Bauanleitung 140mm Kiespumpe


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strassenchecker
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Bauanleitung 140mm Kiespumpe

Beitragvon strassenchecker » So 3. Dez 2017, 14:32

Hallo zusammen,

da ich meinen Bohrbrunnen so gut wie fertig gestellt habe, möchte ich euch den Bau meiner Kiespumpe nicht vorenthalten. Beim Bau habe ich mich an die schon existierenden Bauvorschläge (z.B. von Uwe Rosenberger) gehalten, allerdings mit ein paar Abwandlungen, ich würde sogar sagen „Verbesserungen“.

Da ich ein 6“ Brunnenrohr abtäufen wollte, musste auch eine möglichst große Kiespumpe her. Ich war bei einem örtlichen Stahl verarbeitetem Betrieb und dort bekam ich ein 88cm langes Rohr mit 140mm Außendurchmesser. Die Rohrwandung ist mit 8mm schon recht stark. Zunächst zögerte ich ob dieses Rohr wirklich geeignet ist, aber im Nachhinein stellte sich das als goldrichtig heraus. Denn ich konnte die Kiespumpe nun so bauen, dass es rund um's Rohr keine hervorstehenden Teile mehr gibt. Das schont natürlich das Brunnenrohr und wenn man bedenkt, dass sich die Kiespumpe beim Plunschen sich immer im Bereich der Filterstrecke befindet, könnte dies schon von Vorteil sein. Es sollen ja schon Projekte daran gescheitert sein, weil das Brunnenrohr im Bereich der Filterschlitze gebrochen ist.

Bei meiner Kiespumpe dürfte eine Beschädigung des Brunnenrohrs aber fast ausgeschlossen sein

a) weil durch die Größe des Rohrs nur ein Ringspalt von 5mm zwischen Brunnenrohr und Kiespumpe vorhanden ist. Die Kiespumpe kann sich dadurch seitlich kaum bewegen

b) weil seitlich keine Teile überstehen

c) weil, durch eine Art Sicherungsblech das Schlagen der Kolbenstange weitestgehend verhindert wird

Den Bau der Kiespumpe habe ich leider nicht mit Fotos festgehalten aber ich werd's hier mal kurz beschreiben. Da Dreh- und Fräsmaschine vorhanden sind, habe ich die Teile maschinell erstellt. Sieht besser aus und die Pumpe lässt sich dann später vielleicht besser verkaufen.

Für das Bodenventil habe ich zunächst ein 4mm starkes Blech passend auf denn Innendurchmesser des Kiespumpenrohrs gedreht. Danach auf dem Teilapperat das Loch herausgefräst und drei Löcher für die Befestigung der Gummimembran gebohrt. Orientiert habe ich mich da an der 140mm Kiespumpe von Erdbohrer.de. Die Membran gibt es dort als Ersatzteil. Diese musste ich aber im Durchmesser etwas anpassen (verkleinern), da sie sonst nicht richtig schließt. Schuld daran ist die starke Rohrwandung. Den Ring dann mit ca. 10mm Abstand ins Rohr durchgehend eingeschweißt. Es wird kein zusätzlicher Dichtstoff benötigt, da die Schweißnaht durchgehend ist. Die Schweißnaht und den Ring angefast, damit später die Kiesel leichter ins innere der Pumpe gelangen können.

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Für die Versteifung der Membran habe ich zwei verschieden große Bleche gefertigt. Das kleinere ist eher für kiesigen Boden geeignet, da es weiter öffnet. Im Sand hatte ich aber das Problem, dass durch das Hochziehen der Pumpe ein so starker Unterdruck in der Pumpe entsteht, dass es mir immer wieder die Membran nach außen gezogen hat und somit kein Material mit nach oben zu bekommen war. Das größere Blech ist im Durchmesser etwas größer als der Innendurchmesser vom Ring und schließt somit bei Sand besser. Allerdings öffnet die Membran nicht mehr so weit, spielt aber im Sand keine so große Rolle. Ich hatte leider nur ein 1mm starkes Blech zur Verfügung. Heute würde ich zu einem stärkeren Blech greifen. 2mm sollten es schon sein. Vor allem bei sandigem Boden.

Für die Befestigung der Membran wird noch ein Klemmstück benötigt. Ich habe dazu das 4mm starke Reststück, welches vom Ausfräsen des Rings übrig blieb, passend gesägt und gefeilt. Dann drei Löcher für M5 Gewinde gebohrt und die Gewinde geschnitten. Anschließend 3 Gewindestifte eingeschraubt und mit je einem Körnerschlag gegen Verdrehen gesichert.

das kleinere Blech, eher für Kies
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das größere Blech eher für Sand, oberhalb die Klemmung
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ein 1mm Blech ist aber zu dünn. Ich habe beide Bleche übereinandergelegt, würde aber beim nächsten Mal ein 2mm Blech verwenden.

Am oberen Ende des Rohrs habe ich seitlich zwei Schlitze mit der Flex eingeschnitten und mit der Feile dann nachgearbeitet. Eigentlich wollte ich die Schlitze fräsen aber ich fand keine Möglichkeit das große Rohr auf meiner relativ kleinen Fräse zu spannen. Aber es sieht auch so recht ordentlich aus, und was viel wichtiger ist, es erfüllt seine Funktion.

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Der Riegel ist aus einem 10mm starken und 60mm breitem Flacheisen gefertigt. Zunächst habe ich das Flacheisen in die Drehmaschine gespannt und dann den Durchmesser etwa zwei Millimeter kleiner als das Rohr gedreht. Dann zentrisch ein 16mm Loch (die Kolbenstange hat 14mm Durchmesser und somit etwas Spiel) gebohrt und dann den Rest weggefräst. Geht natürlich mit der Flex schneller, sieht aber so besser aus. Dann den Riegel provisorisch seitlich ins Rohr gesteckt und die beiden Löcher für die Federstecker rausgemessen und gebohrt. Hier sollte schon genau gearbeitet werden, damit sich der Riegel später nicht verschieben kann. Zusätzlich habe ich noch ein Sicherungsblech gefertigt. Riegel und Blech werden gegenüberliegend eingeschoben und dann mit den beiden Federsteckern gesichert.

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Der Sinn soll sein, dass der Kolben eine bessere Führung hat und seitlich nicht schlagen kann. Zusammengebaut sieht's dann so aus.

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Den eigentlichen Kolben habe ich aus POM (hochwertiger Kunststoff) gedreht. Das Material war schon vorhanden und es schien mir als passend. Ein Kolben aus Stahl wäre vielleicht besser da er einfach schwerer ist, und dadurch unter Wasser leichter wieder nach unten sinkt. Die Kolbenstange hat 14mm Durchmesser (12mm war mir einfach zu wenig bei dieser großen Pumpe). Auf beiden Seiten ein Gewinde M14 auf der Drehmaschine gedreht. Die Kolbenstange dann durch den Kolben gesteckt und mit je einer Mutter und großen U-Scheiben ober- und unterhalb des Kolbens gesichert. Die untere Mutter ist selbstsichernd damit sich da später auch nichts mehr löst. Auf die andere Seite habe ich eine M14 Ringmutter aufgeschraubt und zusätzlich noch verschweißt. Zuvor noch zwei selbstgedrehte Stellringe zur Begrenzung des Kolbenhubs auf die Kolbenstange geschoben und verschweißt. Ich habe beim Hub darauf geachtet, dass der Kolben beim Hochziehen nicht an die Federstecker anstößt. Auch sollte er nicht in der unteren Stellung auf die Membran bzw. den Schrauben der Membran aufsitzen.

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So sieht die Kiespumpe dann fertig aus. Als Seil habe ich eine 18mm Schotleine mit einem Palstek an der Ringmutter befestigt.

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Die Kiespumpe funktioniert wirklich hervorragend, sowohl bei Sand als auch bei Kies. Anderes Bodenmaterial konnte ich bisher nicht testen. Einen Nachteil hat sie aber, sie ist sauschwer. Ich habe sie nicht gewogen aber es dürften mehr als 30kg Leergewicht sein, eben aufgrund der starken Rohrwandung von 8mm. Ohne elektrische Seilwinde wird das Plunschen zur Plagerei. Ich habe die Pumpe ein paar mal von Hand hochgezogen, was durchaus geht aber spätestens nach dem 5. Mal geht’s richtig in die Arme und aufs Kreuz. Auf Dauer nicht machbar. Das Panzertape auf dem Bild ist wichtig. Mir ist es zweimal passiert, das beim Plunschen sich das Stahlseil von der Seilwinde so um den Haken gewickelt hat, dass es mir das Sicherungsblech vom Haken geöffnet hat und der Schekel aus dem Haken gerutscht ist. Ich habe dann das Sicherungsblech mit Panzertape abgeklebt was super funktioniert hat.

Leider ist die Klemmung der Membran etwas umständlich. Aber ich habe für mich einen Weg gefunden, wie man das am einfachsten lösen kann.

Ich lege die Pumpe flach auf den Boden. Dann schiebe ich das Klemmstück zusammen mit der Membran von der oberen Seite ins Rohr. Beide Teile werden so ins Rohr gelegt, das die Schrauben im Klemmstück in etwa mit den Bohrungen im Ring fluchten. Dann schiebe ich mit dem Kolben beide Teile zusammen soweit es geht Richtung Boden der Pumpe. Pumpe aufstellen und dann z.B. mit einem Besenstil das Klemmstück nachdrücken, bis die Schrauben durch die Bohrungen durchschauen. Anschließend Muttern drauf und gut. Ich verwende auch hier selbstsichernde Muttern. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut. Die Membran muss ja eh nicht oft getauscht werden. Ich musste sie kein einziges Mal tauschen, lediglich das Verstärkungsblech müsste hin und wieder nachgebogen werden, weil's einfach zu dünn ist.

Die Kosten für denn Materialeinsatz waren eher gering. Das Rohr habe ich für 15€ erhalten. Am teuersten war die Membran. Zwei Stück (1x Ersatz) inkl. Porto 25€. Hätte man sicherlich auch selber machen können aber irgendwie fand ich keine Bezugsquelle. Alles zusammen ca. 50-60€ wobei noch das Seil hinzukommt. Ein gutes 20m Seil wird bestimmt auch so um die 30-40€ kosten, aber dieses hatte ich schon verfügbar.

Verwendete Teile:

1x Rohr 139,7 x 8mm, 88cm lang
1x Blech 126x126x4mm (Ring für Bodenventil)
2x 1mm Blech für Verstärkung der Membran (besser 2mm)
1x 4mm Flacheisen (Klemmung der Gummimembran)
1x Flacheisen 140x60x10mm (Riegel)
1x Blech 140x60x1mm (Sicherungsblech)
1x Rundeisen 14mm, ca. 90cm lang (Kolbenstange)
1x Rundmaterial 120x50mm (Kolben)
2x Federstecker 4 oder 5mm
1x selbstsicherende Mutter M14
1x Mutter M14
2x U-Scheiben 14mm
1x Ringmutter M14
2x Stellringe 14mm
diverse Schrauben, Muttern, U-Scheiben für die Membran (bestellt man bei erdbohrer.de die Membran sind alle Kleinteile mit dabei)

Vielleicht dient diese Beschreibung dem ein oder anderen als Anreiz zum Selbstbau. Falls Interesse besteht, kann ich noch detaillierte Maße nachreichen.

Schöne Grüße und fröhliches Plunschen,
Achim

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