Hilfe bei der Ermittlung des benötigten Drucks

und Tauchpumpen
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Trainer78
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Hilfe bei der Ermittlung des benötigten Drucks

Beitrag von Trainer78 » So 2. Apr 2023, 23:22

Hi,

zur Auswahl der Tiefbrunnenpumpe muss ich den Verbrauch und den Druckverlust ermitteln.

Mit dem Druckverlust habe ich meine Probleme. Ich habe 3 Stränge und kenne die Rohrleitungsdurchmesser und die Längen. Das kann ich gut rechnen. Von jedem Strang gehen per Stich die Regner ab. Der Regner brauch mindestens 1,8 Bar und höchstens 5,4 bar. Wenn ich jetzt an einem Stich 3 Sprenger habe behme ich dann die Werte x3 und addiere es zu den Rohrverlusten?

Wenn ich jetzt 2 Stränge parallel einschalte brauche ich deutlich mehr Wasser. Der Brunnen gibt es her. Nur wie berücksichtige ich es bei der Pumpenwahl?

Für alle Stränge bin ich bei 4000 l/h. Der Druckverlust aufgrund Höhenunterschied und Leitungslängen liegt bei 3,5 bar. Da fehlen noch die Drücke der Regner.

Kann mir jemand bei der korrekten Berechnung helfen.
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Thoralf
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Re: Hilfe bei der Ermittlung des benötigten Drucks

Beitrag von Thoralf » Di 4. Apr 2023, 00:35

N'Abend Trainer78,

das ist mit wenigen Worten schwierig zu erklären.

1. Die Druck-Durchfluss-Kennlinie der Regner ist näherungsweise quadratisch. p ~ Q²
Hast Du evtl. Angaben, welchen Durchfluss Q die Regner bei 1,8 bar und 5,4 bar haben (evtl. auch Zwischenwerte)? Müsste im Datenblatt stehen.

Zwischen 1,8 und 5,4 bar liegt ein Faktor 3. D.h. zwischen dem kleinsten und dem größten Durchfluss liegt ein Faktor von ca. 1,73. Also zum Beispiel 300 l/h bei 1,8 bar und 500 l/h bei 5,4 bar. Aber das ist jetzt wirklich nur mal eben als Beispiel geraten - die Zahlen musst Du selbst nachschlagen.

2. Am besten ist das mit dem Druck noch zu erklären, wenn die Leitungen so stark dimensioniert sind, dass Du auf der Leitung zu den Regnern keinen nennenswerten Druckabfall hast. (Kannst Du Dir so vorstellen wie im Haus bei der Stromverteilung: Da gehst Du auch überall von 230 Volt aus, egal ob Du Dein Elektrogerät an die erste oder letzte Steckdose steckst. (Max 3% Spannungsfall sind erlaubt)
Deine Angabe "Der Druckverlust aufgrund Höhenunterschied und Leitungslängen liegt bei 3,5 bar." hilft da überhaupt nicht weiter. Weil: Der Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel und Höhe der Regner geht als statischer Wert in die Rechnung ein (unabhängig vom Durchfluss), der Durckabfall im Verlauf der Leitung ist aber quadratisch vom Durchfluss abhängig.
Was die Leitungen angeht: im Vergleich mit dem Stromnetz in Deinem Haus entspricht der Druck der elektrischen Spannung und der Durchfluss dem elektrischen Strom. Wenn Du ausreichend dicke Leitungen verlegt hast, dann hast Du überall den selben Druck, wenn Du nur ganz dünne Schläuche hast, dann wäre das so wie wenn Du im Haus Klingeldraht für die Leitungen nutzt. Dann hast Du vorn mehr Druck als hinten.

3. Ich gehe einfach mal nach Deinen Werten davon aus, dass in jedem der Stränge 1.333 l/h fließen (4.000 l/h in allen drei zusammen). das macht dann 444 l/h an jedem der Regner.
Da sind wir wieder bei 1.: Schau doch mal ins Datenblatt, ob da vielleicht eine Tabelle mit Druck- und Durchflusswerten ist. Wenn 444 nicht dabei ist, dann nimmst Du eben einen Pi-mal-Daumen-Zwischenwert ( Woher hast Du eigentlich die 4000 l/h genommen?). Oder Du zeichnest mit den Datenblatt-Angaben eine quadratische Kurve auf Kästchenpapier. In der kannst Du dann den Druck ablesen. Wenn alles die selben Regner sind, kannst Du die einzelnen Durchflusswerte einfach addieren. (bei verschiedenen Regnern aber auch....)

4. Bei dünnen Leitungen wird's komplizierter (und da gibt es auch andere im Forum, die sich besser mit Bewässerungskreisen auskennen, ich habe sowas nicht). Welchen Leitungsquerschnitt hast Du verlegt und welchen Druckabfall hast Du ausgerechnet für die Strecke zwischen Regner 1 - Regner 2 - Regner 3 und für die Versorgung der einzelnen Stränge? (ohne die statische Höhe)

5. Zu dem so ermittelten Druck addierst Du noch das, was bei dem Durchfluss von 4.000 l/h auf der Leitung abfällt und dann noch den Druck entsprechend der staischen Höhe und dazu am besten noch einen kleinen Angstfaktor. Und damit kannst Du dann in die Kennlinie der Pumpe schauen.

Du kannst ja mal rechnen und bei Bedarf ein paar Zahlen liefern und nochmal nachfragen.

Für das Verständnis der Zusammenhänge kann ich nur mal wieder - ich wiederhole mich - auf das Online-Tool von Grundfos verweisen, hier mal der 4 m³/h entsprechend für eine x-beliebige Pumpe aus der Baureihe SP 5A. (Im Gartenbereich wird oft eher eine Nummer kleiner die SP3A verwendet).
https://product-selection.grundfos.com/ ... 2072684381
Da klickst Du mal rein und gibst rechts bei "Betriebspunkt" auf Eingabe → Nennbetriebspunkt → H statisch → <Deine Tiefe zum Wasserspiegel> Wenn Du dann bei 4 m³/h irgendwo in das Diagramm klickst, dann siehst Du eine rote quadratische Kurve, die bis zur Pumpen-Kennlinie geht. Das rot sind Deine Regner (+ Leitung), das blaue die Pumpe. Zweckmäßigerweise klickst Du bei Q = 4 m³/h und H = <statischer Druck + Druck Deiner Regner + Druckabfall> in die Kurve. Dieser Punkt muss unterhalb der Pumpen-KL liegen, sonst ist die Pumpe zu klein.

LG und HTH (auch wenn das jetzt sehr viel war...)
Thoralf
Der Elektroingenieur in mir meint: "Wasser braucht Strom" 8-)
Meine Projekte gibt es auch in meinem Blog:
https://blende-acht.blogspot.com/search/label/Brunnen
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