Hydraulischer Widder in Alzgern

Wasserpumpe ohne Strom
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Hydraulischer Widder in Alzgern

Beitragvon Plunschmeister » Mi 14. Jan 2015, 17:14

Widderanlage in Alzgern
>>>Ein Beitrag für technisch Interessierte<<<

Alzgern ist ein Ortsteil der Stadt Neuötting im oberbayerischen Landkreis Altötting (Bayern) mit mehr als 1.000 Einwohnern. Er liegt östlich von Neuötting zwischen Inn und Alz auf einer Höhe von 472 m ü. NN.[1]


In dem beschaulichen Ort in Oberbayern kommt seit 2014 eine Wasserpumpe ohne Strom erfolgreich zum Einsatz. Den Grundstein für diese Erfindung legten bereits 200 Jahre zuvor die Gebrüder Montgolfier mit ihrer Erfindung, den hydraulischen Widder.

Diese althergebrachte Technik nutzt Energie zum Nulltarif, schont das Trinkwasservorkommen und ist dazu noch umweltfreundlich.

Die Wasserversorgung des Dorfbrunnens und der Wassergränge auf dem Friedhof in Alzgern übernimmt ein Adler-Widder der Größe 7.

Für die Wasserverteilung vom hydraulischen Widder zum Dorfbrunnen und der Wassergränge aber sorgen zukünftig „ Platonische Körper“.
Im Zuge der Dorferneuerung wird dieses Kunstwerk vom Amt für ländliche Entwicklung in Oberbayern und von der Stadt gemeinsam getragen und durchgeführt.



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Vorführung: ADLER N°7 in Alzgern



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ADLER N°7 mit improvisiertem Triebschacht und 3 Zoll Triebleitung


Den Zuschlag für den Bau dieser einmaligen Widderanlage erhielt Norbert Samweber von WAMA-Widder


Bildquelle:
Copyright© Norbert Samweber; WAMA-Widder
Literaturverzeichnis:
[1] wikipedia.de
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
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Re: Hydraulischer Widder in Alzgern

Beitragvon Plunschmeister » Do 15. Jan 2015, 18:32

Bauphase - So entsteht eine Widderanlage:

Die Widderanlage wird in die vorgefundene Geländesituation eingepasst. Hierzu muss das Gelände nivelliert werden.

Ein Widder funktioniert nicht alleine, vielmehr benötigt dieser eine Triebleitung: Diese gewährleistet den richtigen Antrieb. Widder und Triebleitung bilden eine Einheit - die Widderanlage. Beim Bau einer solchen Anlage muss eine besondere Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden.

Die Aufgrabungsarbeiten für Rohrleitungen und Schächte verursachen die meisten Kosten beim Bau einer solchen Anlage und sind sehr zeitintensiv.

Bau der Zuflussleitung & Bau Triebschacht:
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Das Bachbett ist an dieser Stelle in Beton gefasst und musste mittels Kernlochbohrung „angezapft“ werden.

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Die im Anschluss verlegte PVC Rohrleitung leitet das Bachwasser zum Triebschacht.

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Zuflussleitung aus dem Bach zum Triebschacht. Über eine lange Strecke fällt diese Leitung vom Bach bis zum Triebschacht minimal.

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Bild links: Zuflussleitung im Triebschacht auf dem Bodengrund, Überlauf im Triebschacht seitlich.
Abgang für Triebleitung noch nicht gebohrt.
Bild rechts: Ausgang der Triebleitung vom Triebschacht zum Adler.
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Der Widder wurde direkt am Bach installiert, so wird das überschüssige Wasser, welches durch das Klappventil entweicht dem Bachlauf wieder zugeführt.
Ein Adler-Widder N° 7 wird bei einer zur Verfügung stehenden Wassermenge von 120 bis 220 l/min. eingesetzt.
Die Triebleitung hat in diesem Fall eine Länge von 6m und einen Durchmesser von 3 Zoll. Die Fallhöhe beträgt 0,95 m : Die Förderhöhe 3,50m.


Bildquelle:
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Re: Hydraulischer Widder in Alzgern

Beitragvon Plunschmeister » Mi 21. Jan 2015, 19:05

"Platonische Körper"

Normalerweise fördert ein hydraulischer Widder das Wasser über einige Höhenmeter direkt zu den Verbrauchern hinauf. Bei dieser Widderanlage muss der Adler-Widder das Bachwasser jedoch nur in eine Höhe von 3,50m pumpen.


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Animation - By Waglione; CC BY-SA 3.0


Die eigentliche Wasserverteilung - Dorfbrunnen - Wassertröge erfolgt nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren, den "Platonischen Körpern".

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Vom anderen Bachufer aus wurden PE-Leitungen zu den o.g. Verbrauchern verlegt. Diese Leitungen werden zu einem späteren Zeitpunkt an Behälter angeschlossen, welche dann als Kunstobjekt in die gesamte Widderanlage integriert sind.

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provisorische Wasserverteilung, KG-Rohr vom Überlauf Triebschacht



Da die Gestaltung des Kunstobjektes noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, hat man zunächst provisorisch Kanister aufgehängt, um die Wirkungsweise der Anlage zu überprüfen.

Der Widder pumpt das Bachwasser in den roten Kanister, von diesem läuft das Wasser in den hellblauen und schließlich von diesem in den dunkelblauen Kanister.
Jeder Behälter kommuniziert durch die verlegten Leitungen mit einem Wasserverbraucher. Der hellblaue Kanister zB. mit einem Wassertrog auf dem Friedhof. Ist der Wassertrog gefüllt, läuft das Wasser aus dem hellblauen Kanister über und fließt in den Bach zurück. Entnimmt man aus dem Wassertrog Gießwasser, füllt sich dieser wieder.
Natürlich war hier ein genaues nivellieren erforderlich. So Beträgt die Entfernung Wasserverteilung -Wassertröge 30m und 70m, die Entfernung Wasserverteilung -Dorfbrunnen 120m.
Durch das angewendete Prinzip der kommunizierenden Röhren wurde das Verlegen einer Überlaufleitung von den Wassertrögen zurück ins Bachbett überflüssig.


Bau der Wasserverteilung:

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Bildquelle:
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Re: Hydraulischer Widder in Alzgern

Beitragvon Plunschmeister » Fr 23. Jan 2015, 17:56

Testlauf ADLER -Widder N°7

http://youtu.be/OTxzQf3lWLU

http://youtu.be/GJ2nKv7dnMs

Videos YT:
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Re: Hydraulischer Widder in Alzgern

Beitragvon Plunschmeister » Mo 27. Apr 2015, 17:09

Die_fertige_Widderanlage_ in_Alzgern

http://youtu.be/s18VqIcEWiY

Gerade im Zuge der Energiewende sind einige Anwendungsmöglichkeiten denkbar, in denen der hydraulische Widder seinen Beitrag leisten kann.
Neben neue Techniken ist es auch zwingend erforderlich althergebrachte und bewährte Technik wieder verstärkt zum Einsatz zu bringen.
Langfristig können Energieprobleme nur bewältigt werden, wenn Techniken zum Einsatz kommen, die auch mit unserem Ökosystem in Einklang stehen.
Hier sind unsere Ingenieure gefragt.
Glück Auf!


Video YT:
Copyright© Norbert Samweber; WAMA-Widder
Besten Dank für die freundliche Unterstützung unseres Forums an den Samweber Norbert !


PM 04-2015
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