Schwengelpumpe

Handschwengelpumpen, Handkolbenpumpen,
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Plunschmeister
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Schwengelpumpe

Beitragvon Plunschmeister » So 11. Aug 2013, 17:44

Die Schwengelpumpe zählt zu den Kolbenpumpen und ist eine Saugpumpe.
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Kolbenpumpen sind Geräte, die u.a. Flüssigkeiten und Gase fördern. Der Kolben wird in einem Zylinder hin- und herbewegt und erzeugt abwechselnd einen Druck und einen Sog, die mit Hilfe von Ventilen zum Pumpen genutzt werden. Je nach dem, ob Druck oder Sog die Pumparbeit verrichten, unterscheidet man zwischen Druckpumpen und Saugpumpen.

Zur Geschichte:
Wann nun genau die Kolbenpumpen und von wem diese erfunden wurden, ist unbekannt. Die älteste bekannte Konstruktion ist eine Druckpumpe des Griechen Ktesibios um 250 v.Chr. Auch die Römer bauten diese zwei-zylindrige Pumpe sowohl aus Holz als auch aus Bronze.

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Quelle: Nachbildung, Römisch Germanisches Zentralmuseum, Mainz
Römische Doppelkolbenpumpe um 300 n. Chr.

Die hölzerne Druckpumpe wurde 1971 bei Wederath im Hunsrück gefunden. Sie war in 16 m Tiefe im Grundwasser der römischen Siedlung Vicus Belgium montiert. Ein Steigrohr und das Gestänge für den Kolbenantrieb führten nach oben zur Brunnenzapfstelle. In den hölzernen Pumpenstock sind zwei mit Blei gefütterte Zylinder gebohrt. Als Ventile dienten die bleischweren Lederklappen. Die hölzernen Kolben waren mit Leder abgedichtet. Sie wurden gegenläufig auf und ab bewegt, vermutlich mit einem gemeinsamen Hebel wie in der Zeichnung.
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Der aufwärts gehende Kolben saugt Wasser in den Zylinder, der abwärts gehende drückt es in die Ventilkammer und in das Steigrohr. Die Ventile verhindern, dass das Wasser zurück fließt.

Die gefundenen Handpumpen hatten einen Hubraum von 0,5 bis 1,3 l und konnten aus Tiefen von bis zu 16 m Wasser fördern. Dabei lag die Förderleistung vermutlich zwischen 35 und 95 Liter in der Minute.

Neben diesen hölzernen Brunnenpumpen besaßen die Römer auch präzise gefertigte Bronzepumpen, die nach dem gleichen Prinzip arbeiteten.
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Quelle: Museo Arqueológico Nacional de España _ Doppelkolbenpumpe der Römer aus Bronze / Rechts: Rückschlagventil
Diese Doppelkolben-Druckpumpen, ermöglichten einen fast kontinuierlichen Wasserfluss.

Im Mittelalter ist dann offenbar die hochentwickelte Pumpentechnik der Römer in Vergessenheit geraten; man verwendete die weit älteren Schöpfwerke um das Wasser aus einem Schachtbrunnen zu fördern. Erst im 15. Jh. tauchten Kolbenpumpen wieder auf.

Funktionsprinzip einer Handschwengelpumpe:
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Quelle: Animation - Dominius venedius; Lizenz-Link:CC BY-NC-SA 3.0 DE


Über Jahrhunderte hinweg hat sich das Funktionsprinzip einer Schwengelpumpe nicht verändert:
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Quelle: Grafik - MancoCapac; Lizenz-Link:CC BY-NC-SA 3.0 DE


Von der Pumpe reicht eine Ansaugleitung ( Saugrohr) bis ins Grundwasser. Mit dem Schwengel, der durch eine Kolbenstange mit dem Kolben verbunden ist wird dieser im Pumpenzylinder auf und ab bewegt. Der Kolben selbst dichtet durch eine Kolbendichtung( Ledermanschette) im Pumpenzylinder ab. Beim Hochziehen des Kolbens wird nun Wasser in den Zylinder gesaugt. Bei der Abwärtsbewegung öffnet sich das Druckventil im Kolben, Wasser strömt in den Raum oberhalb des Kolbens. Im nächsten Aufwärtsgang schließt das Druckventil. Das Wasser wird zum Zapfrohr gedrückt, während unten neues Wasser angesaugt wird. Saugpumpen nutzen den atmosphärischen Druck. Ihre Förderhöhe ist deshalb auf 10 Meter begrenzt - praktisch werden 7,5 Meter erreicht.

Um jedoch mit einer Schwengelpumpe auch Wasser aus größeren Tiefen fördern zu können, werden Tiefsaugeinrichtungen eingesetzt.

Bauanleitung Ledermanschette



]Schwengelpumpe Fit für die neue Gartensaison:
http://www.youtube.com/watch?v=8suDrIL8gbI
Videoquelle: KleiGaFo
Beitrag: PM-2013
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
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Gruß PM

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