Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

und Tauchpumpen

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zimmarco
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Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von zimmarco » Di 13. Aug 2019, 11:11

Hallo zusammen, da auch bei uns im Ruhrpott der Regen immer spärlicher fällt und ich schon im letzten Jahr für neue Gartenpflanzen eine vierstellige Summe bezahlt habe, versuche ich es in diesem Jahr mit einem Brunnen. Der Brunnen ist bereits gebohrt und mit KG Rohr verrohrt, die obligatorische Filterstrecke ist ebenfalls vorhanden. Das Ganze wurde in Eigenleistung erstellt. Der Brunnen ist ca. 32 m tief. Leider ist uns ein ganz dummes Malheur passiert: Nach vermutlich viel zu wenig Spülen mit Leitungswasser wurde in ungefähr 15 m Tiefe eine Schmutzwasser Tiefbrunnenpumpe (4 Zoll) gehängt, die den ganzen "Rotz" rausziehen sollte. Die raufgepumpte Flüssigkeit sah wie gelber Lehm/Ton-Schlamm aus (s. Foto) und bildete eine wasserundurchlässige Beton ähnliche Masse nach dem Antrocken. Nach ca. 20 Minuten warf auch die schmutzwassergeeignete Pumpe das Handtuch und schaltete ab. Da es schon spät abends war und ich am Folgetag arbeiten musste, brachen wir an dieser Stelle ab. Am nächsten Tag wollten wir die Schmutz-Pumpe hochziehen und noch einmal mit teurem Leitungswasser spülen.

Das Problem: Am nächsten Tag ließ sich die Pumpe nicht mehr aus dem 125-er Rohr ziehen. Wir haben es mit 3 Mann probiert, erfolglos, und dann mit einem Kettenzug. Der Kettenzug hat dann dazu geführt, dass das Halteseil und der 1 Zoll Schlauch von der Pumpe abrissen. Die Pumpe sitzt in dem KG Rohr als ob sie einzementiert sei. Dass wir sie nicht mehr rauskriegen ist mir klar, aber wie kann ich es hinbekommen, dass sie zumindest nach unten rutscht und die 30 m Tiefe frei gibt. In der Höhe der festsitzenden Pumpe (15 m), ist nur wenig Wasser vorhanden.

Hat irgendwer eine Idee? Würde mich total freuen.

Hier der Link zum Bild des heraufgepumpten Schlamms: Bild
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Eriberto
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von Eriberto » Di 13. Aug 2019, 12:42

Hallo und willkommen im Forum.

Nun ein klassisches Beispiel, wie man es nicht machen sollte!

1. KG-Rohr hat im Brunnenbau - auch im Hobby-Bereich - nichts zu suchen! Die Rohre besitzen weder die erforderliche Wandstärke um dem Erddruck stand zu halten, noch verfügen Sie über eine Verschraubung, die ein Ziehen erst ermöglicht.
Ich vermute, dass das Rohr irgendwo gebrochen ist (ober- oder unterhalb der Pumpe), dadurch Material eingedrungen ist und die Pumpe sich entweder darin festgesaugt hat oder sogar darin begraben wurde.
2. Wurde das Rohr denn unten - vor der Pumpaktion - verschlossen? Wenn nicht, kann das Material auch von dort eingedrungen sein.
3. Das Projekt ist gescheitert, die Pumpe verloren. Bitte für einen ordentlichen Verschluss im oberen Bereich sorgen, damit das Grundwasser nicht kontaminiert werden kann!
4. Für das nächste Mal hier einlesen und von vorneherein geeignete Materialien (Rohre) verwenden.

Gruß
Florian
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Plunschmeister
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von Plunschmeister » Di 13. Aug 2019, 13:48

Der 'Brunnen', muss fachgerecht zurückgebaut werden. Das wird richtig teuer.
„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft" Jules Verne (1870)
* 2712193509122015*
Gruß PM

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zimmarco
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von zimmarco » Di 13. Aug 2019, 14:18

Danke für die schnellen Antworten. Ich habe schon befürchtet, dass ich da richtig die A-Karte gezogen habe.
Macht es Sinn, sich für 125 Euronen eine 30m TV-Kanalkamera zu leihen und sich die "Unglücksstelle" einmal in Farbe anzugucken? Oder schmeisst man da nur noch sinnlos Geld hinterher?
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Moister
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von Moister » Di 13. Aug 2019, 14:55

Zumindest könnten wir aussagekräftige Bilder zur Abschreckung verwenden!

Wenn ihr verschraubtes Brunnenrohr verwendet hättet könnte die Rohrtour an einem Tag ohne weitere Probleme gezogen werden, ggfs das Rohrstück mit Pumpe herausgenommen (wenn mit gescheitem Rohr überhaupt etwas passiert wäre) und dann wieder versenkt werden.
Jetzt steckt mal wieder Elektroschott im Grundwasser und gammelt vor sich hin!
Schöne Grüße.
Roland
"Nur die Harten bohren im Garten!"
:arrow: Meine Brunnenbau-Story.
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Eriberto
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von Eriberto » Di 13. Aug 2019, 15:01

Ich befürchte auch mit einer Kamera sieht man da nicht mehr viel, außer, dass man nicht weiter kommt.
Gruß
Florian
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bypsa
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von bypsa » Di 13. Aug 2019, 17:16

Evtl. Macht es doch mit einer usb-kamera Sinn nochmal zu schauen. Da gab es hier im Forum auch schon mal Empfehlungen zum Kauf - Suche aktivieren. Wie ist denn der Schlauch abgerissen? Ist evtl. das Gewinde frei? Da könnte man vielleicht was eindrehen und dann mit einem Stahlseil ziehen. Oder eine Art Kippdübel in der Pumpe verankern... Mit der notwendigen Hartnäckigkeit geht oft mehr als man denkt.
Raus mit dem Dreck!
geplantes Vorhaben: Bohrbrunnen in der Garage, Deckenhöhe 2,20m, Grundwasserspiegel 9,80m u GOK, Bohrer 180mm, 6" DN150 TNA Glattwandrohr, aktuell 10,3m im Stein mit 200er Bohrkrone
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Bohrbrunnen
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von Bohrbrunnen » Di 13. Aug 2019, 23:00

Meine Vermutung geht dahin das der Druck im Boden das Rohr zusammengequetscht hat.
Wenn ein KG Rohr DN 125 auf dem Prüfstand mit 0,4 Bar Unterdruck belastet wird faltet es sich nach einer Zeit von ca 15 Minuten zusammen. ( Prüfbericht K 08 1177.5 des Material Prüfamtes Darmstadt)
Die unter Praxisbedingungen auftretenden Außendruck -belastungen sind von mehreren, z. T. in ihrer Größe nicht exakt definierbaren Faktoren abhängig: beim Einbau der Brunnenrohre, bei der Kiesschüttung, der Ringraumverfüllung und beim Anpumpen (durch hohe Wasserspiegeldifferenzen) sind die Belastungen am größten und in ihrer Ausprägung nicht exakt berechenbar.
Je Tiefer ein Rohr ins Erdreich abgeteuft wird um so stärker wird der Drück von Außen. Eine weitere Belastung der Rohre wird beim Durchteufen von Tonschichten hervorgerufen, indem die Rohre zusätzlich Außendruckbelastungen durch quellende Tone ausgesetzt sind. Diese können in allen Teufen auftreten und im Extremfall schon nahe der Oberfläche zu erheblichen Beanspruchungen führen.
Ein Brunnenrohr ist diesen Drücken gewachsen.
Die Außendruckbelastung ( Außendruckbelastbarkeit ) beim DN 125 Brunnenrohr beträgt mindestens 800 K PA und die Zugfestigkeit beim Gewinde liegt bei 1830 KG.
Weitere Belastungsdaten der beiden Rohre erspare ich mir. Wen es genau juckt der möge selbst auf die Suche gehen.
Solche Werte sind mit Fäkalrohren nie erreichbar.
Gruß Manfred
Glück Auf!

Lieber Ratten im Keller als Verwandtschaft im Haus.

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zimmarco
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von zimmarco » Mi 14. Aug 2019, 10:03

Ich war gestern beim hiesigen Werkzeugverleih - die Profi-Kanal-Kamera bis 30m ist für die nächsten 8 Tage ausgebucht. Reingucken ist also zunächst nicht möglich.

Eine hypothetische Frage habe ich noch: Könnte man ganz brutal einfach noch einmal mit einem Bohrer in das vorhandene Loch gehen, alles zermalmen und dann vorschriftsmäßige blaue Brunnenrohre mit Verschluss unten und Filterstrecke verwenden? Das KG Rohr würde zerbröseln und die verlorene Pumpe war aus Edelstahl ...

Ich weiß, Kontaminationsgefahr, aber ich lebe im Kohlenpott ...
Von meinem im Bergbau tätigen Vater weiß ich, wie hier die Schächte, Flöze und Stollen hinterlassen wurden und was alles an giftigen Stoffen da unten geblieben ist. Ich glaube da kommt es auf eine Edelstahlpumpe mehr nicht an.
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Eriberto
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Re: Tiefbrunnenpumpe steckt bei ca. 14 m im 125-er KG Rohr fest

Beitrag von Eriberto » Mi 14. Aug 2019, 10:22

Hm, eigentlich sollte ich auf deinen letzten Post nicht mehr antworten...

Wenn alle so denken, ist es vielleicht besser, wenn der Mensch in Bälde das Antlitz der Erde verlässt!

Ich möchte gerne sehen, wie Du die Pumpe und das KG-Rohr 'zerbohrst'. (Fotos bitte bei www.picr.de hochladen, Videos bei youtube). Sprengstoff wäre eventuell auch noch eine Idee, wurde ja im Bergbau z.T. auch verwendet... :roll:
Vergiss es! Die Scharte bekommst Du nicht mehr ausgewetzt.
Gruß
Florian
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