von SWO » Mi 6. Jul 2022, 13:53

Was die Möglichkeiten betrifft, den Brunnen wie bestellt, hinzubekommen, habe ich keinerlei Vorstellung wie das gehen soll.
Sollte tatsächlich das Rohr nicht zentriert stehen oder die Filterstrecke gebrochen sein, erfordert dies doch sicherlich größere Eingriffe, was ich beim neu angelegten Garten vermeiden möchte.

Was ich mir Vorstellen kann ist:
Eine DN80 Rohrtour mit einer Feinsandfilterstrecke von ca. 2 - 3 m, ansonsten Vollrohr und eine 3" Pumpe in das bestehende Rohr reinzustellen.
Wenn zwischen die Rohre kein weiterer Filterkies eingebaut wird, könnte ich auch nach Jahren bei Problemen die Rohrtour immer wieder erneuern bzw. die Filterstrecke tauschen..
Die Pumpe würde ich nach dem Bedarf des Bewässerungssystems plus Reserve auslegen und sie könnte im Vollrohr hängen.

Soweit meine laienhafte Vorstellung. Auf jeden Fall möchte ich vorher abstimmen was gemacht wird, um die Tragweite für die Zukunft zu verstehen.
Was ist bei Problemen in 5 Jahren. Bei meinem Konzept wäre ich unabhängig und könnte Probleme selbst beheben.

Was meint Ihr, ist das machbar bzw. sinnvoll ?

Gruß
Bernhard

andreas kr
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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von andreas kr » Mi 6. Jul 2022, 17:10

Hallo Bernhard,

bevor ich mich mit einer Notlösung zufrieden gegen würde, wäre für mich erstmal wichtig herauszufinden, wo das Problem liegt.

1. Ich würde zuerst mit einer Kiespumpe das Sumpfrohr ausräumen und schauen, ob die Bodenkappe intakt ist. Ist diese z.B gebrochen oder verrutscht, wäre der Boden neu zu verschließen.

2. Ist hingegen die Rohrtour gebrochen, dann wäre für mich interessant wo. Im unteren Bereich könnte ich ggf. mit leben, wenn das Rohr über dem Riss verschlossen wird und noch eine ausreichende Wassersäule zur Verfügung steht.

Eine USB Kamera mit 15 oder 20 Meter Kabel kostet keine 50 Euro und einen Beitrag zur Ursachenforschung leisten.

Erst nach den gewonnen Erkenntnissen würde ich mich mit einem weiteren Kompromiss auseinandersetzen.

VG

Andreas
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Eriberto
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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von Eriberto » Mi 6. Jul 2022, 18:47

andreas kr hat geschrieben:
Mi 6. Jul 2022, 17:10
Hallo Bernhard,

bevor ich mich mit einer Notlösung zufrieden gegen würde, wäre für mich erstmal wichtig herauszufinden, wo das Problem liegt.

1. Ich würde zuerst mit einer Kiespumpe das Sumpfrohr ausräumen und schauen, ob die Bodenkappe intakt ist. Ist diese z.B gebrochen oder verrutscht, wäre der Boden neu zu verschließen.

2. Ist hingegen die Rohrtour gebrochen, dann wäre für mich interessant wo. Im unteren Bereich könnte ich ggf. mit leben, wenn das Rohr über dem Riss verschlossen wird und noch eine ausreichende Wassersäule zur Verfügung steht.

Eine USB Kamera mit 15 oder 20 Meter Kabel kostet keine 50 Euro und einen Beitrag zur Ursachenforschung leisten.

Erst nach den gewonnen Erkenntnissen würde ich mich mit einem weiteren Kompromiss auseinandersetzen.

VG

Andreas
All das wäre m.E. Sache des Brunnenbauers...
Ich behaupte, dass auch ein eventuell bemühtes Gericht dies so sehen würde.
Gruß
Florian

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Re: Probleme mit zu viel Sand

Beitrag von hsmbauservice » Mi 6. Jul 2022, 22:44

Das kann ich generell als staatlich beauftragter Sachverständiger für andere Bauprobleme nur bestätigen.
Der Unternehmer trägt aktuell die Beweislast, warum solltest du die Sachverhalte prüfen.
Gruß Björn
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