Lotze Feinsandfilter im vorhandenen Brunnen

Technische Daten (Filterschlitzweite)
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Lotze Feinsandfilter im vorhandenen Brunnen

Beitrag von Messdiener » Fr 4. Sep 2020, 10:58

Liebes Forum,

(für das Topic bitte den Teil in den Sternchen ignorieren)
*********
vorweg die Fakten:
8m Rohrtour, davon 3m Filterstrecke 0,5mm, 1m Sumpfrohr, GW ab 1,70m. Fast ausschließlich Sand, sehr sporadisch Kies bis max. 30mm Größe, 4 Zoll Durchmesser.
Ich weiß, 0,3mm sind prophylaktisch immer besser- dem setzte aber jemand entgegen, dass sich die feinerer Schlitze leichter zusetzen können, während die Partikel durch die größeren Schlitze 'ausgewaschen' werden. Letztlich blieb mir ja die Möglichkeit, einen Feinsandfilter einzubringen und damit einen wartbaren Brunnen zu haben.

Dann also mit der Saugpumpe 1m unterhalb des Wasserspiegels klar gespült. Nach ein paar Stunden war der Feinsand verschwunden bei über 4 Kubikmeter/h Förderleistung. Ersten Beregnungskreis fertig gestellt und dabei etliche Stunden klarstes Wasser gefördert. Gemüsebeete bewässert, Baum gegossen. Dann plötzlich soviel Sand, dass die Pumpe verstopfte, sofort abgeschaltet und gedacht: das kommt davon, wenn die Tonpellets daneben liegen, statt im S(tr)umpfrohr zu quellen. Es fand sich Sand ab 6,5m. Also geplunscht auf 7m- ab dann immer wieder Sand mit Kies gefördert, jedoch nicht tiefer als 7m gekommen. Nun könnte
a) die Rohrtour oben einen Defekt haben, was die plötzliche und massive Sandförderung erklären wüde
b) die Verbindung zwischen Sumpfrohr und FS defekt sein, was erklären würde, warum ich Material fördere, aber nicht tiefer komme
c) von unten immer wieder Material nachdrücken (wohl eher absurd...)
Die Plunscherei habe ich dann eingestellt, da ich keine Hohlräume schaffen will und die Arbeit ja nur bedingt glücklich macht.
Da ich keine Unterwasser- Kamera besitze, könnte ich die Rohrtour jetzt ziehen- was aber, wenn nur ein Teil zum Vorschein kommt?
Also 3m Feinsandfilter erstanden, mit Kappe unten und Reduzierung auf 1 Zoll oben. Als 3"- Variante ja mit insgesamt immerhin 5,4 Kubikmeter/h. Am PE- Rohr bis ganz nach unten abgelassen und probiert: Förderleistung anfangs gut, dann eingebrochen.
**********
Meine Frage:
ist es legitim, das PE- Rohr direkt an die Filtereinheit anzuschließen, welche ich in einen vorhanden Brunnen ablasse? Das wäre dann ähnlich einem Rammbrunnen? Oder muss die innere Rohrtour mit 3"- Rohren bis oben verlängert werden, um das Wasser oberhalb der FS zu entnehmen, wie es üblich ist? Was habt Ihr für Erfahrungen in der Praxis? Ich habe testweise den kompletten Feinsandfilter etwas höher gehängt, ohne Veränderung. Und noch eine wichtige Frage: Spült die Saugpumpe(hat einen Vorfilter) den Feinsand selbst wieder 'raus, oder sollte ich die komplett zerlegen und reinigen?

Vielen Dank für Antworten!
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Plunschmeister
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Re: Lotze Feinsandfilter im vorhandenen Brunnen

Beitrag von Plunschmeister » Fr 4. Sep 2020, 17:01

Willkommen im Forum.

Das PE-Rohr kannst du direkt an die Filterstrecke anschließen. Du musst aber die ursprüngliche Rohrtour ziehen.

Gleiches gilt für den Ausbau mit Vollwandrohr. Hier besteht dann aber die Möglichkeit, eine TBP einzusetzen.
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Gruß PM

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Re: Lotze Feinsandfilter im vorhandenen Brunnen

Beitrag von Messdiener » Fr 4. Sep 2020, 22:44

Hallo Plunschmeister,

danke für die superschnelle Antwort. Da ich das Beregnungssystem auf 4m³/h ausgelegt habe kann ich also nur hoffen, dass der Filter den angegebenen Durchsatz hat. Wie ist deine Erfahrung? Ergibt es einen Sinn, den Aufbau mit Vollwandrohr zu machen, in der Hoffnung, die nicht ganz preiswerten Filter jemals wieder bergen zu können?
Und die Frage, die mich dauernd umtreibt: Warum funktioniert die Rohr-in-Rohr-Variante nicht? Wäre das mit größerer Differenz zwischen den Rohrdurchmessern und ggfs. größerer Schlitzweite außen machbar? In meinem Falls sauge ich vermutlich den geringen Zwischenraum schneller frei, als das Wasser nachströmen kann...
Gruß aus Hannover
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Plunschmeister
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Re: Lotze Feinsandfilter im vorhandenen Brunnen

Beitrag von Plunschmeister » Sa 5. Sep 2020, 09:27

Moin,
Da ich das Beregnungssystem auf 4m³/h ausgelegt habe kann ich also nur hoffen, dass der Filter den angegebenen Durchsatz hat.
Der angegebene Durchsatz bezieht sich auf "freien Zulauf".
Ergibt es einen Sinn, den Aufbau mit Vollwandrohr zu machen, in der Hoffnung, die nicht ganz preiswerten Filter jemals wieder bergen zu können?
Genau, die Filter wurden schon erfolgreich gezogen. Allerdings kann ich dir nicht sagen, wie es sich nach einigen Jahren verhält.
Ein weiterer Aspekt wäre, der Einsatz einer Tiefbrunnenpumpe.
Und die Frage, die mich dauernd umtreibt: Warum funktioniert die Rohr-in-Rohr-Variante nicht? Wäre das mit größerer Differenz zwischen den Rohrdurchmessern und ggfs. größerer Schlitzweite außen machbar?
Das würde m.M.n. auch nur eine Heimwerkerlösung sein. Der Zulauf bei der Rohr-in-Rohr-Variante ist einfach zu gering. In deinem Fall wird die 0,5 mm Filterstrecke verstopft sein.
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Gruß PM
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