Die Triebleitung

Wasserpumpe ohne Strom
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Die Triebleitung

Beitragvon Plunschmeister » Mi 12. Apr 2017, 16:56

Der Antriebsmotor einer Widderanlage, ist die Triebleitung.

Bild
ADLER N°7 mit 3" Triebleitung
Der Triebleitungsdurchmesser wird auf die Baugröße des Widders abgestimmt.


Die Triebleitung sollte in gerader Linie verlegt und aus dem Reservoir an der tiefsten Stelle herausgeführt werden – so wird eine möglicherweise auftretende Kavitation und ein daraus resultierender, zusätzlicher Widerstand vermieden.
Durch die Anordnung an der tiefsten Stelle, steht die Leitung unter der statischen Druckhöhe des Wasserreservoirs - eine Dampfbildung und eine daraus resultierende Druckabsenkung im strömenden Triebwasser wird hierdurch vermieden.

Gleiche Wirkung lässt sich erzielen, wenn die Triebleitung nach unten durchhängend (in Form einer Asymptote) verlegt wird.

Idealerweise besitzt die Leitung am Anfang einen trompeten-förmigen Trichter, damit es am Einlauf nicht zu Verwirbelungen kommt. (Luftblasen bleiben so nicht in der Leitung hängen)

Die Länge der Triebleitung steht im Zusammenhang mit dem Gefälle, das überwunden werden muss und dem Durchmesser der Triebleitung selbst.
Praktisch bewährt haben sich Neigungen von 1: 3 bis 1 : 12, wobei das Verhältnis Triebwassergefälle : Triebleitungslänge 1 : 4 - als Idealwert anzustreben ist.
Die Triebleitung sollte also 4 x so lang sein, wie die Gefällhöhe H. (Triebhöhe)[1]

Bei Verhältnissen von 1:5 bis 1:6 wird die Wassersäule zwar etwas langsamer, hat aber durch ihre Länge mehr Volumen und damit mehr kinetische Energie..

Bei einer zu flach verlaufende Triebwasserleitung wird der Widder nur träge laufen, bei einer sehr steilen Leitung, werden die Widderschläge in schneller Abfolge erfolgen und der Widder zum Stillstand kommen.


Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Triebleitungslänge anhand ihres Durchmessers zu bestimmen, denn es besteht ein Zusammenhang zwischen Durchmesser und Länge der Triebleitung.
So muss dieses Verhältnis im Bereich zwischen 150 und 1000 liegen. Die minimale Leitungslänge der Triebleitung wird mit 150 X Durchmesser, die maximale Länge mit 1000 X Durchmesser berechnet.[2]

Beispiel: 1 Zoll Triebleitung

150 x 1,5“ = 225“ ----> 5,715 m (minimale Leitungslänge)
1000 X 1,5“= 1500“ ----> 38,1 m (maximale Leitungslänge)


Der Winkel zwischen Triebleitung zum unteren Wasserlevel des hydraulischen Widder sollte zwischen 7° bis 10° betragen.[3]




Wird die Triebleitungslänge überschritten, so besteht die Möglichkeit ein Standrohr zusetzen , auch ist der Einsatz einer Spiraltriebleitung denkbar.





Bildquelle:
Copyright© Samweber Norbert; WAMA-Widder
Literaturverzeichnis:
[1] Weinmann, Peter; Faszination Hydraulischer Widder; Weinmann Sondermaschinenbau GmbH; 2009, S. 34
[2] rampumps.net
[3] rampumps.net
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Re: Die Triebleitung

Beitragvon Plunschmeister » Mi 12. Apr 2017, 17:43

Spiraltriebleitung:

Gerade im schwierigen bergigen Gelände, sind gerade verlaufende Triebleitungen in der erforderlichen Länge oft nicht, oder nur sehr schwer unter hohem Kostenaufwand zu realisieren.
Hier kann der Einsatz eine Spiraltriebleitung sehr sinnvoll sein.

BildBild










Der Vorteil dieser Leitung im unwegsamen Gelände, liegt in ihrer Kompaktheit.
Ist das Gelände beispielsweise zu steil, sodass nicht die erforderliche Leitungslänge untergebracht werden kann, wird neben einer normalen, geraden Leitung - ergänzend eine Spiraltriebleitung verwendet.
Praktisch eine Kombination aus beiden Triebleitungsarten.









Falke N°1 mit 3/4" Spiraltriebleitung

Triebhöhe: 6 bis 7m, Triebleitungslänge: 15m gerade + 19m Spirale (Edelstahl 3/4“), Förderhöhe ab Widder: ca. 70m


https://youtu.be/ktBz3sVgoG4




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Re: Die Triebleitung

Beitragvon Plunschmeister » Do 13. Apr 2017, 16:05

Spiraltriebleitung mit Puffer (Druckbehälter):

Besteht nicht die Möglichkeit, eine gerade Triebleitung im steilen Geländer zu installieren, so wird mittels einer Zuführleitung das Triebwasser bis unmittelbar an die Widderanlage herangeführt.
Diese Zuleitung von der Quelle kann in beliebiger Länge und beliebigem Verlauf, sowie aus kostengünstigem Kunststoffmaterial (z.B. PE-HD) ausgelegt werden.
Die Zuleitung mündet in einem Puffer, die Triebleitung selbst ist kompakt zu einer Spirale zusammengeschraubt.

Bild

H = ca. 9m
Förderhöhe ab Widder ca. 60m, später umgebaut auf 40m/ 45m
TL 0,5"
 

https://youtu.be/tnwITGyJWLc






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Re: Die Triebleitung

Beitragvon Plunschmeister » Do 13. Apr 2017, 16:38

Spiraltriebleitung im Betonklotz eingegossen:

BildBild

Bei sehr großen Triebhöhen ist die Triebleitung zu einer Spirale aufgewickelt und zusätzlich in einem Betonklotz eingegossen, welcher bei Druckstößen ab 20 bar, als Puffer arbeitet und Vibrationen abdämpft. Die Zuleitung kann auch hier wieder von der Quelle mit beliebiger Länge und beliebigem Verlauf zur Widderanlage verlegt werden. Alle für den Betrieb des Widders erforderlichen Komponenten sind leicht zugänglich am Betonklotz angebracht, sodass eine Wartung der Widderanlage leicht möglich ist.
Diese Spezialwidder können ab ca. 120m Förderhöhe (h) eingesetzt werden.

Letztendlich hat es der Erbauer einer Widderanlage in der Hand, welche Triebleitungsart eingesetzt wird und welchen Verlauf diese im Gelände nimmt.


https://youtu.be/kWSCT0HtnLA



Bild 4-2017

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Danke für die hilfreiche Unterstützung an Norbert!

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